Pinneberg
Wedel

Play-off-Bärte sollen weiter sprießen bei Rist-Basketballern

Wedels Zweitliga-Team kann in Leipzig Halbfinal-Einzug schaffen

Wedel. Wenn es so weiter geht für die Basketballer des SC Rist in den Play-offs der 2. Bundesliga ProB, können Davey Hopkins, Lee Jeka, Christoph Roquette und ihre Mannschaftskameraden bald zwei Mitgliedern der US-amerikanischen Kult-Rockband ZZ Top Konkurrenz machen. Ende der 1970er-Jahre beschlossen Gitarrist Billy Gibbons und Bassist Dusty Hill, ihre zuvor kurz gehaltene Gesichtsbehaarung wachsen zu lassen, mehr als 30 Jahre später hat diese nun Ausmaße von Fußmatten und Bettvorlegern erreicht.

Wie lange die Wedeler Basketballer, die in Anlehnung an einen Brauch im US-Profi- und College-Sport ebenfalls seit Beginn der K.o.-Runde auf eine Rasur verzichten, die Bärte weiter sprießen lassen können, hängt in erster Linie von Resultaten ab. Nach dem ebenso dramatischen wie begeisternden ersten Viertelfinale gegen die Uni-Riesen Leipzig in der Wedeler Steinberghalle (93:81 nach Verlängerung) können sie am Sonnabend, 5.April (Spielbeginn: 20Uhr), in Sachsen nachlegen und die Serie für sich entscheiden. Der Schock über die Niederlage dürfte beim Gegner, der in der regulären Spielzeit deutlich geführt hatte, noch nachwirken, zudem fehlt mit André Spalke, der sich in Wedel einen Handbruch zuzog, ein Schlüsselspieler.

Darüber, ob die am Steinberg nur zu acht angetretenen Leipziger diesen Ausfall vor heimischer Kulisse komsensieren können, möchte der derzeit ebenfalls unrasierte Rist-Headcoach Sebastian Gleim vor Spiel zwei nicht spekulieren. „Die Uni-Riesen spielen für gewöhnlich mit einer Neuner-Rotation, aus der schon in Wedel ein Spieler fehlte.“ Für einen gefährlichen Gegner hält Gleim die Sachsen aber allemal. „Die Leipziger sind abgezockt und vor allem zu Hause schwer zu besiegen.“

Wedeler Trainer fordert in Leipzig mehr Konstanz als im ersten Spiel

Dennoch sieht der Rist-Trainer Chancen für den frühzeitigen Halbfinal-Einzug seines Team, sofern es gelingt, den Schwung aus der Schlussphase der Auftaktpartie und der Verlängerung ins zweite Spiel hinüberzuretten. „Wir haben in Wedel eine gute zweite Halbzeit und eine sehr gute Verlängerung gespielt, jetzt müssen wir versuchen, über 40 Minuten besser zu sein als der Gegner.“ Wie schwer das vor voraussichtlich großer Kulisse fallen dürfte, ist dem Rist-Coach klar. „Wir haben aber auch im ersten Spiel viel Herz gezeigt und unsere Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt“, sagt der 29 Jahre alte Trainer, der eventuell seinen kompletten Kader aufbieten kann.

Falls die Wedeler das zweite Duell mit den Uni-Riesen verlieren, ist der Bart für Sebastian Gleim und sein Team noch lange nicht ab. Schauplatz der entscheidenden dritten Partie wäre am Dienstag, 8.April (Beginn: 20Uhr), wieder die Steinberghalle.