Pinneberg
Kummerfeld

Gäste werden weiter verhätschelt

Attraktiver Ravo-Cup des Kummerfelder SV bietet Teams einiges. SV Rugenbergen erringt Turniersieg

Kummerfeld . Immer, wenn Stillstand auf dem Parkett drohte, meldete sich die Turnierleitung zu Wort: „Der nächste Torschütze bekommt eine Flasche Whisky.“ Das funktionierte: Beim Ravo-Cup des Kummerfelder SV (Sieger: SV Rugenbergen) endete nur das Gruppenspiel zwischen dem TSV Uetersen und dem KSV torlos.

Zwei Akteure, die Selbsttore fabrizierten, konnten sich den Kummer später mit Doppelkorn von der Seele spülen. Insgesamt verteilten die Kummerfelder an zwei Tagen über 100 Sach-, Lebensmittel- und Getränkepreise sowie Gutscheine an die Protagonisten in der Sporthalle Ossenpadd. Auch nach dem Ende der Zusammenarbeit mit dem Warenhaus „Famila“, das den Termin fünf Jahre lang unterstützte, bleibt es dabei, dass die Gäste verhätschelt werden. Wenn dann solche Worte wie aus dem Mund von SVR-Trainer Ralf Palapies – „Wir kommen gerne wieder“ – zu hören sind, dann haben die Kummerfelder alles richtig gemacht.

Eines weiß Turnierorganisator André Ehlers ganz genau: Kurz vor dem Ende der Hallensaison muss er schon ein attraktives Teilnehmerfeld auf die Beine stellen. Sonst geht vom Budenzauber kein Reiz mehr aus. Ob ihm das gelungen oder misslungen ist, darüber stimmen regelmäßig die Fans an der Kasse ab. Ehlers kann sich nicht beschweren: „Wir hatten 340 zahlende Besucher. Damit sind wir absolut zufrieden.“

Dabei weiteten die Kummerfelder ihre Fürsorge sogar noch aus. Als das Bezirksliga-Team des Rissener SV als Sieger des Qualifikationsturniers seine Teilnahme am zweiten Turniertag (personelle Engpässe) absagte, erklärte sich die von den Rissenern im Finale 4:2 besiegte Zweite des TSV Uetersen bereit, einzuspringen. Dann aber hatten beim Hauptturnier nur sieben Uetersener Spieler Zeit. Die Kummerfelder stellten zwei Akteure (Ole Fanghänel, Canno Salli) an die TSV-Zweite ab. Die überraschte dann mit einem 3:2 über die eigene Erste und dem Einzug als Gruppensieger vor den Vereinsgefährten ins Halbfinale. Dann war aber „Feierabend“ für beide Uetersener Teams. Die TSV-Erste wehrte sich beim 2:3 gegen den SV Rugenbergen nach Kräften, die Zweite war beim 1:6 gegen TBS Pinneberg überfordert. Die 300 Euro für den Turniersieg verdienten sich die Bönningstedter dann mit einem 7:1 im Finale über TBS, als sie „wie aus einem Guss“ (Ehlers) aufspielten. Das vereinsinterne Neunmeterschießen um den dritten Platz endete mit einem 2:0 der Uetersener Landesliga-Kicker.

Für starke individuelle Leistungen wurden Dennis von Bastian (SVR) als bester Turnierspieler, Tobias Brandt (TSV Uetersen II/erfolgreichster Torschütze) und Philipp Schumacher (KSV/bester Keeper) geehrt. Ein bisschen vor den Kopf gestoßen fühlte sich André Ehlers nur vom FC Elmshorn II und von Blau-Weiß 96, die gleich nach ihrem Scheitern in der Vorrunde nach Hause fuhren.