Schleswig-Holstein

AfD fordert Verbot von umstrittenem "Original Play" in Kitas

Jacken und Taschen hängen im Eingangsbereich in einem Kindergarten (Symbolbild).

Jacken und Taschen hängen im Eingangsbereich in einem Kindergarten (Symbolbild).

Foto: picture alliance/dpa

Fremde Erwachsene und Kinder balgen mit engem Körperkontakt auf Spielmatten: Auch das Jugendamt sieht Methode "Original Play" kritisch.

Kiel. Die Nord-AfD fordert das Verbot einer umstrittenen Spiel-Methode zwischen Kindern und fremden Erwachsenen auch in schleswig-holsteinischen Kitas. Beim "Original Play" könne es zu Grenzüberschreitungen und sexuellem Missbrauch kommen, sagte der AfD-Bildungspolitiker Frank Brodehl. Er kündigte eine entsprechende Landtagsinitiative an. Mehrere Bundesländer, darunter Hamburg, Bayern und Berlin, haben die Methode des Amerikaners Fred Donaldson verboten oder abgelehnt.

Laut Antwort des Sozialministeriums auf eine Kleine Anfrage der AfD liegen der Regierung bislang keine Erkenntnisse über "Original Play"-Kurse in Kitas oder Missbrauchsfälle im Norden vor. Das Landesjugendamt komme zu dem Schluss, dass ein pädagogischer Mehrwert nicht gesehen werde, "sondern im Gegenteil die Methode unter pädagogischen Gesichtspunkten und mit Blick auf das Kindeswohl sehr kritisch zu bewerten ist". Alle Träger von Kitas und Jugendhilfeeinrichtungen seien über diese Bewertung informiert worden. Dies solle bei den Bewertungen vor Ort insbesondere mit Blick auf Kinderschutzaspekte berücksichtigt werden.

Zwei Kitas in Hamburg und Berlin hatten "Original Play" offenbar ausprobiert

Brodehl bezeichnete dies als nicht ausreichend: "Wir fordern die Landesregierung vielmehr dazu auf, "jede Form von 'Original Play' an den Kitas in Schleswig-Holstein umgehend zu verbieten. Jedes weitere Zuwarten wäre hier unverantwortlich."

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Kürzlich hatte das ARD-Magazin "Kontraste" über "Original Play" in einer evangelischen Kita in Berlin berichtet. Zwei evangelische Kitas in Hamburg und Berlin hatten laut "Spiegel" die Methode ausprobiert. In beiden soll es zu Übergriffen und Fehlverhalten gekommen sein. Die Staatsanwaltschaften hätten die Ermittlungen eingestellt, weil sich der Verdacht nicht bestätigen ließ, berichteten "Spiegel" und Kontraste".