Pinneberg

Talente von einer breiten Basis an die Spitze führen

VfL Pinneberg organisiert Kinder- und Jugendfußballbereich neu. Langfristig will der Großverein im Nachwuchsbereich die Nummer eins auf Kreisebene werden

Pinneberg . Im Herren-Bereich gehört der VfL Pinneberg seit Jahrzehnten zu den renommierten Adressen des Hamburger Fußballs. Von einem Ausrutscher abgesehen, gehörte der VfL durchweg der höchsten Hamburger Spielklasse an. Was den eigenen Fußballnachwuchs anging, hatte der Verein, der von der Gesamtzahl der Mitglieder her sogar landesweit ganz weit oben rangiert, über einen längeren Zeitraum eher geschwächelt. Jetzt aber erfinden die VfL-Funktionäre und -Trainer den Kinder- und Jugendbereich im Großverein neu. "Es gibt ein Umschwenken im Verein, ein Umdenken in der Fußballabteilung", sagt Dirk Schulze, seit kurzem Jugendleiter der Fußballer.

Zum neuen Jugendleiter-Team gehören außerdem Norbert Schöttke, der sich seit vielen Jahren innerhalb der VfL-Jugend engagiert, Heiko Klemme, Trainer der 2. Herren, und Matthias Bautz. Sie haben sich vor allem gemeinsam auf die Fahne geschrieben, den Nachwuchsbereich von unten her neu aufzustellen. Möglichst viele Jungen und Mädchen sollen im VfL ans Fußballspielen herangeführt werden, um eine starke Nachwuchspyramide als Grundlage für Leistungsfußball ab der C-Jugend zu bilden - und sehr viel später als Unterbau für die Herrenteams (und die künftigen Damenteams) zu dienen.

20 Jungen- und Mädchenteams spielen in der laufenden Saison

In der laufenden Spielzeit nehmen 20 VfL-Kinder- und Jugend-Teams am Spielbetrieb teil, darunter vier Mädchenteams. Großes Manko: Es gibt keine männliche A-Jugend als unmittelbarer Nachwuchs für die Herren. Andere, im Nachwuchsbereich starke Vereine aus dem Hamburger Verband wie Eintracht Norderstedt oder der Niendorfer TSV sind von der C- bis zur A-Jugend mit der jeweils stärksten Mannschaft mindestens in der Regionalliga vertreten.

Die langfristigen Ziele beim VfL aber sind ähnlich hoch gesteckt. "Wir wollen den Leistungssport fördern und in den kommenden Jahren die erste Adresse für Jugendfußball im Kreis Pinneberg werden", sagt der neue Jugendleiter Schulze. Er hatte seit 2011, vor allem zusammen mit Sven Lempfert, die "Pinneberger Löwen" losgelassen. Unter diesem Marken- und Kampfnamen laufen die VfL-Spielerinnen und Spieler von der G- bis zur D-Jugend auf, mittlerweile zwölf Mannschaften. "Der Löwe ist das Symbol für das stärkste Tier", so Schulze. Er und seine Mitstreiter setzten Zeichen, als sie das Hallenturnier um den "Löwen-Cup" mit 500 Zuschauern organisierten, neue Sponsoren wie die Hamburger Sparkasse, Familia und Fielmann aktivierten und für einen einheitlichen Blau-Rot-Look aller Mannschaften und Trainerteams sorgten.

Vor allem mit den Angeboten qualifizierter Trainer wird gelockt

Zuletzt holten das neue Team der Jugendleiter auch einige neue, besonders qualifizierte Trainer in den Verein, darunter DFB-Stützpunkttrainer Simon Hatje, der sich im VfL jetzt um die junge D-Jugend (Jahrgang 2002) kümmert. Es könne so der Jugendleiter, beim VfL "nicht über Geld, sondern nur über das Angebot toller Trainer gehen". "Wir haben die Unterstützung der Vereinsführung und des Fußballvorstands", sagt Schulze. Man habe vor allem auch die Kommunikation untereinander verbessert.

Klar ist, dass der VfL allein im Stadtgebiet beim Werben um junge Spieler mit vier anderen Club konkurriert: SCP, Sportfreunde, SuS Waldenau und TBS. Und in unmittelbarer Umgebung Pinnebergs gibt es diverse Vereine mit ambitionierter Fußballjugend wie TuS Appen, SV Halstenbek-Rellingen, SC Egenbüttel oder Blau-Weiß 96 Schenefeld.

Anders als seine Mitbewerber aus der Nähe, bietet der VfL Im Herrenbereich die im Verband (außer beim HSV/Bundesliga + Regionalliga und beim FC St. Pauli/2. Bundesliga + Regionalliga) einzigartige Kombination, zweier Herrenteams in der Oberliga und Landesliga. "Wir wollen uns unten breiter aufstellen, um nach oben mehr eigene Talente heranzuführen", sagt Heiko Klemme als Trainer der Landesliga-Mannschaft. Die vorhandene Qualität im Trainerteam müsse von außen laufend ergänzt werden.

Was den Kinder- und Jugendfußball in der Stadt Pinneberg angeht, so schwebt Dirk Schulze eine bessere Zusammenarbeit mit anderen Clubs vor. "Wir sollten sie alle einmal an einen Tisch kriegen."