Kreis Pinneberg

Weniger Arbeitslose, weniger Kurzarbeit, mehr freie Stellen

Thomas Kenntemich, Leiter der Arbeitsagentur Elmshorn, spricht von einer erfreulichen Entwicklung.

Thomas Kenntemich, Leiter der Arbeitsagentur Elmshorn, spricht von einer erfreulichen Entwicklung.

Foto: Michael Schick

Der Arbeitsmarktbericht für den Kreis Pinneberg erscheint erfreulich. Arbeitsagentur-Chef warnt aber vor zu viel Euphorie.

Kreis Pinneberg.  Der Arbeitsmarkt im Kreis Pinneberg zeigt sich in der Krise stabil, wenn auch deutlich unter Vorjahresniveau. Die Zahl der Erwerbslosen ist im zweiten Monat in Folge zurückgegangen, Arbeitgeber melden wieder mehr freie Stellen, und die Abrechnung des Kurzarbeitergeldes zeigt: Es haben so viele Arbeitnehmer in Anspruch nehmen müssen wie niemals zuvor, aber deutlich weniger als zunächst erwartet. „Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung“, sagt Thomas Kenntemich, Chef der Arbeitsagentur Elmshorn. Euphorie sei jedoch nicht angebracht, handele es sich doch um eine jahreszeitlich übliche Bewegung.

Ende September waren im Kreis Pinneberg 9931 Frauen und Männer erwerbslos, das sind 383 weniger als einen Monat zuvor. Die Arbeitslosenquote sinkt damit von 5,8 auf 5,6 Prozent und liegt leicht unter dem Landes- (6,0 Prozent) und Bundesschnitt (6,2 Prozent). Allerdings: Noch vor einem Jahr hatte sie 4,3 Prozent betragen.

Weniger Kurzarbeit abgerechnet als angemeldet

Unternehmen meldeten der Arbeitsagentur im September 453 sozialversicherungspflichtige Stellen, die zu besetzen sind. Das sind 115 mehr als im August. „Das Niveau des Vorjahres werden die Stellenmeldungen jedoch nicht mehr erreichen“, so Kenntemich. Arbeitskräfte seien derzeit im Erziehungs- und Gesundheitswesen, in der Lagerwirtschaft, im Lebensmittelverkauf und im Baugewerbe besonders gefragt.

16 Betriebe aus dem Kreis Pinneberg zeigten im September für 315 Beschäftigte Kurzarbeit an. Zum Vergleich: Im März und April waren es gut 2500 Meldungen für knapp 30.000 Angestellte gewesen. Wegen des komplizierten Abrechnungsverfahrens zeigt sich erst jetzt für den April, in welchem Umfang Kurzarbeit tatsächlich in Anspruch genommen wurde: von 2128 Unternehmen. Betroffen waren 14.852 Arbeitnehmer.