Nationalpark Wattenmeer

Föhr: 200 Kilo Müll in Naturschutzgebiet gefunden

Ein Zaun im Midlumer Vorland, übersät mit Dolly Ropes aus der Fischerei.

Ein Zaun im Midlumer Vorland, übersät mit Dolly Ropes aus der Fischerei.

Foto: Angela Ottmann

BUND sammelte Plastikabfälle aus einem geschützten Bereich auf der Nordseeinsel Föhr. Darunter ein kurioser Fund aus England.

Föhr. Innerhalb von vier Stunden sammelten Umweltschützer auf Föhr 200 Kilogramm Müll auf, und das in einem besonders sensiblen Naturschutzgebiet, das als Brutgebiet für zahlreiche Vögel dient und durch Plastikmüll verschmutzt wird.

Das Midlumer Vorland mit seinen Salzwiesen gehört zur Schutzzone 1 des Nationalparks Wattenmeer. Eine Ausnahmegenehmigung ermöglichte es nun, Freiwilligen vom BUND Föhr-Amrum dort in dem abgesperrten Bereich Müll aufzusammeln. 20 Aktive reinigten den besonders geschützten und nutzungsfreien Bereich. Denn auch dort, wo keine Menschen sind, gelangen viele Abfälle.

Entsetzen über die Müllmenge

"Ich war entsetzt über die Verschmutzung in diesem doch eigentlich weitgehend der Natur überlassenen Gebiet", sagt Angela Ottmann vom BUND. Der angeschwemmte Müll von Strand und Salzwiesen war enorm: Fünf Fischkästen, ein 60 Meter langes Seil aus der Fischerei, Bojen, Paletten, Fischernetze, Kanister schafften die Helfer aus dem Gebiet. In einem Zaun hingen unzählige sogenannte Dolly Ropes, Scheuerschutzfäden der Fischernetze. Die Helfer reinigten den Zaun mühevoll und beseitigten diese Fäden.

Kurioser Fund: Auch das bereits Anfang Juli entdeckte Hinweisschild zu einem Naturressort aus dem englischen Blakeney, einem Küstenort in der Grafschaft Norfolk, konnte geborgen werden. Das Schild hatte immerhin eine Reise von 530 Kilometern durch die Nordsee hinter sich. Nun wird es in der Schutzstation Wattenmeer auf Föhr aufbewahrt.

Teil des Mülls soll weiterverarbeitet werden

Ein Teil des gesammelten Mülls wurde mit aufs Festland genommen, um ihn in verschiedenen Upcycling-Projekten weiter zu verarbeiten.

"Für einen Augenblick ist dieses wunderschöne Gebiet frei von Meeresmüll und neonfarbenen Plastikfäden", so Angela Ottmann.