Pinneberg
Rollkunstlauf

Ein Sport mit künstlerischer Komponente

Die jungen Rollkunstläuferinnen des Wedeler TSV konnten beim diesjährigen Elbe-Pokal einige Trophäen abräumen

Die jungen Rollkunstläuferinnen des Wedeler TSV konnten beim diesjährigen Elbe-Pokal einige Trophäen abräumen

Foto: privat / HA

Beim Wedeler TSV ist auf Rollschuhen aber auch Schwung gefragt. Die Geschwister Nelly und Laila Ebrahimi zählen zu den Besten im Land.

Wedel.  Eigentlich sollte es ein anderer Sport werden. Nelly Ebrahimi, 15, hatte als Kind im Fernsehen Eiskunstlaufen gesehen. „Das wurde damals nur in Hamburg angeboten, und meine Mutter hat es mir nicht erlaubt“, sagt die Wedelerin. „Dann habe mich für etwas entschieden, das so ähnlich ist. Nur eben ohne Eis.“ Seit nunmehr siebeneinhalb Jahren ist Ebrahimi Rollkunstläuferin beim Wedeler TSV.

Den Wunsch statt auf Rollschuhen Kunststücke auf Schlittschuhen zu vollführen, hegt die Schülerin derzeit nicht: „Ich bin damit zufrieden, wie es gerade ist. Ich habe es mal getestet. Auf dem Eis ist es ein ganz anderes Gefühl.“

Auch ihre Schwester Laila, 11, begann mit vier Jahren mit dem Rollsport. „Mittlerweile läuft auch unsere Mutter aus Spaß mal bei den Erwachsenen im Training mit“, sagt Laila Ebrahimi. Auf Landesebene konnten die Ebrahimis bei Wettbewerben schon einige Siege und vordere Plätze erringen.

Auch beim 14. Elbe-Pokal, der mit 175 nationalen Aktiven sowie zehn Startern aus Estland und 15 aus Dänemark in der Sporthalle Bergstraße lief, landeten die Geschwister ganz oben auf dem Treppchen. Die Ältere (Nelly) siegte nach einem gelungenen Kurzprogramm und einer sehenswerten Kür in der A-Klasse der Schüler. Laila, die Jüngere, wurde nach ihrer Kür, die einige Doppelsprünge und Pirouetten enthielt, ebenfalls Erste. Sie erhielt die besten Noten und setzte sich gegen fünf Starterinnen aus Dänemark, Schleswig Holstein und Niedersachsen durch. „Mir gefällt am Rollkunstlauf, dass man durch intensives Training recht schnell Erfolge erzielt“, sagt Nelly Ebrahimi, die in Rissen aufs Gymnasium geht. Zwischen drei und fünfmal die Woche trainieren die Mädchen.

25 Mitglieder hat die Rollsportsparte des Wedeler TSV heute. Auch fünf Erwachsene sind dabei. Im Verein besteht diese Sparte seit 1973. Trainer ist Detlef Stubbemann, 56, der selbst lange aktiv auf Rollschuhen unterwegs war und bereits 1974 mit dem Rollkunstlaufen anfing. Seit nunmehr 16 Jahren gibt er in Wedel seine Erfahrungen an seine Schützlinge weiter.

„Rollsport hat diese künstlerische Komponente. Der ganze Körper wird beansprucht, aber man braucht auch Grips. Sonst kommt es schnell zu Stürzen“, so Stubbemann. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass der Wettbewerb Elbe Pokal in der norddeutschen Rollsportszene zu einer festen Instanz geworden ist. Von der ersten bis zur 14. Auflage hat der Elmshorner jede Veranstaltung begleitet. „Die ersten Planungen beginnen meist schon im Mai. Es ist gar nicht so leicht, Wertungsrichter zu finden.“

Der Vorsitzende Bastian Schau kam durch seine Tochter zum Rollsport

Erst seit einem Jahr ist Bastian Schau mit von der Partie. Seine Tochter Senay Schlegel, die in der Anfänger Klasse Mädchen 2.2 in diesem Wettkampf Zweite von neun Starterinnen wurde, begann Anfang 2014 mit dem Rollkunstlauf. Matthias Dugaro, mittlerweile Vorsitzender des Gesamtvereins, gab damals den Posten auf, Schau ließ sich nach einer längeren Bedenkzeit darauf ein.

„Vor 20 Jahren bin ich mal Inline-Skates gelaufen. Rollschuhlaufen kann ich nicht“, sagt der 29-Jährige. Und dennoch geht er mit viel Ehrgeiz und Fleiß an diese Aufgabe heran. „Ich möchte diesen Sport etwas bekannter machen.“ Demnächst wird es auch eine neue Homepage der Wedeler Rollsportler geben. Dominiert Rollsport von der weiblichen Zunft. Bis vor kurzem gab es noch einen Jungen im Wedeler TSV. Doch dieser hat den Verein verlassen.

„Ich denke, dass es auch eher ein Sport für Mädchen ist und auch bleiben wird. Die Glitzerkleidchen sind doch eher ihre Welt“, sagt der Vorsitzende, der wie Stubbemann mit dem Verlauf des Elbe-Pokals sehr zufrieden war. Etwa 700 Besucher kamen an zwei Veranstaltungstagen in die Sporthalle an der Bergstraße, um die Musikküren der Rollsportler in ihren farbenfrohen Kostümen zu bestaunen.

Jolie Sydney Krippahle belegte beim „Heimspiel“ in der Klasse der Anfängerinnen (Mädchen 1.2) den ersten Platz. Zwei Wedeler Läuferinnen konnten in der Gruppe Anfänger Mädchen 3.1 unter zwölf Aktiven Richtung Podest rollen. Lara Christin Lorandt wurde Zweite, Sophie von Westarp Dritte. In der Gruppe 3.2 der Anfänger landete Inga Schleef auf dem dritten Platz. In der Teamwertung verpassten die Wedelerinnen knapp einen der drei Spitzenränge und wurden Vierte.