Kreis Pinneberg

Quickborn vergrößert sein Verwaltungsgebiet

Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl (l.) hat jetzt dank Bürgermeister Thomas Menzel noch eine zweite Verwaltungsgemeinschaft in Ascheberg am Plöner See geschlossen – mit dem Gewässerunterhaltungsverband (GUV) Schwentinegebiet.

Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl (l.) hat jetzt dank Bürgermeister Thomas Menzel noch eine zweite Verwaltungsgemeinschaft in Ascheberg am Plöner See geschlossen – mit dem Gewässerunterhaltungsverband (GUV) Schwentinegebiet.

Foto: Burkhard Fuchs

Nach Hasloh, Bönningstedt, Ellerau und Ascheberg ist die Stadt nun auch für Gewässerunterhaltungsverband im Kreis Plön zuständig.

Quickborn/Ascheberg.  Die Stadt Quickborn hat jetzt nach Hasloh, Bönningstedt (seit 2013), Ellerau (seit 2019) und Ascheberg (Kreis Plön, ab 2021) ihre fünfte Verwaltungsgemeinschaft beschlossen. Diese reicht jetzt sogar bis an die Ostsee.

So verwaltet Quickborn vom 1. Januar nächsten Jahres an auch den Gewässerunterhaltungsverband (GUV) Schwentinegebiet im Kreis Plön, der 40.000 Hektar groß ist und die 68 Kilometer lange Schwentine zu warten und als Fließgewässer pflanzen- und tiergerecht zu halten sowie die Brücken und Rohrleitungen instand zu halten hat. Die Schwentine ist einer der längsten Flüsse in ganz Schleswig-Holstein.

Sie entspringt 124 Meter hoch am Bungsberg und durchfließt unter anderem die Städte Eutin, Bad Malente, Plön und Preetz, bis sie in die Kieler Förde mündet. Alle genannten Städte gehören wie die Stadt Kiel dem Verband mit seinen 65 Mitgliedern an. Verwaltungssitz des GUV wird künftig Ascheberg am Plöner See sein, das Quickborn ja ebenfalls zum Jahreswechsel 2020/21 mit seinen etwa 3000 Bewohnern verwalten wird.

Vorschlag kam von Aschebergs Bürgermeister

Der Vorschlag dazu kam von Aschebergs Bürgermeister Thomas Menzel, da das Amt Preetz-Land, das diese Aufgabe bisher erledigt hat, den Vertrag zum Jahresende aufgekündigt hatte. Der Grund: Der zuständige Amtsingenieur geht in den Ruhestand und es soll kein neuer eingestellt werden. „Wir wollten diese Aufgabe im Kreis Plön behalten“, begründet Menzel seine „schlaue Idee“, die inzwischen die Quickborner Ratsversammlung ebenso wie die Verbandsversammlung genehmigt haben. Denn damit erhöht sich auf einen Schlag die Zahl der Mitarbeiter in Ascheberg, die von Quickborn aus betreut und bezahlt werden, von drei auf fünf.

Das gewährleiste eine noch bessere Verwaltung und Zuständigkeit in seinem Rathaus, so Menzel. Neben den drei Mitarbeitern auf zwei Vollzeitstellen für die Verwaltungsgemeinschaft mit der Kommune Ascheberg kämen nun noch ein Techniker und eine Verwaltungskraft für den GUV hinzu, erläutert er. Die Stadt Quickborn, die sich davon eine noch bessere Auslastung der Außenstelle Ascheberg verspricht, lässt sich diese Dienstleistungen künftig mit 360.000 Euro im Jahr von der Gemeinde Ascheberg und mit 120.000 Euro im Jahr vom GUV honorieren.

„Wir können diese neuerliche Verwaltungsgemeinschaft mit dem GUV gut abbilden“, sagt Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl (CDU). „Das passt gut zusammen und macht Sinn.“ Schließlich würden ja ohnehin in Ascheberg jetzt Verwaltungsdienstleistungen von Quickborn aus gesteuert. „Wir haben aber auch schon Verwaltungsgemeinschaften abgelehnt, wo es nicht gepasst hat“, so Köppl weiter. Dazu gehörte jüngst eine Anfrage eines kleineren Verbandes im Kreis Pinneberg, die aus seiner Sicht keinen Sinn gemacht hätte, so der Verwaltungschef.

Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Die Vorbereitung der Verwaltungsgemeinschaft mit der Kommune Ascheberg laufe bereits auf Hochtouren. Sämtliche 1100 Handakten und Ordner, die bislang noch von der Stadt Plön verwaltet werden, müssten nun im Ascheberger Rathaus gesichtet, sortiert, eingescannt und digitalisiert werden, erläutert Bürgermeister Menzel. Dazu gehörten alle möglichen Bauakten, Mietverträge, Bau- und Kanalpläne. Damit seien bereits die neue Halbtags-Mitarbeiterin Maike Meyer sowie die Kämmerin Katharina Cassebaum beschäftigt, die schon in der Stadtverwaltung Plön die Finanzangelegenheiten der solventen Gemeinde Ascheberg geregelt hatte und nun auf deren Wunsch mit übernommen wurde.

Bei einem Haushaltsvolumen von 7,6 Millionen Euro verfügt Ascheberg über Rücklagen von 800.000 Euro. „Damit haben wir zurzeit ordentlich zu tun. Ich bin von morgens bis abends im Rathaus beschäftigt“, sagt Menzel. „Die Zeit rennt uns ja davon.“ Damit das alles gut klappt, hat der IT-Verband KommunIT, den Quickborn mit dem Kreis Pinneberg gegründet hat, vier IT-Arbeitsplätze in Ascheberg eingerichtet. Die beiden Mitarbeiterinnen Maike Meyer und Katharina Cassebaum sind sogar über die Telefonanlage mit einer Quickborner Nummer im 70 Kilometer entfernten Ascheberg zu erreichen.

„Das läuft alles wunderbar an“, sagt Heidrun Köllmann, die als zuständige Abteilungsleiterin für Organisation und Digitalisierung im Quickborner Rathaus die fünf Verwaltungsgemeinschaften betreut. Möglich sei dies durch die digitale Vernetzung, die den Zugriff auf jede Akte im System von Ascheberg oder Quickborn aus gewährleiste. „Wir haben ja das papierlose Büro.“

Für Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl sind diese Verwaltungs-Kooperationen der richtige Weg. „Es wird die Zukunft sein, größere Einheiten zusammenzupacken“, ist er überzeugt. Vor allem der Trend, den Bürgern diese Dienstleistungen online anzubieten, mache solche Zusammenschlüsse notwendig, sonst rechneten sie sich nicht.

Die Integration von Hasloh und Bönningstedt sei am Anfang etwas schwierig gewesen, sagt er. „Ellerau war einfach und Ascheberg ist nun Routine.“ Köppl sagt: „Verwaltung ist kein Hexenwerk, wenn man weiß, wie es geht. Es ist wie Strom aus der Steckdose“ – den der Bürger auch wie selbstverständlich nutzen möchte, ohne sich über dessen Herkunft groß Gedanken zu machen. „Über alles, was darüber hinausgeht, entscheidet die Politik.“