Kreis Pinneberg

Rellinger nach illegalem Autorennen verurteilt

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Arne Kolarczyk
Eine Statue der Justitia (Symbolbild).

Eine Statue der Justitia (Symbolbild).

Foto: gss Michael Rauhe / Michael Rauhe

Vier hochmotorisierte Nobelkarossen rasten im Juli 2020 über die A 23. Zwei der Angeklagten vor Amtsgericht Itzehoe freigesprochen.

Itzehoe/Kreis Pinneberg.  Es waren vier hochmotorisierte Luxusschlitten, die am 18. Juli vorigen Jahres über die A 23 rasten. Zwischen Pinneberg und Hohenfelde sollen die Fahrer eines Lamborghini Huracan, eines Lamborghini Typ 724, eines Jaguar Typ F Convertible sowie eines Porsche 911 Turbo einander mehrfach überholt und andere Autofahrer massiv gefährdet haben. Laut Zeugen waren die Fahrzeuge der Männer deutlich schneller als 200 Kilometer pro Stunde.

Jetzt mussten sich die vier Männer vor dem Amtsgericht in Itzehoe verantworten. Der mehr als achtstündige Prozess, der aufgrund der Vielzahl der Beteiligten in Pandemiezeiten in das Theater der Kreisstadt ausgelagert worden war, endete mit einem Freispruch für zwei der Angeklagten. Sie bekamen ihren seit der Tat beschlagnahmen Führerschein zurück. Die anderen beiden kamen mit einer Geldstrafe davon, in einigen Anklagepunkten wurden sie ebenfalls freigesprochen.

Die härteste Strafe kassierte ein 45 Jahre alter Rellinger, der am Steuer des Lamborghini 724 mit Hamburger Kennzeichen gesessen hatte und bereits in Verkehrsdelikten vorbelastet ist. Er muss eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen zahlen und wird weitere drei Monate auf seinen entzogenen Führerschein verzichten müssen. Ein 45 Jahre alter Mann aus Hamburg, der den Lamborghini Huracan mit Pinneberger Kennzeichen gesteuert hatte und der verkehrstechnisch unbelastet ist, erhielt eine Geldstrafe in Höhe von 30 Tagessätzen.

Beide Männern wurden schuldig gesprochen wegen eines verbotenen Kfz-Rennens. Sie zeichneten sich nach Ansicht von Amtsrichter Tim Feicke durch eine rücksichtslose Fahrweise aus, unterschritten drastisch die vorgeschriebenen Mindestabstände und überholten rechts mit unangepasster Geschwindigkeit. Angeklagt war ebenfalls eine Straßenverkehrsgefährdung. So hatte ein Lamborghini nachweislich den VW Bus eines Wedelers bei einem Spurwechsel geschnitten, sodass der Fahrer des VW Busses sehr stark abbremsen musste.

Der Wedeler und seine Freundin, die ebenfalls in dem Fahrzeug saß, sagten auch als Zeugen vor dem Amtsgericht aus. Allerdings konnten sie nicht genau aufklären, welcher der beiden Lamborghinis für die Straßenverkehrsgefährdung verantwortlich war. Daher musste in diesem Anklagepunkt ein Freispruch erfolgen.

Das gilt auch für einen weiteren Anklagepunkt, der die Nötigung einer Zeugin durch Lichthupe, dichtes Auffahren und Rechtsüberholen betraf. Auch in diesem Fall war es nicht möglich, die Tat konkret einem der Lamborghini-Fahrer zuzuordnen. Ein Anklagepunkt, der alle vier Fahrer betraf, musste ebenfalls eingestellt werden. So sollen die Fahrzeuge über den Rastplatz Steinburg gerast sein, um den Verkehr auf der Autobahn zu überholen. Diese Aussage zog der Anzeigende während des Prozesses zurück.

Komplett freigesprochen wurde ein 23 Jahre alter Mann aus Seevetal, der den Porsche 911 Turbo gefahren hatte, sowie der 27 Jahre alter Fahrer des Jaguar F-Type aus Hartenholm. Ihnen war kein konkreter Verstoß nachzuweisen.

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