Pinneberg
Wedel

Gelbe Wand soll Uni-Riesen stoppen

Wedels Zweitliga-Basketballer setzen im Play-off-Viertelfinale gegen Leipzig auf Vereinsfarben

Wedel . „Play in red and beat them dead“ („Spielt in Rot und schlagt sie tot.“) titelten britische Boulevard-Zeitungen 1996 martialisch vor dem dann von der englischen Fußball-Auswahl im Elfmeterschießen verlorenen Halbfinale der Europameisterschaft gegen die deutsche Nationalmannschaft im Wembley-Stadion. So weit würden die Verantwortlichen des SC Rist vor dem ersten Play-off-Viertelfinale ihrer Basketballer (Vizemeister der 2. Bundesliga ProB Nord) gegen die Uni-Riesen Leipzig nie gehen. Und doch spielen die Vereinsfarben Grün und vor allem Gelb zum Auftakt der Best-of-three-Serie am Sonnabend, 29.März (19Uhr, Steinberghalle), eine besondere Rolle. „Wir wollen dem Gegner das Gefühl vermitteln, dass alle zusammenstehen und eine gelbe Wand bilden, gegen die er vergeblich anrennt“, sagt Rist-Headcoach Sebastian Gleim.

Play-off-Gegner aus Sachsen hat seine Qualitäten vor allem in der Offensive

Ob diese Maßnahme die Sachsen beeindrucken oder gar stoppen kann, ist allerdings fraglich. Die Uni-Riesen spielten in der zurückliegenden Saison in der höherklassigen ProA und beendeten die reguläre Spielzeit 2013/14 der ProB Süd als Tabellendritter. „Die Leipziger werden uns ganz anders fordern als die Licher Basket-Bären im Achtelfinale“, sagt Gleim. Während die Hessen stark verteidigten, zeichnete sich der Viertelfinal-Gegner vor allem durch offensive Qualitäten aus. „Daher müssen wir schnell ins Spiel finden, um allen zu zeigen, dass wir wieder bereit sind, einmal mehr ans Limit zu gehen.“

Ein Auftaktsieg im Viertelfinale wäre der erste Wedeler Erfolg über die Leipziger. Bislang gab es erst zwei Duelle, in der Saison 2010/11 gewannen die Sachsen sowohl in eigener Halle (82:72) als auch am Steinberg (82:69). „Diese Serie wollen wir beenden, aber es wird schwer, denn die Starting Five der Leipziger hat sehr viel Erfahrung“, sagt Gleim. Auch Center Christoph Roquette weiß, was ihn und seine Teamkameraden erwartet. „US-Boy Christopher Flores und Jorge Schmidt sind schwer zu stoppen, mit dem Deutschamerikaner Eric Vierneisel habe ich beim SC Jena sogar in einem Team gespielt“, sagt der Ingenieur, 31, einer von mehreren voll berufstätigen Spielern im Wedeler Pro-B-Kader.

Dass seine Mannschaft trotzdem das Viertelfinale erreicht hat, ist denn auch für Sebastian Gleim alles andere als selbstverständlich. „Ich ziehe vor allen Spielern den Hut, weil sie Woche für Woche trotz hoher Belastung im Job in der Steinberghalle oder auswärts immer alles geben.“