Wedel

Jugend forscht beim SC Rist

Mit René Kindzeka und Christopher Geist stoßen zwei Basketball-Teenager zum Wedeler Zweitliga-Kader

Wedel. Jung, talentiert, ambitioniert. Diese drei Eigenschaften haben zwei Nachwuchs-Basketballer gemeinsam, die in der kommenden Saison im grün-gelben Trikot des SC Rist Erfahrungen in höheren Erwachsenen-Spielklassen sammeln sollen. Christopher Geist und René Kindzeka, beide gerade einmal 18 Jahre alt, spielten bislang in der U19-Nachwuchs-Bundesliga für die Piraten Hamburg und wollen sich nun zudem für Einsätze im Wedeler Zweitliga-Team (Pro B) empfehlen.

Davon, dass sich die Youngster in der Wedeler Steinberghalle, die sie von ihren NBBL-Heimpielen ohnehin gut kennen, auch im Kreise neuer Teamkameraden zurechtfinden, ist Pro-B-Headcoach Sebastian Gleim überzeugt. "Wir sind froh, dass wir zwei talentierte norddeutsche Jungs in der Region halten konnten." Allzu viel Druck auf die Perspektivspieler, die weiterhin zum NBBL-Kader gehören, aber auch im Regionalliga-Team und in der Pro-B-Mannschaft eingesetzt werden können, will der 29 Jahre alte Trainer nicht aufbauen. "René und Christopher sollen sich bei uns in Ruhe entwickeln."

Die Youngster selbst haben sich eine Menge vorgenommen für die kommende Spielzeit. "Ich will den nächsten Schritt machen, mich weiter verbessern", sagt Kindzeka, der als Zehnjähriger beim SSV Slomanstieg, einem Hamburger Schulsportverein auf der Veddel, mit Basketball begann und 2009 mit der BG Harburg-Hittfeld deutscher U14-Meister wurde. Für den BC Hamburg sammelte Kindzeka in den zurückliegenden beiden Jahren Erfahrung im Erwachsenenbereich, brachte es auf 22 Einsätze in der 2. Regionalliga Nord. Im U19-Bundesligateam glänzte der 1,85 Meter große Gymnasiast als Aufbauspieler und Korbschütze, im Schnitt 11,3 Punkte erzielte der Teenager aus dem Stadtteil Wilhelmsburg gegen die gleichaltrige Konkurrenz. "Jetzt muss ich aber auch dort noch mehr Gas geben", sagt Kindzeka, der nach Ismet Akpinars Wechsel zu Bundesliga-Club ALBA Berlin und weiteren altersbedingten Abgängen im NBBL-Team mehr denn je zuvor gefordert sein dürfte.

Ein größeres Trainingspensum und viel Verantwortung scheut der Hamburger schon deshalb nicht, weil er auch auf Einsätze im Wedeler Pro-B-Team hofft. Der Wunsch, sich stets zu verbessern, zeichnet Kindzeka ebenso aus wie Trainingsfleiß und die Suche nach neuen Herausforderungen. "In der Jugend kennst du die meisten Gegenspieler, weißt, welche Stärken und welche Schwächen sie haben." Im Herrenbereich aber sei das etwas komplizierter, zudem hätten alle mehr Erfahrung. Trotzdem freut er sich bereits jetzt auf die Pro-B-Saisonvorbereitung. "Allein schon im Training mit solch guten Spielern kann ich eine Menge Erfahrung sammeln und mich individuell verbessern." Körperlich überfordert fühlt sich der angehende Abiturient nicht. "Wenn ich nicht trainiere, weiß ich gar nicht, was ich sonst machen soll."

Der zweite jugendliche Neuzugang des SC Rist nimmt einen Wohnortwechsel auf sich, um sich für Einsätze im Pro-B-Team zu empfehlen. Der 2,08 Meter große Christopher Geist übersiedelt in Kürze von Rendsburg nach Wedel, seine Abiturprüfungen wird er an der Hamburger Eliteschule des Sports (Alter Teichweg, Dulsberg) ablegen.

Neuzugänge trainieren bei drei Mannschaften des SC Rist mit

Schon in der NBBL-Saison 2012/13 spielte er für die Piraten Hamburg, wird künftig wie Kindzeka mit der Nachwuchs-Bundesligamannschaft, dem Wedeler Regionalliga-Team und den Pro-B-Assen unter Anleitung unterschiedlicher Übungsleiter trainieren. Für den Holsteiner ist das kein Problem. "Jeder Coach achtet auf andere Kleinigkeiten, das ist sehr interessant und bringt die Spieler voran", sagt der Center. Für seinen Heimatclub BBC Rendsburg spielte Geist bereits in der U16-Jugend-Bundesliga (JBBL), zudem absolvierte er in der vergangenen Spielzeit 18 Begegnungen in der 2. Regionalliga Nord und brachte es pro Einsatz im Schnitt auf 8,2 Punkte. In der U19-Bundesliga bilanzierte er in 15 Partien statistisch 5,7 Punkte und 4,6 Rebounds für die Piraten, zu deren Aufgebot auch seine künftigen Clubkameraden Kindzeka und Janis Stielow zählten.

"Es ist ein Vorteil, dass ich schon einige Mitspieler kenne", sagt der Rendsburger, der sich davon eine bessere Eingewöhnung verspricht. Lernen will der Center in Wedel vor allem von den erfahrenen Innenspielern im Pro-Kader des SC Rist, Fabian Böke, Paul Owusu und vor allem Christoph Roquette, der zuletzt beim Pro-A-Club Science City Jena unter Vertrag stand. "Ich werde auf individuell viel bessere Spieler treffen als bisher, sowohl im Training als auch im Spiel, und auch körperlich gibt es riesige Unterschiede", sagt Christopher Geist, der schon jetzt auf manch lehrreiche, aber auch schmerzhafte Lektion unter dem Korb eingestellt ist.