Hallenfussball

Ein bisschen Spaß, mehr nicht

Der FC Elmshorn scheidet bei der Hamburger Hallenmeisterschaft schon nach den Gruppenspielen aus.

Elmshorn. 1994 und 1995, das waren in gewissem Sinn noch Zeiten. Die Fußballer des FC Elmshorn gewannen zweimal nacheinander den Deutscher Ring-Pokal, seinerzeit das bedeutsamste Hamburger Hallen-Turnier. Zur Belohnung durften sie jeweils am Ratsherrn-Cup mit internationaler Besetzung teilnehmen und Spiele gegen Profiteams wie den HSV, den FC St. Pauli, Borussia Mönchengladbach, Spartak Moskau und Levski Sofia bestreiten.

FCE-Teamchef Eugen Igel schwelgte in Erinnerungen

"Aufsehen erregend war, dass wir gegen Sofia ein Unentschieden schafften und dass ich HSV-Stürmer Valdas Ivanauskas von Thomas Thater in Manndeckung nehmen ließ", erinnert sich der damalige Raspo-Coach Eugen Igel, jetzt Teamchef von Rasensport-Nachfolger FC Elmshorn. Lang, lang ist es her und doch immer noch ein Gesprächsthema der Fußball-Veteranen an der Krückau. Die Hamburger Hallenmeisterschaft 2013, inzwischen das bedeutsamste Turnier der Hansestadt, nachdem im vergangenen Jahr der Schweinske-Cup nach massiven Fan-Ausschreitungen beerdigt wurde, aber wird schon morgen wieder vergessen sein.

Die Herren des FC Elmshorn, als "heimlicher" Tabellenführer der Hamburger Oberliga mit einigen Vorschusslorbeeren bedacht, blieben als Dritter der Vorrunde vorzeitig auf der Strecke. Sieger wurde die Zweite des FC St. Pauli (Regionalliga). Eugen Igel muss es geahnt haben, als er für sich entschied, als Trainer der Hamburger Schiedsrichter mit den Unparteiischen zu einem zeitgleichen Turnier nach Parchim zu fahren.

Vor 1242 Zuschauern in der Alsterdorfer Sporthalle waren die Elmshorner zunächst erfolgreich gestartet. Gegen Altona 93 lief eigentlich alles auf ein 0:0 hinaus, als Sidi Straub mit einem Selbsttor (13.) und Antonio Ude (14. und damit letzte Minute) doch noch für den 2:0-Erfolg sorgten. FCE-Coach Achim Hollerieth überließ die Arbeit an der Bande seinem Assistenten André von Schassen und machte auf der Tribüne ein vergnügtes Gesicht. "Ein bisschen Spaß, mehr wollen wir nicht", sagte Torschütze Ude während einer Raucherpause vor dem Spielereingang. "Das Halbfinale wäre schön, aber es wird schwer", warnte Teamgefährte Tim Jeske vor dem zweiten Gruppenspiel vor übertriebenen Erwartungen. Damit lag er genau richtig.

Nach Fan-Ausschreitungen 2012 bleibt diesmal alles ruhig

Im Zuschauerbereich ließ sich Maximilian Rohrbach von der Verwandtschaft mit Schokolade verwöhnen, unten auf dem Parkett gab es für Torwart-Konkurrent Björn Koblun Saures. Jeskes Treffer zum 1:2 (5.) reichte nicht, den Reinfall gegen den SV Curslack-Neuengamme (1:5) abzuwenden. Zum Weiterkommen benötigten die Elmshorner damit einen Sieg über den SC Victoria. Tim Weber versüßte sich seinen 20. Geburtstag als Schütze das 1:0 schon in der ersten Minute, doch dann setzte nur noch das Regionalliga-Team von der Hoheluft Akzente und siegte dank der Treffer von Benjamin Bambur (4.) und Cem Cetinkaya (13.) 2:1.

Der lautstarke FCE-Anhang machte seiner Enttäuschung mit Schmährufen über den SC Victoria Luft, die Altonaer Besucher gegenüber stimmten ein, am Ende klatschte man sich gegenseitig Beifall. Die Polizei zog es trotzdem vor, die abrückenden Fan-Gruppen zum U-Bahnhof Lattenkamp zu begleiten. "Es blieb zum Glück alles friedlich", versicherte Carsten Byernetzki, langjähriger Sprecher des Hamburger Fußball-Verbandes.

Seit zehn Tagen mit seiner Mannschaft schon wieder im Training freute sich Achim Hollerieth, dass es auch in den Spielen keine Verletzungen zu beklagen gab. Die ganze Konzentration gilt ab sofort dem Punktspielstart am 15. Februar gegen den Tabellennachbarn Buchholz 08, der in der Alsterdorfer Sporthalle ebenfalls vorzeitig die Segel streichen musste. Zum besten Torwart wählten die Journalisten Tobias Grubba (SC Victoria), bester Spieler und bester Torschütze in einer Person war Jan Landau (SV Curslack-Neuengamme/sieben Treffer).