Wedel

Strand, Bostonbesuch, Dreier üben

Sommervergnügen von Wedels Basketball-Star Davey Hopkins in Kalifornien. Individualtraining kommt nicht zu kurz.

Wedel. Am Mittwoch, 14. August, ist die schöne Zeit des Entspannens erst einmal vorbei. Der Alltag hat ihn wieder und die Basketball-Herren des SC Rist auch. Am späten Nachmittag wird der Amerikaner Davey Hopkins auf dem Flughafen in Hamburg-Fuhlsbüttel von Rist-Teammanager Andreas Bethke abgeholt.

Genau vier Monate war der Basketball-Crack des SC Rist zu Hause, er verbrachte dort seinen Urlaub, auch um neue Kraft aufzutanken. Davey Hopkins ist dort zu Hause, wo andere Urlaub machen: Kalifornien. Huntington Beach, Malibu, Venice Beach - hier flanieren die Schönen und Reichen, Surfer stürzen sich in die Wellen. All das liegt weniger als 100 Meilen von Daveys Heimatort Riverside entfernt.

Davey feilte besonders an seinen Distanzwürfen - zum Wohle des Teams

Selbstverständlich setzte sich der 24 Jahre alte Basketballer des SC Rist Wedel gerne mal ins Auto und fährt an die Küste. "Ich war oft am Strand und bin surfen gegangen", berichtete er seinen Freunden und Teamkameraden in Deutschland in der Zwischenzeit in E-Mails und per SMS über seine Sommeraktivitäten. Und ein Zehn-Tages-Trip an die Ostküste inklusive Sightseeing in Boston war auch drin. "Eine sehr coole Stadt", so lautet sein Urteil über die Metropole in Neuengland.

Seit Mitte April hielt sich Davey in der Heimat auf, die Saison in der zweiten Bundesliga Pro B war hierzulande ja früh beendet. Doch Hopkins ist Basketball-Profi, und dementsprechend die "off-season" eine willkommene und notwendige Gelegenheit, um am basketballerischen Können zu feilen, die während des Spielbetriebes häufig zu kurz kommt.

Woran hat er in der Heimat besonders gearbeitet? "Am Distanzwurf", sagt der US-Boy. "Ich habe jede Menge Dreier geworfen." In der vergangenen Saison, seiner ersten beim SC Rist und seiner ersten Station nach dem College überhaupt, traf er in 25 Pro B-Partien 18 seiner 52 Würfe von jenseits der Dreipunktlinie. Das ginge noch besser, findet auch Davey selbst.

Dass sich der Kalifornier mit dem Erreichten zufrieden gibt, muss man ohnehin nicht befürchten. "Ich habe hohe Ziele", sagt er. "Mein persönliches Bestreben in der nächsten Saison ist der Meistertitel. Ich will nichts weniger als den ersten Platz. Gute Spieler haben verlängert, gute Spieler kommen hinzu - die Mischung stimmt. Was mich betrifft, so will ich mich im Vergleich zur vergangenen Saison steigern und mein Spiel weiter voranbringen."

Dass der frühere Spieler der California Baptist University und Biola University beim SC Rist ins zweite Jahr geht, hat Hopkins seinen guten Leistungen der Vorsaison zu verdanken. Seine umgängliche Art, sein Fleiß und Engagement als Jugendtrainer in Wedel waren weitere Faktoren, die es den Verantwortlichen leicht machten, dem Top-Basketballer nach der letzten Playoff-Partie einen neuen Vertrag vorzulegen. Dabei hatte er im vergangenen Sommer erst über Umwege an den Steinberg gefunden.

"Ich wollte unbedingt in Europa bleiben", sagt Hopkins, "aber es war lange nicht sicher, dass ich auch die Möglichkeit dazu haben würde." Nach einer Deutschland-Tour mit der College-Auswahl "News Release" stand er kurz vor der Rückkehr in die Heimat, einen Club hatte er noch nicht gefunden. "Also habe ich die Sache selbst in die Hand genommen, meinen Rückflug storniert und mich versucht, in Testspielen zu empfehlen", erzählt er. Hopkins trainierte bei den UBC Hannover Tigers mit, erhielt aber keinen Vertrag und stieß letztlich zum SC Rist.

Für Hopkins wird es eine Umstellung nach Augie Johnstons Weggang

Dort traf er zufälligerweise auf einen kalifornischen Landsmann. Begegnet waren sich Hopkins und Augie Johnston zuvor nie. Plötzlich waren sie Mannschaftskameraden, WG-Genossen und wurden Freunde. Johnston sei ein toller Teamkollege gewesen und jemand, der die Truppe angeführt hat.

"In dieser Hinsicht wird es schwer, ihn zu ersetzen", sagt der Davey über seinen nach Cuxhaven gewechselten Kumpel. "Wir sind sehr gute Freunde geworden, ich kann mich auf ihn verlassen. Es wird also eine Umstellung für mich, wenn er nicht mehr da ist." Zumindest zwei Wiedersehen wird es aber in der Vorbereitung geben, denn am 14. September bestreiten die Wedeler Herren gegen die BasCats zunächst eine Testbegegnung in Wedel und reisen eine Woche später dann fürs "Rückspiel" an die Elbmündung.

Hopkins' Heimaturlaub endet wie gesagt heute, dann ist er in Wedel auch wieder in seinem Element beim Coachen. Erfahrungen als Basketballer weiterzugeben, liegt ihm gewissermaßen im Blut. In der kommenden Saison wird er wieder eine Rist-Jugendmannschaft betreuen und zudem am Herbstcamp (7. bis 10. Oktober) in der Steinberghalle als Trainer teilnehmen. "Meine Leidenschaft für Jugendarbeit habe ich von meinen Eltern geerbt. Sie sind in der Hinsicht sehr engagiert und geben den Kindern viel mit. Mir macht es genauso viel Spaß zu sehen, wie die Kinder lernen und sich verbessern."

Der zweite Teil von Daveys Wedel-Aufenthalt beginnt also. Die kalifornische Sonne scheint für ihn erst wieder in einigen Monaten.