Willkomm-Höft

Anleger marode: Elbfähre ab Wedel muss Betrieb einstellen

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Tour über die Elbe: Die Lühe-Schulau-Fähre fährt eigentlich das ganze Jahr über. Sie legt in Wedel am Willkomm-Höft an.

Tour über die Elbe: Die Lühe-Schulau-Fähre fährt eigentlich das ganze Jahr über. Sie legt in Wedel am Willkomm-Höft an.

Foto: Frederik Büll / Pinneberg

Zwangspause für die beliebte Fähre, die Passagiere in 25 Minuten über die Elbe bringt. Bis in den Dezember fällt die Verbindung aus.

Wedel. Passagiere, die von Wedel aus am Anleger Willkomm-Höft auf der Elbe in gut 25 Minuten bis ins niedersächsische Lühe schippern möchten, warten derzeit umsonst. Kein Schiff wird kommen. Die Lühe-Schulau-Fähre hat aktuell ihren Betrieb bis auf Weiteres eingestellt.

„Wegen Sanierungsarbeiten am Lüheanleger fällt ab dem 20. November bis voraussichtlich 8. Dezember der Fährverkehr aus. Wir bitten um Verständnis“, heißt es auf der Homepage des Unternehmens. Die marode Landungsbrücke am Anleger in Niedersachsen wurde abgebaut und wird in Stade wieder neu aufbereitet.

Elbe: Fähr-Kooperationspartner der Lühe-Schulau GmbH gab auf

Zuletzt hatte der Fähr-Kooperationspartner, der den Katamaran „Liinsand“ auf der Elbe einsetzte, aufgegeben, weil die Passagierzahlen nicht ausreichend gewesen sein sollen. Die Lühe-Schulau-Fähre, auf dem Motorschiff „Dat Ole Land II“ haben bis zu 250 Passagiere Platz, hatte aufgrund des extremen Ostwinds vor einem guten Monat den Winterfahrplan, der sonst im November beginnt, bereits ein wenig früher eingeleitet.

Unter der Woche legt die Fähre üblicherweise viermal täglich von Wedel aus nach Niedersachsen ab – eigentlich. Freitags käme noch ein zusätzlicher Termin dazu. An den Wochenenden und Feiertagen gibt es in der Wintersaison keine Touren. Während im Sommer „Dat Ole Land II“ auch von Touristen und Ausflüglern genutzt wird, sind es in den Wintermonaten größtenteils Berufspendler, die sich nun vorerst eine Alternative suchen müssen.

Berufspendler müssen sich eine Alternative suchen

„Die Pendler freuen sich auch, dass der Anleger endlich saniert wird, aber sie sind gleichzeitig enttäuscht, dass die Fähre jetzt gar nicht mehr fährt. Leider geht es aber nicht anders“, sagt Ute Bülau, Geschäftsführerin der Lühe-Schulau-Fähre GmbH. Denn: Auch der Anleger Stadersand in der Nähe ist sanierungsbedürftig.

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Der Fährbetrieb auf der Elbe und die damit verbundenen Kosten liegen in öffentlicher Hand. Die Stadt Wedel hält 20 Prozent der Anteile an der Lühe-Schulau-Fähre GmbH. Zu gleichen Teilen halten der Landkreis Stade, die Hansestadt Stade, die Samtgemeinde Lühe und die Gemeinde York Anteile an der Lühe-Fähre.

Fährbetrieb ist für die Gemeinden ein Minusgeschäft

Im Jahr 2022 lag das Defizit – auch aufgrund hoher Reparaturkosten des Schiffs und einer verkürzten Fahrzeit – bei circa 433.000 Euro. Ursprünglich war mit einem Defizit von 160.000 Euro kalkuliert worden. Wedel zahlte im Jahr 2022 55.000 Euro. Für das laufende Jahr ist der Anteil auf 74.400 Euro gestiegen.

Die Fähre wird im Frühjahr 2024 ihren Betrieb im Sommerfahrplan wieder aufnehmen. „Ende März geht es wieder los. Am 19. Februar ist das Schiff zur jährlichen Wartung wieder zwei Wochen in der Behrens-Werft in Hamburg“, erklärt Bülau. Vor Saisonbeginn 2023 waren dabei erhebliche Probleme festgestellt worden – der Saisonstart musste verschoben werden.

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