Pinneberg
Basketball

Nun auch amtlich: Saison des SC Rist Wedel ist beendet

Der Kroate Matej Jelovcic ist in Wedel geblieben und arbeitet beim Rist-Sponsor Bauzentrum Lüchau.

Der Kroate Matej Jelovcic ist in Wedel geblieben und arbeitet beim Rist-Sponsor Bauzentrum Lüchau.

Foto: Frederik Büll

Pro-B-Männerteam bestreitet keine Play-off-Spiele mehr. Dennoch gibt es dank vorsichtiger Etat-Planung keine finanziellen Sorgen

Wedel.  „Meine derzeitige Beschäftigung mit Basketball hält sich in Grenzen. Natürlich müssen wir an die nächste Saison denken, aber oberste Priorität hat das gerade einfach nicht“, sagt Christoph Roquette. Wegen der Corona-Krise ist die Saison in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B beendet worden – bevor die Play-offs, für die sich der SC Rist Wedel als Tabellensechster nach dem Ende der Hauptrunde qualifiziert hatte, überhaupt starten konnte.

„Die Saison zu beenden und die Abschlusstabellen zu werten, ist die beste Lösung“, meint Rist-Sportdirektor Christoph Roquette. Die Bewältigung der aktuellen Lage sei das Wichtigste. „Die Entscheidung war richtig. Es geht jetzt um mehr als Sport. Es ist für alle Beteiligten schade, denn Playoffs sind immer das Schönste. Aber unter den Umständen können wir das alle verstehen“, sagt auch Rist-Cheftrainer Benka Barloschky.

Möglicherweise gibt es in der Serie 2020/2021 kein Derby gegen Itzehoe

Es gibt keine Absteiger aus der Pro B in die Regionalligen, der Erste der Südstaffel – Eichingen – und der Erste aus der Nordstaffel, die Itzehoe Eagles, dürften aufsteigen, sofern sie das Recht wahrnehmen möchten. Falls die weiteren Entwicklungen eine Saison 2020/21 zulassen, könnten den Wedelern damit zwei reizvolle Derbys entgehen.

Finanziell steht der Wedeler Basketball-Club auf soliden Beinen. Auch diese Saison war vorab unter Einbezug des Worst-Case-Szenarios (Abstiegsrunde) und Best-Case-Szenario (Finalteilnahme in den Play-offs) konservativ kalkuliert worden. Fehlende Zuschauereinnahmen stehen eingeschränkten Personalkosten gegenüber. „Dass die Saison nun sechs Wochen früher vorbei ist, macht in unserem Fall nicht so viel aus. Die finanzielle Lage ist solide“, so Roquette.

Topscorer Jalen Ross ist vergangenen Mittwoch in die USA zurückgekehrt

Spielmacher Jalen Ross, mit im Schnitt 15,7 Punkten pro Partie bester Rist-Scorer, ist am vergangenen Mittwoch zurück in seinen Heimatort Bowie (US-Bundesstaat Maryland) gereist. Der Kroate Matej Jelovcic – der verletzungsbedingt 14 von 22 Spielen spielte und dabei 7,6 Zähler im Mittelwert erzielt hat – ist hingegen in Wedel geblieben; er arbeitet im Lager beim Rist-Sponsor Bauzentrum Lüchau. Die meisten Spielerverträge sind ausgelaufen.

Die Planung des neuen Kaders wird sich noch länger hinziehen

Welche Spieler aus dem aktuellen Kader könnten beim SC Rist auch in der kommenden Saison auflaufen? „Es gibt bei einigen Optionen, die wir ziehen könnten. Aber das wollen wir in aller Ruhe mit den Jungs direkt besprechen. Für Neuigkeiten oder Tendenzen ist es noch viel zu früh“, sagt Roquette. Üblicherweise gibt es mit Saisonende ausführliche Gespräche mit den Spielern und dem Trainerteam, um das Geschehen ausgiebig zu analysieren. Mit Ausnahme von Telefonkonferenzen und sporadischen Gesprächen über andere Plattformen ist in diesem Bereich noch nicht all zu viel passiert. Die Büroräume des SC Rist werden ebenfalls kaum noch genutzt.

Die Hanau White Wings, als Dritter der Südstaffel Play-off-Gegner der Wedeler, hatten auf Facebook vorgeschlagen, diese Achtelfinal-Serie als Vorbereitungsspiele in der Sommerpause zu gegebener Zeit doch noch auszutragen. Es wäre zumindest eine nette Idee.