Schleswig-Holstein

Gericht stoppt Warnstreiks an drei Helios-Kliniken

Vor der Einfahrt zum Krankenhaus am Sund hängen Fahnen mit dem Logo der Unternehmensgruppe Helios-Kliniken (Symbolbild)

Vor der Einfahrt zum Krankenhaus am Sund hängen Fahnen mit dem Logo der Unternehmensgruppe Helios-Kliniken (Symbolbild)

Foto: Stefan Sauer / dpa

An drei Helios-Kliniken hat die Gewerkschaft Verdi kurzfristig zum Warnstreik aufgerufen. Doch die fanden ein vorzeitiges Ende.

Kiel. Sie kamen überraschend, und sie waren schnell wieder vorbei: Kurzfristig angesetzte Warnstreiks an drei Helios-Kliniken in Schleswig-Holstein sind nach einer Gerichtsentscheidung vorzeitig beendet worden. Ein Berliner Arbeitsgericht untersagte am Mittwoch nach Helios-Angaben den laufenden Warnstreik an der Ostseeklinik Damp. „Das ist eine Entscheidung, die folgerichtig und nicht überraschend war“, sagte Helios-Verhandlungsführerin Dorothea Schmidt. Anschließend beendete Verdi die Proteste auch an den Reha-Kliniken Damp und Schönhagen vorzeitig.

Für den Klinikbetreiber überraschend hatte die Gewerkschaft die Beschäftigten an den drei Standorten am Morgen zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. Allein im Frühdienst beteiligten sich bis zu 250 Beschäftigte an der Aktion, sagte die zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretärin Carina Schulz. „Wir wollen Helios nicht einfach aus der Nummer lassen.“ Die Gewerkschaft prüfe juristisch, wie sie in der Auseinandersetzung weiter vorgehen könne. Die Gewerkschafterin warf dem Unternehmen vor, Mitarbeitern der Rehaklinik Damp nach Ende des Warnstreiks des Hauses verwiesen zu haben.

Zu kurzfristige Ankündigung des Streiks

Helios dagegen warf der Gewerkschaft vor, zu kurzfristig über den Streik informiert zu haben. Die Streikankündigung sei erst am Mittwoch um 5.22 Uhr zugestellt worden, gut eine halbe Stunde vor Beginn der Aktion. „Ein unfassbares und rücksichtsloses Verhalten, dass wir in mehr als einem Jahrzehnt Tarifverhandlungen so noch nicht erlebt haben“, sagte Verhandlungsführerin Schmidt. Es habe keine Zeit für Vorbereitungen gegeben.

„Der heutige Streik verhärtet unnötig die Fronten; er dient niemandem und gefährdet das Wohl unserer Patienten, die das unüberlegte Handeln der Gewerkschaft letztlich auszuhalten haben“, sagte Schmidt. Das Unternehmen sei aber weiter bereit zu Verhandlungen am Donnerstag und am 4. Juni.

Verdi: Patienten waren nicht akut gefährdet

Verdi wies die Kritik des Unternehmens zurück. Der Warnstreik am Mittwoch sei eine spontane Aktion gewesen, sagte die Verdi-Sprecherin. „Es war ein voller Erfolg.“ Weil es sich um Reha-Klinken handelt, seien Patienten nicht akut gefährdet gewesen. „Dann fällt halt mal die Therapie aus.“

Nachdem das Arbeitsgericht Kiel am Montagabend auf Antrag der Helios-Kliniken eine einstweilige Verfügung gegen Warnstreiks erlassen hatte, war ein für Dienstag geplanter Warnstreik abgesagt worden.

Hintergrund des Streiks sind festgefahrene Tarifverhandlungen

Die Gewerkschaft wirft dem Unternehmen vor, auf einstweilige Verfügungen statt vernünftige Verhandlungsergebnisse zu setzen. „Die Beschäftigten sind stinksauer über das Verhalten der Arbeitgeber und wollen endlich an den Ergebnissen ihrer guten Arbeit partizipieren“, sagte der Leiter des Fachbereichs Gesundheitsdienst von Verdi Nord, Steffen Kühhirt.

Hintergrund des Warnstreiks sind der Gewerkschaft zufolge die festgefahrenen Tarifverhandlungen mit Helios Nord. An den Helios-Standorten in Mecklenburg-Vorpommern sollte am Mittwoch nicht gestreikt werden.