Schleswig-Holstein

Bürgerinitiative kämpft gegen neue Ölbohrungen im Wattenmeer

Die "Bürgerinitiative gegen CO2-Endlager" kämpft gegen neue Ölbohrungen im Wattenmeer.

Die "Bürgerinitiative gegen CO2-Endlager" kämpft gegen neue Ölbohrungen im Wattenmeer.

Foto: dpa

Die Umweltschützer befürchten, dass aus den Bohrlöchern unkontrolliert Öl austreten und verheerende Schäden anrichten könnte.

Nehmten. Die "Bürgerinitiative gegen CO2-Endlager" kämpft gegen neue Ölbohrungen im schleswig-holsteinischen Wattenmeer. Das Umweltministerium müsse den Versuch eines Förderkonsortiums, die bereits bestehende Erdölförderung auszuweiten, ablehnen, schrieb Sprecher Reinhard Knof in einem offenen Brief an Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne). Spätestens eine für dieses Vorhaben notwendige internationale Umweltverträglichkeitsprüfung würde die Unzulässigkeit weiterer Erdölexploration offenbaren, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Schreiben.

Auch wenn die geplante Bohrung abgelenkt ein Ziel in rund 2000 Metern Tiefe erreichen soll, bleibe eine reale Gefahr für das Weltnaturerbe Wattenmeer bestehen. "Gerade in der Nordsee ist es immer wieder zu Blowouts bei der Öl- und Gasförderung gekommen, so dass die Gefahr bei neuen Bohrungen real ist", heißt es in dem Schreiben. Unter Blowout wird ein unkontrolliertes Ausströmen von Öl oder Gas aus dem Bohrloch einer Bohr- oder Förderanlage verstanden.

Nach Angaben der Bürgerinitiative seien zwischen 1980 und 2014 weltweit 292 Blowouts gezählt worden, davon alleine 84 in der britischen und norwegischen Nordsee. Die entstandenen Schäden seien teilweise bis heute nicht beseitigt.