Schiffsverkehr

Nord-Ostsee-Kanal soll Dienstleistungszentrum werden

| Lesedauer: 2 Minuten

Die zehnstündige Fahrt soll in Zukunft für Wartungsarbeiten genutzt werden können. Am Dienstag wird das Internetportal freigeschaltet, auf dem zunächst 20 Firmen ihren Service anbieten.

Kiel. Die acht- bis zehnstündige Fahrt ihrer Schiffe auf dem Nord-Ostsee-Kanal zwischen Kiel und Brunsbüttel können die Reedereien künftig besser nutzen. Zunächst rund 20 Firmen bieten umfangreiche Wartungsarbeiten und andere Dienstleistungen an, die sie an Bord erledigen wollen.

Das Angebot verspricht gleich mehrere Vorteile: Die Überfahrt wird effizienter genutzt, Liegezeiten und teure Werftaufenthalte können entfallen. Die länderübergreifende Initiative, ein Projekt des Maritimen Clusters Norddeutschland, startet an diesem Dienstag in Kiel. Zum Auftakt ist auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) dabei.

„Unser Endziel ist es, fünf Prozent der mehr als 30.000 Schiffe zu erreichen, die jährlich den Kanal passieren“, sagt Heino Schadwald vom Maritimen Cluster. Das wären 1500. Am Dienstag wird das Internetportal freigeschaltet, auf dem die Firmen ihre Leistungen anbieten. Interessierte Reeder können sich dann direkt an das jeweilige Unternehmen wenden und über das Portal auch Wünsche anmelden.

Servicepersonal ist nicht billig, aber Liegegebühren sind teurer

Zwar ist das Servicepersonal nicht billig, wenn es die zeitaufwendige Kanalpassage mitmacht. Aber wenn ein Schiff nicht fahren kann und Liegegebühren zu zahlen sind, wird es teuerer: Da allein das Absenken und Hochfahren im Dock 60.000 Euro kosten kann, fällt ein Tagessatz von 300 Euro für einen Monteur nicht so ins Gewicht.

Während der Kanalpassage könnten Spezialisten beispielsweise Nebenantriebsaggregate warten, Proben vom Ballastwasser entnehmen oder Öl reinigen. Die Zeit kann auch für Vermessungen genutzt werden, um den Einbau von Anlagen zur Abgasentschwefelung vorzubereiten. 2015 treten hier verschärfte Vorgaben in Kraft. Die Firmen wollen ihre Angebote auch bündeln, um sie für die Reedereien noch attraktiver zu machen.

Aus Sicht Schadwalds war vielen Reedern und Inspektoren bisher nicht klar, welche Möglichkeiten der Kanal für solche Arbeiten bietet. Auch spielten die Kosten inzwischen eine viel größere Rolle als früher. Weil die Frachtraten drastisch sanken, sei das Kostenbewusstsein der Reeder mittlerweile deutlich gestiegen.

( (dpa) )