Lotto-Pokal

Der Mann des Tages kann seinen Sieg nicht feiern

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Wolfgang Helm
Der Matchwinner im vollen Einsatz gegen seinen ehemaligen Verein: 1:0-Torschütze Pascal Haase (l., SVHR) im Duell mit dem Rugenbergener Taylan Güvenir.

Der Matchwinner im vollen Einsatz gegen seinen ehemaligen Verein: 1:0-Torschütze Pascal Haase (l., SVHR) im Duell mit dem Rugenbergener Taylan Güvenir.

Foto: Kalle Meincke / KBS-Picture

SVHR-Stürmer Pascal Haase trifft in Runde zwei gegen seinen Ex-Club SV Rugenbergen. Nach dem 2:0-Erfolg fährt er sofort in den Urlaub

Halstenbek.  Es war schon kurz vor Mitternacht, als der „harte Kern“ seiner Mannschaftsgefährten noch immer im Clubheim Liedgut zum Besten gab. Pascal Haase (27) saß da schon längst im Auto Richtung Schweiz, wo er mit seiner Verlobten Meike, die er am 1. Oktober heiraten wird, einen zweiwöchigen Urlaub verbringt. Der Stürmer der SV Halstenbek-Rellingen (Fußball-Landesliga) begab sich in dem wohligen Gefühl hinters Steuer, beim 2:0 (1:0) in der zweiten Runde des Lotto-Pokals über den SV Rugenbergen (Oberliga) der entscheidende Mann gewesen zu sein.

SVR-Coach Fischer hat Verständnis für den urlaubsbedingten Ausfall seines Kapitäns

August, es ist immer noch Ferienzeit. Michael Fischer, Trainer der unterlegenen Bönningstedter, bringt Verständnis auf: „Wenn du eine Familie hast oder fest liiert bist, kannst du das manchmal nicht anders einrichten.“ Tapfer hat der Appener deshalb den Ausfall seines Kapitäns Sven Worthmann, mit Sicherheit seit Jahren der wertvollste Akteur im SVR-Kader, ertragen.

Lange Zeit als zweitwichtigster Mann auf dem Platz beim SVR galt Pascal Haase, bevor er sich 2019 zum USC Paloma verabschiedete. 2020 wechselte er an den Jacob-Thode-Platz, und nun das. In der 41. Minute enteilte er nach einem Steilpass von Nico Gerber Gegenspieler Sascha Richert und überwand Patrick Hartmann zum 1:0. Damit nicht genug: In der dritten Minute der Nachspielzeit schlängelte Haase sich an Marcel Schöttke vorbei und schlug von links die Flanke, die der eingewechselte Nikolas Haker zum 2:0 nutzte.

Vor dem Treffer zum 1:0 vergibt Hasse eine Großchance

Haase sank auf die Knie und hatte kein Problem damit, dass ihn der Pulk jauchzender Mitspieler vor Freude fast erdrückte. Dabei war ihm der frühere HR-Abteilungsleiter Richard Peper in der 36. Minute richtig böse gewesen. „Den muss er machen, das war doch das sichere 1:0“, grollte „Ritchie“ nach einer von Haase vergebenen Großchance. Dann brachte dieser den Ball ja doch noch unter. Mit hoch gerissenen Armen wanderte Peper weiter. SVR-Sponsor Wolfgang Borchert traf eine Feststellung. „Typisch Pascal. Die 100-Prozentigen lässt er liegen. Die weniger guten Möglichkeiten verwandelt er.“

In der Anfangsphase bringt Marcel Schöttke seinen Ex-Club in Bedrängnis

Auffällig spielte zunächst Marcel Schöttke, der im Sommer den umkehrten Weg wie Haase genommen hatte und von der SVHR an die Ellerbeker Straße abgewandert war. In der 21. Minute prüfte er den sicheren HR-Keeper Mirko Oest, später am Tresen der lauteste Sänger, mit einem Scharfschuss. Dann war Schöttke noch an der Entstehung der Möglichkeiten für Marlon Stannies (zu schwacher Kopfball/23.) und Edouard Mesenholl (28.) beteiligt, bevor er wie die meisten Teamkollegen „abtauchte“.

Fischer und HR-Coach Heiko Barthel kamen zu derselben Ansicht. „Dieses Spiel war ein Spiegelbild der Pokalpartie vor einem Jahr.“ Am 9. August 2020 hatten sich beide Teams im Viertelfinale gegenübergestanden. Die Halstenbeker vergaben zunächst drei Topchancen und hatten am Ende 2:4 verloren.

SVHR träumt von Revanche im Finale gegen die Eintracht

Das dritte oder vierte Bier für die Sieger war gezapft, als Mirko Oest eine weitere Revanche ins Auge fasste. „Nochmal ins Pokal-Finale gegen Eintracht Norderstedt einziehen, dann aber gewinnen; das wäre das Allergrößte.“ 2017 hatte der Schiedsrichter die Halstenbeker im Finale um den Erfolg über Eintracht gebracht, das ist nicht vergessen.

Michael Fischer wiederum, äußerlich gefasst, hat sich die Akteure gemerkt, die ihn diesmal besonders enttäuschten. Nur der fleißige Marlon Stannis genügte seinen Vorstellungen. Die frühere HR-Abwehrkante Heiko Waschatz trat vorzeitig den Heimweg an und konnte sich nur wundern. „Immer langer Hafer vom SV Rugenbergen auf diesem nassen Boden, das geht gar nicht.“

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