Favoriten lassen sich nichts vormachen

Foto: Michael Stemmer

1. Runde im Hamburger Oddset-Pokal: HR 10:0 bei Osdorfer Born, VfL enttäuscht aber maßlos beim 5:0 in Hetlingen

Halstenbek. Gedankenverloren wendet Manfred Ahrens die Würstchen auf seinem Grill. Drei Thüringer, eine Schinken warten auf Abnehmer. Als ihm Kassiererin Carla, die Ehefrau, nach einer kurzen Platzrunde Gesellschaft leistet, sind immerhin zwei Thüringer weg. Nachschub legt Manfred Ahrens zunächst nicht auf den Grill. Das große Geschäft ist an diesem tristen Nachmittag für die Fußballer von Kreisliga-Aufsteiger SV Osdorfer Born nicht zu erwarten. 30, vielleicht 35 Zuschauer mögen es sein, die bei Carla Ahrens Eintrittsgeld in Höhe von zwei Euro (Erwachsene) und einem Euro (Rentner) entrichtet haben. Die Einnahmen werden kaum ausreichen, die Kosten für die Schiedsrichter zu decken, das ist die Wirklichkeit in der ersten Runde des Oddset-Pokals am Rande der Hochhaussiedlung, die in der Stadt nicht den besten Ruf genießt.

Oberliga-Aufsteiger HR stellt zügig die Weichen auf Sieg

Noch nicht einmal Oberliga-Aufsteiger SV Halstenbek-Rellingen , der zweifache Pokalfinalist, übte bei dem nasskühlen Wetter Zugkraft aus. Dabei legte der Favorit doch gleich los, dass dem tapferen Simon Klödtke zwischen den Pfosten der Gastgeber Hören und Sehen verging. Schon in der dritten Minute guckte sich der clevere Berkan Algan den Keeper aus und überwand ihn mit einer "Bogenlampe" aus 18 Metern - 0:1. In der zehnten Minute grätschte Christian Schümann eine Flankenball von Sebastian Munzel aus einem Meter ins leere Tor - 0:2. Munzel konnte sich nach einem weiteren Vorstoß über rechts die Ecke aussuchen - 0:3 (16.). Dann leistete sich Klödtke, der zuvor bei einigen Fernschüssen gut reagiert hatte - den ersten Fehler. Aus seinen Händen prallte ein Eckball von Sascha Richert direkt zu Hendrik Boesten - 0:4 (18.). Nach weiteren Toren von Boesten (31., 45., 64.), Richert (37.), Mustafa Günmaydin (51.) und Sebastian Krabbes (67.) endete der Spaziergang im Nieselregen mit einem 10:0 (7:0)-Erfolg der Gäste. Simon Klödtke hatte seinen großen Auftritt in der 48. Minute, als er einen von Krabbes zu lasch geschossenen Foulelfmeter abwehrte. Vom Testspiel morgen um 19 Uhr beim FC Elmshorn versprechen sich die Halstenbeker die wahre Standortbestimmung kurz vor dem Punktspielstart.

Die Vorfreude auf den ersten Oberliga-Spieltag ist Michael Fischer, dem Coach des VfL Pinneberg , beinahe verhagelt. Beim Kreisklassen-Team des Hetlinger MTV , das mehrere Akteure der Alten Herren aufbot, nach Toren von Jan Eggers (6.), Dirk Hellmann (14.), Serdar Bahtiyar (52.), Mark Müller (6.) und Thorben Reibe (61.) nur 5:0 (2:0) gewonnen zu haben, das kam einer Blamage gleich. Fischer verwendete das Vokabular, aus dem er sich schon mehrfach während der Saisonvorbereitung bediente.

Newcomer vom Rellinger FC kassieren in Schnelsen 31 Tore

"Unsere Leistung war eine bodenlose Frechheit. Wenn mich jetzt Spieler fragen, warum sie gegen den SV Curslack-Neuengamme nicht zum Einsatz kommen, dann werde ich es ihnen ins Gesicht sagen: Was wollt ihr eigentlich?" Einen abschließenden Test bestreiten die Pinneberger morgen um 19.30 Uhr beim Kummerfelder SV. Lob hatte Fischer nur für den Hetlinger Torwart Torsten Gronau übrig, der mehrere Glanzparaden zeigte, allerdings längst nicht so heftig unter Beschuss geriet, wie vorher vermutet.

Eine ganz andere Ernsthaftigkeit legte offenbar das Oberligateam des TuS Germania Schnelsen an den Tag. Die Newcomer des Rellinger FC bezogen auf dem Kunstrasen am Königskinderwerg eine Klatsche, die sich gewaschen hatte. RFC-Vereinschef Hasan Özdemir hörte irgendwann auf zu zählen. Der Schnelsener Ligaobmann Heino Stemmann lieferte Konkretes: "31:0, Halbzeit 15:0, zwölffacher Torschütze war Mladen Tunjic."