Kreis Pinneberg

Sechs Millionen Euro für die Straßen im Kreis

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Katja Engler
Bernd Buchholz , Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus in Schleswig-Holstein.

Bernd Buchholz , Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus in Schleswig-Holstein.

Foto: Andreas Laible / Andreas Laible / FUNKE Foto Services

Minister Bernd Buchholz stellt Großprojekte im Kreis Pinneberg vor. Er will den Sanierungsstau abbauen.

Kreis Pinneberg. Mehr als 43 Kilometer Straßen, 15 Kilometer Radwege und vier Brücken werden in den Kreisen Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen in diesem Jahr grundsaniert, 22 Baustellen sind deshalb zu erwarten. Das hat Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) am Dienstag bekannt gegeben. Das Land Schleswig-Holstein investiert in den drei Kreisen 44,3 Millionen Euro in eine bessere Infrastruktur, davon 5,9 Millionen Euro im Kreis Pinneberg. Vergangenes Jahr wurden im Land trotz Pandemie 115 Millionen Euro auf den Straßen verbaut. Das sagt Buchholz nicht ohne Stolz, denn dahinter steckt eine neue, 2017/18 entwickelte Strategie, den „wahnsinnigen Sanierungsrückstau“ (Buchholz) auf den Straßen abzubauen und innerhalb von zehn Jahren 80 bis 90 Prozent der Landesstraßen, von denen zu Beginn die Hälfte marode war, wieder in einen guten Zustand zu bringen. Denn eine gute Infrastruktur helfe auch der Wirtschaft.

Das größte und komplexeste Straßenbauprojekt im Kreis Pinneberg ist die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Schenefeld über die Landesstraße 104. Von der Landesgrenze bis zur L 103 reicht der erste von insgesamt sieben Bauabschnitten. Baustart war im März, an Kosten haben die Planer 6,1 Millionen Euro errechnet. Davon zahlt die Gemeinde zwei, das Land 4,1 Millionen.

In diesem ersten Bauabschnitt werden in Schenefeld 2,7 Kilometer saniert. Die Fahrbahn wird künftig etwas schmaler sein, die Fahrradwege werden etwas breiter. Aufgebracht werden eine 30 Zentimeter dicke Schotter- und eine 18 Zentimeter dicke Asphaltschicht. Laut Christoph Köster, leitender Ingenieur beim Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr (LBV), hat die Detailabstimmung ein ganzes Jahr in Anspruch genommen, da so viele Anwohner betroffen seien, die schließlich trotz der Großbaustelle noch zu ihren Grundstücken gelangen müssten. Auch hätten die begonnen Arbeiten bereits jetzt wieder bewiesen, dass nicht alle Leitungen dort liegen, wo sie liegen sollten, was Probleme aufwerfe, die gelöst werden müssten. Zum Beispiel war eine Telefonleitung versehentlich gekappt worden. Das Ende der Bauarbeiten in diesem ersten Abschnitt soll mit dem Ende des Jahres zusammenfallen.

Der nächste Ort, der schon länger eine Großbaustelle zu verkraften hat, ist Elmshorn. Dort ist ab Juni dieses Jahres der 2,4 Kilometer lange dritte Bauabschnitt der Hamburger Straße/B 431 dran, der durch die Stadt führt. Kostenträger ist der Bund, fertig wird das Teilstück Ende kommenden Jahres.

Dass Borstel-Hohenraden gerade ein neues Gewerbegebiet fertigstellt, mag einer der Gründe dafür sein, nahe der Abfahrt Pinneberg-Nord von der Autobahn 23 eine neue Ampel aufzustellen. Diesen Monat geht’s los, im Juni soll sie stehen. Zudem läuft bis Juni der Umbau des Rellinger Verkehrsknotenpunktes Tangstedter Chaussee/Hauptstraße.

Und noch ein langes Stück Asphalt: Über 3,9 Kilometer wird die Landesstraße 111 zwischen Heede und Hemdingen von Juni bis November dieses Jahres teilerneuert, inklusive Radwegen.

Pro Jahr gibt das Land seit dem Strategiewechsel mehr als 90 Millionen Euro für die Straßensanierung aus, davor waren es laut Buchholz 20 Millionen oder weniger. „Das ist eine kräftige Anstrengung, die den Verkehrsteilnehmern, Bürgerinnen und Bürgern einiges abverlangt“, sagt der Minister. Denn er weiß: Wo so viel investiert wird, da hat „die Anzahl der Baustellen das Limit des Erträglichen erreicht. Viel mehr könnte man nicht machen.“ Es habe sich aber als goldrichtig erwiesen, einen solchen Zehn-Jahres-Plan aufzustellen, denn das bessere die Zusammenarbeit mit der Bauwirtschaft sehr.

Früher hätten die Unternehmen wegen schwankender Auftragslage weniger in Maschinen und Personal investiert, „jetzt haben sie die entsprechenden Ressourcen da“, so der Minister. Der Plan sei also „ein gutes, langfristig angelegtes Projekt“. Denn das Ziel, 2030 mit dem ersten Schwung durch zu sein, sei schwer zu erreichen, da jeder Sanierungsprozess Überraschungen berge.

An alle Autofahrer appelliert LBV-Direktor Torsten Conradt: „Die Menschen auf unseren Baustellen arbeiten dort bei Wind und Wetter. Und dies ausdrücklich für uns alle: Damit wir demnächst wieder schneller und sicherer an unsere Ziele kommen. Bitte nehmen Sie also größte Rücksicht auf unsere mobilen Teams auf den Baustellen!“

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