Pinneberg

Musikschule will 2022 neu durchstarten

| Lesedauer: 4 Minuten
Johanna Wagner
Alireza Zare, Leiter Musikschule in Pinneberg, blickt optimistisch in die Zukunft. Dank treuer Schüler, Lehrkräfte und Sponsoren hat die Schule die Corona-Zeit gut überstanden.

Alireza Zare, Leiter Musikschule in Pinneberg, blickt optimistisch in die Zukunft. Dank treuer Schüler, Lehrkräfte und Sponsoren hat die Schule die Corona-Zeit gut überstanden.

Foto: Foto: Johanna Wagner / Johanna Wagner

Präsenzunterricht für Kinder ist ab Februar wieder möglich. Einrichtungen bietet zahlreiche neue Angebote an und hat neue Instrumente beschafft.

Pinneberg. Die Musikschule Pinneberg beginnt das neue Jahr mit deutlich weniger Einschränkungen. Seit dem 12. Januar gilt die neue Landesverordnung – auch für Musikschulen. Bis wann, das weiß noch keiner. „Prognosen möchte ich nach dem vorigen Jahr nicht mehr abgeben“, meint der Musikschulleiter Alireza Zare. Aber er sagt weiter: „Fast alles ist wieder möglich!“

Erlaubt ist sowohl Einzel-, als auch Gruppenunterricht. In der Musikschule Pinneberg gelten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Einzelunterricht die 3G-Vorschriften. Für Erwachsene, die in Gruppen musizieren wollen, gilt die 2G-Regel. Auch das Singen mit mehreren Menschen ist unter diesen Umständen – mit Maske – wieder möglich. Zusätzlich arbeitet die Musikschule Pinneberg mit einem Hygienekonzept: Maskenpflicht, Schutzwände zwischen Schülern und Lüften gehören auch dieses Jahr zum Alltag. Zare versichert: „Wir funktionieren. Der Großteil unseres Personals ist dreifach geimpft, nur 0,5 Prozent der Belegschaft sind es nicht.“

Die momentan strengsten Einschränkungen treffen die Bläser. Einzelunterricht ist vor Ort möglich, Gruppenunterricht aber nicht. Band-, Ensemble- und Orchesterarbeit werden „nach Möglichkeit“ online durchgeführt. Das sei allerdings eher eine Ergänzung als ein Ersatz, meint Zare: „Wenn sie beispielsweise über Zoom unterrichten, gibt es ständig Probleme. Oft ist der Ton versetzt, ein Zusammenspiel nur schwer möglich.“

Elementarunterricht läuft ab Februar wieder an

Dafür läuft ab Februar der Elementarunterricht wieder an: Vom „Piepmatzkurs“ ab sechs Monaten bis hin zum „Instrumentenkarussell“ für Sechs- bis Achtjährige – Kinder dürfen ohne Testpflicht vor Ort singen, spielen und sich ausprobieren. 45 Minuten beziehungsweise 50 Minuten kosten je nach Kursus 24, 26 oder 30 Euro pro Monat. Zare freut es besonders, dass die Kinder wieder ins Haus kommen können: „Wir haben zwar Online-Unterricht für die Kleinen angeboten, aber es ist einfach nicht dasselbe. Der Kontakt mit den anderen Kindern und die Abwechslung zeichnen den Elementarunterricht aus. Außerdem haben Familien kaum so viele Instrumente zu Hause, wie wir an der Schule.“

Neu im Programm ist nicht nur Ukulelenunterricht, sondern auch das Musizieren an Computern und Tablets. Kleingruppen können im Kurs „Producing & Songwriting“ lernen, Songideen am Computer zu entwickeln, zu komponieren und zu produzieren. Zusätzlich erweitert die Musikschule ihr Angebot für Bandbegeisterte. Während das „Bandcoaching“ bisher nur für bereits existierende Gruppen angeboten wurde, können sich nun auch Einzelpersonen melden – mit etwas Glück findet sich so eine neue Band zusammen.

Weiterhin angeboten werden Gesangsunterricht und Musiktheorie ebenso wie der Instrumentalunterricht für zahlreiche Streich-, Holzblas-, Blechblas-, Tasten-, Zupf und Schlaginstrumente. Die Preise bleiben auf dem Stand von 2019: Gebühren für Einzelunterricht für eine halbe Stunde starten bei 55 Euro, Erwachsene zahlen 65 Euro, dieses gilt jeweils monatlich. Günstiger bleibt der Gruppenunterricht: Zwei Schüler zahlen beispielsweise 33 Euro für 30 Minuten Unterricht pro Monat.

Einrichtung verliert 15 bis 20 Prozent ihrer Schüler

Klingt, als sei fast alles beim Alten. Doch spurlos ging die Corona-Zeit an der Musikschule nicht vorbei. „Wir haben zwischen 15 und 20 Prozent unserer Schüler verloren, hauptsächlich, weil Projekte mit Schulen gestoppt wurden. Dort gaben wir nicht nur Unterricht, sondern gewannen auch Nachwuchs dazu.“ Deswegen mussten die Festangestellten der Schule in Kurzarbeit. „Die Leidtragenden waren vor allem die Honorarkräfte, die bekamen einfach weniger Stunden“, so Zare. Dennoch habe man das Personal vollständig halten können. Auch seien wieder mehr Anfragen in Sicht: Die ersten Kooperationen mit Schulen laufen im Februar und März wieder an.

Zare blickt optimistisch in die Zukunft. Um den Erhalt der Musikschule müsse man sich keine Sorgen machen. Das sei nicht nur treuen Schülern und Lehrkräften zu verdanken, sondern auch Sponsoren. Die Martha & Heinz Ulrich Grade Stiftung habe der Musikschule 3200 Euro gespendet. Davon hat Zare unter anderem Cajóns, Violinen und ein Cello kaufen können, die er stolz präsentiert. Auch Konzerte werden 2022 unter Auflagen wohl wieder stattfinden können. Der nächste Programmpunkt ist die Sonntagsmatinee mit erwachsenen Schülern, am 20. März um 11 Uhr. Zare freut sich auf die kommenden Monate: „Der Optimismus ist größer als die Angst und der Frust. Das treibt uns nach vorn.“

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