Pinneberg
Halstenbek

Es ist mächtig Feuer unterm Dach

HSV-Fans erwartet – HR bestellt Sicherheitsdienst zum Sottmann-Cup. Wut von VfL-Coach Fischer auf Nrecaj noch nicht verraucht

Halstenbek. Das hatten sich die Organisatoren von Fußball-Oberligaspitzenreiter SV Halstenbek-Rellingen auch nicht träumen lassen, als sie im September 2014 begannen, am Sottmann-Cup 2015 zu basteln. Bei ihrem Turnier am Sonnabend, 17. Januar (Beginn: 14 Uhr), werden sie auch den aktuellen Hamburger Hallenmeister an der Feldstraße begrüßen.

Der SV Rugenbergen rückt mit etlichen, aber nicht allen Assen an, die zum Titelgewinn am 10. Januar in der Alsterdorfer Sporthalle beitrugen. Dennis von Bastian, Patrick Ziller und Sebastian Munzel gönnen sich eine Pause, zumal sie in den Testspielen der Bönningstedter am Donnerstag, 15. Januar, um 19.30 Uhr beim Duvenstedter SV und am Sonntag, 18. Januar, um 14 Uhr bei TuRa Harksheide gefordert werden. Zwischen den Pfosten kommt nach derzeitigem Stand Dennis Schultz anstelle von Jannis Waldmann zum Einsatz.

Es soll ein zweites Dankeschön für kollegiales Verhalten sein, nachdem sich Schultz in Alsterdorf vorbildlich hinter der Barriere fürs Team engagiert hatte und bei der Siegerehrung den Pokal als Erster in Empfang nehmen durfte. Ob „Schulle“ nächste Serie tatsächlich aus familiären Gründen kürzer tritt und für die zweite Mannschaft der SV HR II in der Bezirksliga „einhütet“, wie er anklingen ließ, ist nach Ansicht von Oliver Berndt noch offen. „Wir sind in guten Gesprächen. Aber im Fußball weiß man nie, was alles passiert“, sagt der Trainer der HR-Zweiten, der mit Schultz früher in der höchsten Hamburger Liga zusammenarbeitete. Reservist hinter Schultz war seinerzeit Dennis Kubowski, der nun vom SV Lurup zur Spielvereinigung zurückkehrte und schon beim Vorturnier des Sottmanns-Cups (Freitag, 17.30 Uhr) mit Beteiligung des SC Pinneberg, FC Union Tornesch, SuS Waldenau, Eimsbütteler TV, VfL Pinneberg II, SV Munster, Kummerfelder SV Tangstedter SV und der HR-Junioren für die HR-Zweite zum Einsatz kommt.

Der Sieger qualifiziert sich für das Hauptturnier und „darf“ im Eröffnungsspiel sogleich gegen die HR-Erste antreten. Der SV Rugenbergen muss sich anschließend gegen die HSV-Dritte (alle Gruppe A) auf „Feuer unterm Dach“ einstellen, nachdem sich etliche HSV-Fans aus Enttäuschung über Satzungsänderungen zunächst von den Profis abwendeten und beschlossen, den Bezirksliga-Fußball zu unterstützen. Mit bunter Choreographie ist zu rechnen – aber auch mit Sprechchören nicht immer oberhalb der Gürtellinie und Bierbechern, die hin und wieder – wie beim Vierer-Ketten-Cup von TuRa Harksheide – auf das Parkett fliegen. „Rechtzeitig da sein, die Halle einnehmen“, schreibt einer auf der Facebook-Seite der HSV-Dritten. Ausrichter SV HR ließ sich sicherheitshalber einen sechsköpfigen Ordnungsdienst vom Hamburger SV vermitteln.

In der Gruppe B hofft der VfL Pinneberg gegen die Landesliga-Teams des Wedeler TSV, Blau-Weiß 96 und den TuS Osdorf den Einzug in das Halbfinale hinzubekommen, was bei den Hallen-Masters nicht gelang. VfL-Trainer Michael Fischer wird darauf verzichten, sein Team anzuleiten, sondern allenfalls auf der Tribüne Platz nehmen – aus Verärgerung über die Vorkommnisse in Alsterdorf, wo er und sein Betreuer-Team sich von HR-Spieler Enrik Nrecaj provoziert und beleidigt fühlten. Es kam zu einem verbalen Schlagabtausch mit brisanten Inhalten (das Abendblatt berichtete). „Das Schlimmste für mich war aber, dass Nrecaj anschließend in der gesamten Presse als der harmlose Junge hingestellt wurde. Von mir aber wurden die Äußerungen aus dem Zusammenhang gerissen. Plötzlich bin ich der Buhmann, das geht nicht“ – so sieht es der Trainer. Fischer bleibt bei seiner Darstellung: „Nrecaj hat uns den Mittelfinger gezeigt und mich übelst beschimpft, als ich ihn zu Rede stellen wollte. Wenn er sich aus so einem Wortschatz bedient, dann darf er sich nicht wundern, wenn man ihn im selben Vokabular antwortet.“ Versöhnung? „Momentan ausgeschlossen.“

Nikola Maksimovic wird am Donnerstag in Eppendorf operiert

Die Halstenbeker und Pinneberger Spieler nahmen sich unterdessen vor, es bei der Rivalität auf sportlicher Ebene zu belassen. „Nach dem Turnier in Alsterdorf sind wir uns noch in den einschlägigen Fußballer-Kneipen auf St. Pauli über den Weg gelaufen“, erzählt HR-Abwehrspieler Robert Hermanowicz. „Wir haben unsere Späßchen gemacht und festgestellt, dass wir keinen Stress miteinander haben.“ Zum Lachen ist allerdings nicht Defensivstratege Nikola Maksimovic (HR) zumute, der in Alsterdorf einen Wadenbeinbruch sowie mehrere Bänderrisse erlitt und am Donnerstag, 15. Januar, in der Eppendorfer Uni-Klinik operiert wird.

Die Pinneberger gewannen ein Testspiel bei der SV Lieth (Bezirksliga) nach einem Eigentor von Sven Rorato sowie Treffern von Benjamin Brameier, Matthias Chmielewski und Sascha Richert 4:0 (2:0).