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VG „HaPi“: Heimauftakt nach gelungenem Saisonstart

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Frederik Büll
Volleyball VG Halstenbek-Pinneberg Saison 2022/23

Volleyball VG Halstenbek-Pinneberg Saison 2022/23

Foto: Frederik Büll

Drittliga-Volleyballer der VG Halstenbek-Pinneberg gewinnen 3:2 bei Warnemünde II – dieser Bann soll nun gebrochen werden.

Pinneberg.  Für Sven Klieme, Trainer der Drittliga-Volleyballer der VG Halstenbek-Pinneberg, heißt es Hochzeit statt Heimspiel. Er weilt als Gast bei einer Vermählung, während sein Team am Sonnabend, 1. Oktober, um 18 Uhr in der Pinneberger Jahnhalle (Richard-Köhn-Straße 75) gegen den Kieler TV II antritt. Gecoacht wird „HaPi“ diesmal von Christian Rieck. „Wir haben in der Vorbereitung im Test gegen Kiel II verloren und auch in der Vergangenheit alle Duelle. Bei dem Namen schrillen schon die Alarmglocken. Aber es sind alle Spieler bei uns an Bord und wir werden alles geben“, sagt Klieme. Bei der Halstenbeker und Pinneberger Gemeinschaft ist der angeschlagene Mittelblocker Philipp Ferner (Sprunggelenk) wieder einsatzbereit.

Die Kieler unterlagen zum Saisonauftakt den Dessau Volleys mit 0:3 und dürften dementsprechend hochmotiviert nach Pinneberg reisen. Die VG blickt ihrerseits auf einen gelungenen Saisonstart zurück. Den Auftakt beim SV Warnemünde II gewann das Klieme-Team mit 3:2 (25:20, 22:25, 26:24, 21:25, 17:15) und hat damit zwei von drei möglichen Punkten eingesammelt.

„Wir hatten einen stabilen Side-Out, gute Block- und Feldabwehr. Die Mannschaft konnte sich am Ende des Satzes absetzen“, so der 52 Jahre alte Coach. Als Side-Out wird die Annahmesituation beim Aufschlag des Gegners bezeichnet, bei der durch das Punkten das Aufschlagsrecht zurückgeholt wird. Im zweiten Satz erhöhte sich die Fehlerquote und der Gegner glich zum 1:1 aus. Anschließend besserte sich der Druck im Aufschlag. Auch die Mitten Phillip Ferner und Bent Mildner hatten mit ihren starken Angriffen Anteil am 26:24-Erfolg. Damit war der erste Punkt in der Saison 2022/23 durch den Satzstand von 2:1 gesichert. Insgesamt drei Punkte werden vergeben, ein 3:1 hätte das Maximum bedeutet.

Doch Satz vier war ein Rückfall in fehlerbehaftete Zeiten – 21:25. „Im anschließenden Tiebreak haben beide Teams noch einmal Vollgas gegeben und hielten ihre eigene Annahme. Keiner konnte sich wirklich absetzen“, sagte Klieme. Beim Stand von 13:14 wehrte „HaPi“ sogar einen Matchball ab und beendete dieses Duell erfolgreich mit ihrem zweiten Matchball zum 17:15. Als wertvollster Spieler wurde Zuspieler Magnus Sprockhoff auserkoren.

Drei Neuzugänge und Rückkehrer Sebastian Tanner verstärken den Kader

Der 19-Jährige ist neu im Kader. Er wechselte von der SVG Lüneburg II zum Klieme-Team. Der 18 Jahre alte Mittelblocker Bent Mildner – 1,98 Meter Körpergröße – geht ebenfalls diesen Weg, um als Talent weitere Schritte nach vorn zu machen und sich mittelfristig in Deutschlands dritthöchster Spielklasse zu etablieren.

Zurück in die Zukunft heißt es dagegen für Sebastian Tanner. 2019 wechselte der Außenangreifer und ehemalige Teamkapitän nach sechs Jahren beim Vorgängerverein VfL Pinneberg aus der 3. Liga in die 2. Bundesliga zum Kieler TV. Nun ist der im November 33 Jahre alt werdende Polizeibeamte wieder sportlich in der alten Heimat im Dienst. Jannik Graw (28), ebenfalls Polizist, ist ein weiterer Neuzugang. Er kann als 1,98 Meter großer Akteur auf der Diagonalposition oder im Mittelblock eingesetzt werden. Er kommt vom VCB Tecklenburger Land aus der Nähe von Osnabrück zur VG.

Wegen Corona war die die 3. Liga Nord in der Vorsaison in zwei Gruppen aufgeteilt worden, nach der Vorrunde belegte „HaPi“ Rang fünf von sieben Teams – in der folgenden Abstiegsrunde gab es in zehn Spielen sieben Siege. Platz zwei. Klassenerhalt. Ziel erreicht. In der Saison 2022/23 sind die Ansprüche höher. Es treten wieder elf Teams in der 3. Liga Nord an. „Wir möchten auf Platz fünf oder besser landen und in dieser Saison nichts mit dem Abstieg zu tun haben“, sagt Klieme. Der Kader sei in diesem Jahr sehr groß. 15 Akteure stehen im Kader, nur sechs davon können gleichzeitig auf dem Feld stehen. „Bei so vielen Spielern können wir auch besser auf mögliche Verletzungen reagieren“, meint der 52-Jährige, dessen Team Anfang August das gemeinsame Training aufgenommen hatte. Zuvor hat jeder Spieler nach einem individuellen Trainingsplan Kraft- und Konditionstraining absolviert. Vor allem auf der Außenposition hat Klieme die Qual der Wahl: Dort streiten sich mit Nils Sievers, Paul Müller, Florian Rapp, Malte Maßmann und Tanner gleich fünf Konkurrenten um einen freien Platz

Hinter vorgehaltener Hand wird das Duo Sievers und Tanner ligaweit als eines der besten auf der Außenangreifer-Position gehandelt. Das muss noch gezeigt werden. Diagonal-Akteur Florian „Colt“ Sievers scheint seine jahrelang regelmäßig auftretenden Schulterprobleme überwunden zu haben und bleibt trotz intensiver Belastung aktuell schmerzfrei.

Das Team verlassen hat Libero Christian Rieck (41), seit 2007 in Pinneberg Teil des Herren-Teams. Er wird nur noch für die dritte Mannschaft in der Bezirksliga auflaufen. Auch Tom Wollesen (Studium in den Niederlanden) ist nicht mehr dabei. Zudem kamen die Verantwortlichen und der Italiener Tommy Bernardi, der in Hamburg und seiner Heimat parallel Medizin studiert, überein, dass die Kombination aus leistungsambitioniertem Drittliga-Volleyball und intensivem Studium nicht passt – dem Zeitfaktor sei Dank. Bernardi steht nicht mehr im „Hapi“-Aufgebot. Zum Ende der Vorbereitung war die Mannschaft bereits zu einem Testspiel gegen die Kieler Zweitliga-Mannschaft angetreten. „Wir haben zwar 1:3 verloren, aber ich habe positive Eindrücke sammeln können“, sagte der VG-Trainer damals. Vor allem die beiden jungen Ex-Lüneburger Sprockhoff und Mildner waren zu jener Zeit bereits „mega gut“.

Dieser Trend bestätigte sich dann anschließend auch im ersten siegreichen Auftritt. Nun sollen gegen Kiel II entgegen dem bisherigen Trend aus diesen Vergleichen weitere Zähler hinzukommen.

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