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Ellerbek steht vor dem Umbruch

Nach der Kündigung von Timo Jarama wird ein neuer Frauen-Trainer gesucht. Handballmänner feiern vierten Sieg in Folge

Ellerbek/Tornesch . Die Zeichen stehen bei den TSV-Handballerinnen auf Klassenerhalt in der Oberliga. Doch schon bald werden die Spielerinnen einen neuen Trainer brauchen. Timo Jarama hat sein Amt zum Saisonende nach drei Spielzeiten beim TSV Ellerbek zur Verfügung gestellt. Die Kündigung Jaramas, 32, der zur SG Niendorf/Wandsetal in die Hamburg-Liga wechselt, liegt den Verantwortlichen des Ellerbeker Frauen-Managements bereits seit mehreren Wochen vor. Die Suche nach einem Nachfolger läuft im Hintergrund ebenfalls schon seit diesem Zeitpunkt. Jarama will nach eigener Ausssage, auch aus beruflichen Gründen, etwas kürzertreten.

Timo Jarama betreibt bei seiner Tätigkeit in Ellerbek stets einen hohen Aufwand. So bereitet er unter anderem seine Spielerinnen akribisch mit Video-Analysen auf den jeweiligen Gegner vor. Unterdessen gewannen die Ellerbekerinnen das Heimspiel gegen die HSG Jörl-Doppeleiche Viöl 32:24 (16:15). „Es war die beste Saisonleistung meiner Mannschaft. Im Gesamtbild hat es einfach gepasst“, sagte der Noch-Trainer nach Spielende.

Zu Beginn lag das Heimteam noch mit 2:7 hinten. Die Abwehr war zu passiv, im Angriff leisteten sich die Ellerbekerinnen zu viele einfache Ballverluste. Nach einer Auszeit Jaramas holte der TSV zum Gegenschlag aus und kam über ein 11:11 zur knappen Halbzeitführung. In der Folge übernahmen seine Schützlinge durch einen 11:1-Lauf vollends das Kommando (30:20) und holten zwei wichtige Punkte im Abstiegskampf. Ellerbek hat noch drei Spiele vor der Brust und in der Tabelle sechs Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, der derzeit vom FC St. Pauli belegt wird. Die Hamburger haben noch vier Begegnungen zu bestreiten. „Wir schauen nicht auf die anderen, sondern wollen aus eigener Kraft den Klassenerhalt sicherstellen“, so Jarama. Nun haben die Verantwortlichen erst einmal Zeit, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Erst am Sonntag, 19. April, geht es für den TSV Ellerbek mit einem Heimspiel gegen den SC Alstertal-Langenhorn weiter.

Der TuS Esingen steht in derselben Spielklasse derweil bereits als Absteiger fest. Der lockere 25:19-Erfolg gegen den Tabellenletzten TuS Lübeck 1876 bedeuten allerdings immerhin zwei weitere Punkte für die Moral der Mannschaft.

„Es war kein gutes Spiel, von beiden Mannschaften nicht“, so Trainer Jan-Henning Himborn. Zur Halbzeit stand es zwischen dem Tabellenvorletzten und dem Schlusslicht aus Lübeck 11:11. Die Lübecker warfen die nächsten drei Tore. „Ich habe eine Auszeit genommen und taktisch umgestellt. Danach lief es gut“, so der Coach. Zeitweise hätten seine Spielerinnen in der Offensive einige Chancen liegen gelassen, so dass sie – trotz einer guten Abwehrleistung – noch nervös wurden. In der Schlussviertelstunde machte der TuS den „verdienten Sieg“ dann aber perfekt. Die Zukunft des Teams liegt in der Hamburg-Liga. „Wir wollen eine schlagkräftige Truppe aufstellen“, so Himborn, der die Mannschaft aller Voraussicht nach auch in der kommenden Spielzeit trainieren wird.

In der Männer-Oberliga kann der TSV Ellerbek den vierten Sieg in Folge feiern: Das Team von Spielertrainer Dennis Lißner gewann auswärts beim Tabellenschlusslicht TV Fischbek 26:23. „Es ist in dieser Spielzeit häufig so, dass wir uns dem schwächeren Spielniveau des Gegners anpassen“, so Lißner. Die Spieler hätten viel dafür getan, „diese Partie zu verlieren“. „Das einzig Positive ist, dass wir trotzdem noch gewonnen haben“, sagt der Coach, der nach der Saison nach Esingen zurückkehrt und dort die zweite Mannschaft des TuS Esingen, in der seine beiden Brüder spielen, ebenfalls als mitspielender Trainer übernimmt.

Der „Schlafwagenhandball“ gegen Fischbek konnte erst nach einiger Zeit abgelegt werden – und trat doch immer wieder phasenweise auf. Vor allem mit den Tempogegenstößen des Gegners kamen die Ellerbeker nicht zurecht, so dass der Gegner oft zu einfachen Toren kam. „Mich ärgert so ein Auftritt, weil wir es definitiv viel besser können und das auch schon gezeigt haben“, so der Coach. Doch die TSV-Männer haben schon am Dienstag, 31. April, die Gelegenheit, konzentrierter zu Werke zu gehen. Im Halbfinale des Hamburger Pokals tritt die Mannschaft beim klassentieferen HT Norderstedt an (20.30 / Schulzentrum Süd).

Die Norderstedter konnten in der Abschlusstabelle einen guten dritten Platz erringen. Gelingt dem TSV Ellerbek der Finaleinzug, wartet dort bereits der Staffelkonkurrent, die HG Hamburg-Barmbek. Ein Pokal-Sieg liegt damit durchaus im Bereich des Möglichen, schließlich konnte der TSV Ende November in der Liga das Duell gegen die Barmbeker relativ deutlich 36:28 siegreich gestalten. Das Rückspiel findet Mitte April statt. Bevor allerdings Gedanken an den erhofften Triumph verschwendet werden, muss zunächst das Halbfinale gewonnen werden.