Husum

War es Notwehr? Polizist erschießt bewaffneten Mann

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Der Somalier soll zuvor ein Paar in dessen Haus in der Husumer Altstadt mit einem Messer angegriffen haben. Als er auf die Einsatzkräfte zustürmte, zog ein Beamter die Waffe.

Husum. Nach einer Messerattacke auf ein Paar in Husum hat ein Polizist den mutmaßlichen Täter erschossen. Der mit Messern bewaffnete Mann sei am Donnerstagabend auf die Beamten zugestürmt, teilte die Polizei in Flensburg mit. Ein Polizist zog seine Dienstwaffe und schoss – die Staatsanwaltschaft geht von Notwehr aus. Der Mann starb noch am Einsatzort.

Die Polizisten waren zu dem Haus in der Altstadt gerufen worden, nachdem es dort nach Zeugenangaben zu einem heftigen Streit zwischen dem Mann und dem ebenfalls dort lebenden Paar gekommen war. Der Mann soll das Paar mit einem Messer attackiert und verletzt haben. Die beiden Angegriffenen konnten aus dem Haus flüchten.

Der Getötete wird jetzt in Kiel obduziert

„Im Moment gehen wir zwingend von einer Notwehrsituation aus“, sagte der Sprecher der Flensburger Staatsanwaltschaft, Otto Gosch. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren. Es werde wegen eines Tötungsdelikts ermittelt. Der getötete Mann wurde zur Obduktion nach Kiel gebracht. Aus einem Ausweis gehe hervor, dass der Mann in der somalischen Hauptstadt Mogadischu geboren wurde. Wann, konnte Gosch nicht sagen. Er sei aber jüngeren Alters. Die Echtheit der Papiere werde noch geprüft.

Vor dem Angriff auf das Paar soll es einen Konflikt in dem Haus gegeben haben „Der Streit hatte seinen Ursprung zwischen dem Paar und dem späteren Angreifer, der dort ebenfalls wohnt“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. In welchem Verhältnis der Mann und das Paar zueinander standen, war noch unklar.

Es ist unklar, ob der Polizist einen Warnschuss abgegeben hat

Eine Zeugin hatte einen lauten Streit gehört und war nach eigener Aussage zusammen mit einer Freundin, die die Polizei alarmierte, auf die Straße gelaufen. Dort traf sie die bei der Attacke verletzte Frau an. Der verletzte Mann habe mit Hilfe ihrer Freundin und eines weiteren Mannes die Haustür zugedrückt, um den Angreifer im Haus aufzuhalten. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte diesen Ablauf im Grundsatz.

Mehrmals habe die Polizei dann den Angreifer aufgefordert, aus dem Haus zu kommen, sagte die Nachbarin zu shz.de. Schließlich sei er mit Messern bewaffnet herausgestürmt und es seien Schüsse zu hören gewesen. Ob der Polizist vor dem tödlichen Schuss eine Warnschuss abgegeben habe, sei offen, berichtete der NDR.

Die Husumer reagierten betroffen

Der Zwischenfall löste in der Stadt große Betroffenheit aus. „Es ist einfach schrecklich, wenn ein Mensch sein Leben verliert“, sagte Husums Bürgermeister Uwe Schmitz. Er fügte hinzu: „Den Polizisten, die dort ihre Waffe benutzen mussten, ist es sicher nicht leicht gefallen.“

( (dpa) )