Umzug der Schifffahrtsbehörde Nord

Empörung in Kiel - Ramsauer in der Kritik

Ein möglicher Umzug der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord von Kiel nach Bonn sorgt in Schleswig-Holstein für Empörung.

Kiel. Ein möglicher Umzug der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord von Kiel nach Bonn sorgt in Schleswig-Holstein für Empörung. In der Kritik steht besonders Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), in dessen Haus der Plan ausgearbeitet worden sein soll.

So sieht der Verkehrsexperte der CDU-Landtagsfraktion, Hans-Jörn Arp, zwar die Notwendigkeit einer Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. „Allerdings wäre es kurzsichtig, die Bundesbehörde voll auf die Verwaltung der Binnenschifffahrtswege zu konzentrieren“, sagte Arp am Dienstag in Kiel.

Er reagierte damit auf einen Bericht der „Kieler Nachrichten“, wonach am Rhein eine neue Behörde mit dem Schwerpunkt Binnenwasserstraßennetz aufgebaut werden solle. Eine kompetente Bundesbehörde im Norden mit dem klaren und eindeutigen Fokus auf Seeschifffahrt sei unverzichtbar, sagte Arp.

Grüne: Umzug macht keinen Sinn

Die FDP, Koalitionspartner der CDU in Schleswig-Holstein, ging Ramsauer hart an. Wenn der Minister „vorschlägt, eine neue Behörde in Bonn aufzubauen, um dort die Mitarbeiter der WSD Nord unter dem Schwerpunkt Binnenwasserstraßennetz einzugliedern, offenbart er eine erschreckende Inkompetenz“, sagte der Vorsitzende des FDP-Landesverbandes Schleswig-Holstein, Heiner Garg.

Der Verkehrsexperte der Grünen-Landtagsfraktion, Andreas Tietze, kritisierte, ein Abzug von der Küste ins Binnenland mache wenig Sinn, denn der Großteil des Verkehrs auf dem Wasser spiele sich in den Häfen von Nord- und Ostsee ab. Bei einem Umzug gingen außerdem viele qualifizierte Arbeitsplätze in Schleswig-Holstein verloren.

+++ Seegüterumschlag im Norden nimmt zu +++

Der Wirtschaftsexperte der Landtagsfraktion des Südschleswigschen Wählerverbands, Lars Harms, forderte Verkehrsminister Jost de Jager und Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (beide CDU) auf, „sich umgehend darum zu kümmern, dass dieser Blödsinn wieder vom Tisch kommt.“

Dem Zeitungsbericht zufolge sollen die Umzugspläne des Ministeriums im Juni der Öffentlichkeit vorgelegt werden.

(dapd/abendblatt.de)