Verkehr

Autonomer Bus auf Sylt: mehr als 9000 Fahrgäste seit April

Ein autonom fahrender Bus steht an einer Haltestelle.

Ein autonom fahrender Bus steht an einer Haltestelle.

Foto: dpa

Seit fünf Monaten ist er auf Sylt im Einsatz und soll nun auch im Winter fahren. Ähnliches Modell bald auch in Hamburg?

Keitum. Seit Inbetriebnahme des autonom fahrenden Busses in Keitum auf Sylt am Gründonnerstag sind mehr als 9000 Menschen mit dem Zwölf-Sitzer gefahren. "Das Projekt wird sehr gut von Touristen und Einheimischen angenommen", teilte die Sylter Verkehrsgesellschaft (SVG) mit. Der kleine Bus soll auch über die Wintersaison von Dienstag bis Samstag mit einem den Witterungsverhältnissen angepassten und eingeschränkten Fahrplan im Einsatz sein. Die Nutzung bleibt den Angaben zufolge kostenfrei.

Bundesverkehrsministerium unterstützt Projekt

Der Bus wird seit Mitte April auf einer einprogrammierten Strecke mit zwölf Haltestellen in Keitum eingesetzt. Bei zwölf Fahrten und 80 bis 100 Fahrgästen pro Tag legte der Bus bisher mehr als 3000 Kilometer zurück, hieß es. Mit an Bord ist bei allen Fahrten ein sogenannter Operator, der - beispielsweise wenn ein Hindernis auf der Straße liegt - direkt eingreifen kann.

Der auf Sylt eingesetzte Bus ist Teil des Kooperationsprojekts NAF-BUS (Nachfragegesteuerter-Autonom-Fahrender Bus). Dieses wird unter anderem vom Bundesverkehrsministerium unterstützt. Es soll zeigen, wie die Automatisierung des Straßenverkehrs in ländlichen Räumen funktionieren kann. Das Projekt befasst sich darüber hinaus mit gesellschaftlichen Aspekten und erforscht das Nutzerverhalten sowie die Akzeptanz von Passagieren und anderen Verkehrsteilnehmern sowie die rechtlichen Aspekte autonom fahrender Fahrzeuge im ÖPNV.

Hamburg testet autonomen Bus

Auch in Hamburg wurde im letzten Monat der Einsatz eines autonomen Busses in der HafenCity getestet. Der fünf Meter lange Kleinbus fuhr im öffentlichen Verkehr regelmäßig auf einer festgelegten Strecke – bisher jedoch noch mit Fahrzeugbegleiter und ohne Fahrgäste. In den kommenden Monaten soll eine umfassende Auswertung der aufgezeichneten Daten erfolgen. Ab Mitte 2020 sollen erstmals Fahrgäste mitgenommen werden, bis Oktober 2021 strebt die Hochbahn dann eine Zulassung für einen Betrieb ohne Fahrzeugbegleiter an.