Preisverleihung

Sportjugend des VfL Pinneberg gewinnt den Stern des Sports

Überrascht und glücklich: Jana Glindmeyer (Sportjugend des VfL) hat von Uwe Augustin (l., VR Bank in Holstein) und Sönke-Peter Hansen (Kreissportverband) den ersten Preis in Empfang genommen.

Überrascht und glücklich: Jana Glindmeyer (Sportjugend des VfL) hat von Uwe Augustin (l., VR Bank in Holstein) und Sönke-Peter Hansen (Kreissportverband) den ersten Preis in Empfang genommen.

Foto: VR Bank

Kinderschutzprojekt des Breitensportvereins erhält Trophäe des Ortsentscheids. Beitrag ist ein Beratungs-Comic zum Thema Missbrauch

Pinneberg.  Wie sich ein freudiger Schrecken anfühlt, das kann Jana Glindmeyer jetzt nachempfinden. Die Sportjugend-Vorsitzende und Kinderschutzbeauftragte im VfL Pinneberg wusste zwar, als sie sich mit vier weiteren Kandidatenvertretern und dem Jury-/Ehrungsteam für die „Sterne des Sports“ in den Räumen der VR Bank in Holstein am Drosteiplatz einfand, dass sie einen Preis erhalten würde. „Aber dass es der erste Platz ist, dass wir diese tolle Prämie für unsere Arbeit erhalten und nun im Landesfinale stehen, damit hätte ich nie gerechnet“, sagte die 35-Jährige, auch nach Tagen immer noch perplex.

Jedes Jahr zeichnen die VR Bank in Holstein mit ihrer Bürgerstiftung und der Kreissportverband Pinneberg Vereine aus, „die durch ihr gesellschaftliches Engagement überzeugen“, wie Uwe Augustin, Jurymitglied und Vorstand der VR Bank in Holstein, die Zielsetzung der „Sterne des Sports“ umschreibt.

Zwölf Vereine hatten die kurze Bewerbungsspanne vom 1. Mai bis 30. Juni genutzt, ihre Projekte für den Ortsentscheid einzureichen. Die fünf Bestplatzierten (SC Pinneberg, Barmstedter MTV, der Elmshorner Schachclub für seinen interkulturellen Schachtreff, Schützenverein Tornesch und VfL) wurden ins VR-Bank-Studio eingeladen, von dort ging die Ehrung per Livestream an die Internetgemeinde.

„Ich habe mir die anderen Beiträge angesehen; insbesondere die Tornescher Sportschützen haben mich beeindruckt. Die haben den Schießsport für Blinde eröffnet“, sagte Jana Glindmeyer. „Für mich war klar, dass die gewinnen. Aber als die Plätze fünf bis drei vergeben waren und bei zwei Tornesch kam, hat mich das wie ein Schock getroffen, ehe die Freude einsetzte.“ Freude über eine Siegerurkunde, die bronzene Sterntrophäe und 2500 Euro Geldprämie.

Für den VfL Pinneberg hatten sich mit Glindmeyer die stellvertretenden Sportjugendvorsitzenden Meike Dreher und Olaf Mai sowie Claudia Hartmann als grafische Umsetzerin mit dem Comic-Flyer „Stopp! Nicht mir mir!“ ins Zeug gelegt. Das Liporello mit Seiten im Postkartenformat stellt in eingängigen, jugend- und kindgerechten Worten und Bildern Szenen dar, mit denen sich Kinder konfrontiert sehen könnten.

Zwölfseitiger Beratungscomic überzeugt die Sterne-Jury

„Wir wollen Kindern dabei helfen, diese Situationen richtig einzuschätzen, ob ihr Kontakt mit Trainern, Betreuern oder anderen Jugendlichen in dem Moment so richtig läuft oder ob sie das nicht hinnehmen sollten“, beschreibt Glindmeyer den Inhalt des zwölfseitigen Faltblatts. Für letzteren Fall ermutigt das VfL-Team die Kinder und Jugendlichen ausdrücklich dazu, aufzubegehren.

Nicht nur für Jana Lindmeyer, auch für VfL-Geschäftsführer Uwe Hönke ist die Aktion „Stopp“ Nicht mit mir!“ eine Herzensangelegenheit. „Wir müssen als Verein über den Tellerrand hinausschauen und betrachten uns ja auch nicht als reiner Sportanbieter“, sagt Hönke. „Uns werden von den Eltern ihre Kinder anvertraut. In dem Moment übernehmen wir als Verein enorme Verantwortung dafür, dass sich Kinder bei uns nicht unwohl fühlen. Solidarität und Gemeinschafts­gefühl sind da wichtige Stichpunkte.“

Hönke betont, das diese Fürsorgepflicht weit über den Bereich der einfachen Prävention gegen Missbrauch hinausgehe, wie dieser in den letzten Jahren bundesweit immer wieder in den
Medien beschrieben worden ist. „Missbrauch hat schließlich nicht nur eine sexuelle Komponente. Beleidigungen oder Mobbing untereinander sind auch Probleme, unter denen Kinder sehr leiden, wenn sie diesen zum Opfer fallen.“

Eine Ansicht, der sich die Sterne-Jury nun angeschlossen hat. In Kürze soll das Ergebnis des Landesentscheids um den silbernen Stern verkündet werden. „Hoffentlich noch vor Ende November“, sagt Jana Lindmeyer schmunzelnd. „Ich bekomme bald mein Kind, würde aber gerne bei der Verleihung noch dabei sein – egal, wie wir dann abschneiden...“