Pinneberg
Wedel

Schon sechs Siege: Rist Wedel nimmt Kurs auf Play-offs

Nach 13 von 22 Partien gehen die Zweitliga-Basketballer als Tabellensiebter in die Winterpause der Pro B. Der Nachwuchs überzeugt

Wedel. Die Zweitliga-Basketballer des SC Rist Wedel können in diesem Jahr mit einem guten Gefühl die Füße hochlegen und Weihnachten feiern. Nach dem 72:64-Sieg am 13. Spieltag der Pro B gegen den FC Schalke 04 liegt das Team von Headcoach Felix Banobre mit zwölf Punkten auf dem siebten Tabellenrang. „Nach den beiden Siegen vor Weihnachten liegen wir voll im Soll und auf einem Play-off-Platz“, sagt Christoph Roquette, sportlicher Leiter der „Risters“.

Im vergangenen Jahr hatten die Wedeler zum gleichen Zeitpunkt lediglich drei Siege und neun Niederlagen. Zwischenzeitlich musste der SC Rist sogar acht Pleiten in Folge verdauen. Das Ende ist bekannt: Erst in der Abstiegsrunde der vier letztplatzierten Clubs konnte die vom ehemaligen Coach Michael Claxton betreute Mannschaft den Abstieg in die 1. Regionalliga verhindern. Nach einem großen Umbruch im Kader und mit neuem Trainer wurde das Saisonziel Play-offs formuliert.

Und derzeit sieht es tatsächlich nach einer sorgenfreien Spielzeit aus. „Es gab ein zwischenzeitliches Tief mit vier Niederlagen in Serie, aber so etwas gibt es eben auch mal im Laufe einer Saison. Insgesamt sind wir mit der Arbeit von Felix und der Entwicklung des Teams zufrieden“, erklärt Roquette.

Schließlich ist der Trainerjob in Wedel vielfältig und erfordert vor allem ein Händchen für Kommunikation und Koordination. „Felix hat sich an Wedel gewöhnt und die Zusammenarbeit mit den Hamburg Towers und den Nachwuchsbundesligateams verinnerlicht.“ René Kindzeka, Moritz Hübner, Marius Behr, Leon Bahner und Lars Kamp, der bisher dreimal in Wedel zum Einsatz kam, spielen mit einer Doppellizenz auch beim Hamburger Pro A-Verein.
Jacob Ritter, Jürgen Rich, Nick Koldehoff, Marcel Hoppe und Tobias Möller sind auch Teil der Piraten Hamburg.

Chefcoach Banobre reiste indes
bereits am Montag in seine spanische Heimat La Coruña. Beinahe mantra-artig wiederholt er nach jeder Partie, dass der SC Rist „seine Identität“ finden müsse und der Teamgedanke über allem stehe. „Wir müssen einfach weiterarbeiten. Schritt für Schritt, Spiel für Spiel“, sagt Banobre. Die Rist-Akteure kommen bereits am 27. Dezember zum ersten Mannschaftstraining wieder zusammen, der Spanier ist einen Tag später mit von der Partie.

Auch wenn die Aussage Banobres nach dem ersten Hören plattitüdenhaft wirkt: Nachlässigkeiten dürfen sich die „Risters“ nicht erlauben. Den Sechsten Schalke 04 (zwölf Punkte) und den Zehnten Stahnsdorf (acht) trennen nur zwei Siege. Wolfenbüttel (sechs) und Schlusslicht Recklinghausen (vier) rangieren dahinter. „Unsere Niederlagen gegen Stahnsdorf und zu Hause gegen Recklinghausen taten schon weh“, gibt Roquette zu. Zumal in der Liga bei Punktgleicheit der direkte Vergleich aus Hin- und Rückspiel noch vor dem Korbverhältnis ausschlaggebend für die Platzierung ist. „Ich rechne auch damit, dass Itzehoe und Rostock noch aufdrehen werden“, warnt Roquette.

Mit der Zusammenstellung des
Kaders ist der Sportchef zufrieden: „Wir hatten wieder mit einigen Verletzungen zu kämpfen, aber dann sind eben andere in die Bresche gesprungen.“ Man habe nach Roquettes Meinung darauf geachtet, dass es im Team „echte Spezialisten gibt und nicht zu viele Allrounder, die von allem nur ein bisschen können.“

Innenspieler Leon Bahner wird nach seiner Sprunggelenksverletzung voraussichtlich Ende Januar wieder einsatzbereit sein. Nachverpflichtungen sind kein Thema. Nach Bahners Ausfall gab es Überlegungen, noch jemanden für die Centerposition zu holen. Doch Ritter (18) arbeitete fleißig unter den Körben, wenn Stammkraft Aurimas Adomaitis eine Pause brauchte. „Auch die Entwicklung von den anderen jungen Spielern wie Jürgen, Moritz oder Marius ist super. Zudem hat René Kindzeka einen Riesensprung gemacht“, sagt Christoph Roquette.

Jeder eingesetzte Wedeler stellt sich in den Dienst der Mannschaft.
Die Last des Scorings ist auf mehrere Schultern verteilt. Der Ball wird im Angriff solange gepasst, bis jemand eine Lücke erkennt und abschließt – oft aus der Ferndistanz. In der Nordstaffel geben die Wedeler die meisten Dreier-Versuche ab (360).

Topscorer ist René Kindzeka mit 13,4 Zählern im Schnitt pro Partie. Es folgen Will Barnes (13,2), Steffen Kiese (12,4) und Lars Kamp (11), die ebenfalls im zweistelligen Bereich liegen. Ein Sonderlob von Roquette erhält Routinier Jens Hirschberg, der eine „Top-Saison“ spielt. Gerade in den engen Phasen einer Partie beweist der Power Forward Nervenstärke im Abschluss. Das nächste Pflichtspiel steht für die Wedeler am Sonnabend, 7. Januar, an. Der Tabellensiebte, der das Hinspiel Anfang November in der Steinberghalle 76:85 verlor, gastiert bei Spitzenreiter Lok Bernau.