Herzogtum-Lauenburg

Brandanschlag auf Flüchtlingsheim – Nachbar festgenommen

Foto: Timo Jann

Die Polizei hat einen 37-Jährigen festgenommen. Er soll in Escheburg den Brandsatz in das Haus geworfen haben, in das sechs Iraker einziehen sollten.

Escheburg/Lübeck. Nach dem Brandanschlag auf einen Flüchtlingsunterkunft in Escheburgim Kreis Herzogtum Lauenburg hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen.

Ein Nachbar soll am 9. Februar den Brandanschlag auf eine noch unbewohnte Flüchtlingsunterkunft in Escheburg (Schleswig-Holstein) verübt haben. Die Polizei nahm den 37-Jährigen unter dringendem Tatverdacht fest. „Wir gehen derzeit von einer Einzeltäterschaft aus“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Lübeck, Ralf-Peter Anders, am Donnerstag. Als Motiv vermuten die Ermittler Fremdenfeindlichkeit. Der Mann soll spätestens an diesem Freitag einem Haftrichter vorgeführt werden.

Ermittler hatten am Tatort die Verschlusskappe eines Kanisters sowie ein abgebranntes Streichholz sichergestellt. Beide Gegenstände lagen vor einem beschädigten Fenster im Erdgeschoss des Hauses, durch das am 9. Februar ein Kanister mit brennbarer Flüssigkeit geworfen worden war. An beiden befanden sich DNA-Spuren des 37-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, das Ermittlungsverfahren „in kürzester Zeit zum Abschluss“ bringen zu wollen.

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) zeigte sich erleichtert über die Festnahme. Auf der anderen Seite habe er „einen großen Kloß im Hals“, dass ein Mann aus unmittelbarer Nachbarschaft der Täter sein solle. Der stellvertretende Bürgermeister David Oruzgani sagte: „Das ist ein Alptraum.“ Die Menschen in Escheburg seien geschockt, die schlimmsten Befürchtungen wahr geworden.

In das Haus in dem 3500-Einwohner-Ort sollten ursprünglich am Tag nach dem Brandanschlag sechs irakische Flüchtlinge einziehen. Sie wurden vorläufig in Gudow untergebracht. Das Haus in Escheburg wird derzeit wieder hergerichtet.