Pinneberg
Handball

Per Zwei-Jahres-Plan soll es Richtung Hamburg-Liga gehen

Trainer Marcus Schwarzer, hier noch für den TSV Ellerau in Aktion, gibt viel, erwartet aber auch viel von seinem Team.

Trainer Marcus Schwarzer, hier noch für den TSV Ellerau in Aktion, gibt viel, erwartet aber auch viel von seinem Team.

Foto: Thomas Maibom

Marcus Schwarzer trainiert seit dem Frühjahr das Männerteam von Holstein Quickborn. Der Coach ist der Bruder von DHB-Ikone Christian Schwarzer

Quickborn.  Nach drei Pleiten zum Saisonstart scheinen die Männer des TuS Holstein Quickborn in der Hamburger Handball-Landesliga die Kurve zu bekommen. Gelänge am Sonntag (20. Oktober, 16 Uhr) ein Erfolg beim dritten Team des FC St. Pauli (3./5:3 Punkte) hätte sich das Team des neuen Trainers Marcus Schwarzer, der in den ersten Wochen mit enormen Personalsorgen zu kämpfen hat, im Mittelfeld der Tabelle etabliert.

Im Handballsport bürgt der Name Schwarzer für Qualität. Auf der internationalen Handball-Bühne war es Christian Schwarzer, der zwischen 1980 und 2008 insgesamt 318 Spiele für die deutsche Nationalmannschaft bestritten hat und dabei 965 Tore erzielte. 2007 krönte er seine Karriere mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft im eigenen Land.

Der 1,98 m große Kreisläufer, der 1969 in Braunschweig geboren wurde und in Bergedorf aufwuchs, feierte auch mit dem VfL Fredenbeck, dem TV Niederwürzbach, dem FC Barcelona, dem TBV Lemgo und den Rhein-Neckar-Löwen auf Vereinsebene formidable Erfolge, ehe er als gelernter Reiseverkehrskaufmann eine Trainerkarriere einschlug und im Juli 2009 die Stelle als Jugend-Koordinator und Nachwuchs-Jugend-Bundestrainer beim Deutschen Handball Bund annahm. Ende 2015 verließ Schwarzer den DHB und arbeitet seitdem als Jugend-Koordinator und Jugendtrainer beim saarländischen Handballverband.

Anders als bei seinem Bruder Christian blieb die Karriere beim ein Jahr älteren Bruder Marcus regional begrenzt, der gelernte Kaufmann, lange Jahre beim Axel-Springer Verlag im Anzeigengeschäft tätig, lebt heute mit Frau Maike und Tochter Mila, die sich dem Trampolinturnen verschrieben hat, in Langeln, einem kleinen Dorf im Kreis Pinneberg.

Nur in den ersten Jahren spielen die Brüder gemeinsam

Fast wäre es gar nichts geworden mit der Handball-Karriere des jüngeren Schwarzer-Bruders, der im Jugendalter gleichzeitig in Hamburgs höchster Liga Hand- und Basketball bei der TSG Bergedorf betrieb. „Irgendwann war es dann Handball“, erinnert sich Marcus Schwarzer, dem Insider wie seinem Bruder eine große Karriere vorhergesagt hatten, „weil er das Spiel taktisch wie kaum ein anderer verstanden“ hatte und seine Mitspieler schon früh gekonnt in Szene setzen konnte.

In den ersten Jahren spielten die Brüder noch gemeinsam bei der TSG Bergedorf, später folgte der Wechsel zum Handballteam Hamburg in die Hansestadt, ATSV Stockeldorf, TSV Ellerbek, HSG Henstedt-Ulzburg und der Norderstedter SV waren weitere Stationen des Handballspielers Marcus Schwarzer, der früh von Verletzungen geplagt wurde.

Als er sich bei der aufstrebenden HSG Henstedt-Ulzburg 2003 zum dritten Mal die Schulter auskugelte, reifte der Entschluss, den Platz auf dem Spielfeld mit der Trainerrolle am Spielfeldrand zu tauschen. Auf Empfehlung seines Mentors Olaf Knüppel (Henstedt-Ulzburg) heuerte Schwarzer beim Norderstedter SV an. Es folgten Engagements bei der SG Hamburg Nord und beim TuS Aumühle, ehe es ihn zum TSV Ellerau verschlug. Dort quittierte er den Dienst, weil sich die Leistungsbereitschaft der Mannschaft nicht mit dem Engagement des Trainers vereinbaren ließen.

Seit 2019 ist Schwarzer nun beim TuS Holstein Quickborn angekommen. Nach einem erfolgreichen „Feuerwehrjob“, als er in den letzten sechs Saisonspielen den Klassenerhalt sicherte, will Schwarzer nun beim TH Quickborn gemeinsam mit Co-Trainer Marcos Luarte Correas etwas aufbauen.

Der Start in die Saison 2019/2020 misslang gründlich. Die ersten drei Partien in der Landesliga-Gruppe 1 gingen verloren. „Das hat uns nicht umgeworfen. Wir hatten enormes Verletzungspech und Ausfälle wichtiger Spieler aus beruflichen und privaten Gründen“, sagte Schwarzer, dessen Team im Kellerduell gegen die zweite Mannschaft des TuS Esingen einen überzeugenden 26:17-Sieg folgen ließ.

„Unser Kader ist ziemlich dünn, wir freuen uns über Zuwachs“, sagt der Coach und spricht von von einem Zwei-Jahres-Plan. Im ersten Jahr gelte gerade nach dem Fehlstart, sportlich schnell wieder in ruhiges Fahrwasser zu gelangen und Punkte für den sicheren Klassenerhalt zu sammeln. Parallel dazu wollen Trainer und Verein Grundlagen schaffen, um in die Hamburg-Liga aufzusteigen und dort auch bestehen zu können.