Elmshorn

Autoliv – Betriebsrat schaltet Arbeitsgericht ein

Der Firmensitz von Autoliv in Elmshorn

Der Firmensitz von Autoliv in Elmshorn

Foto: Anne Dewitz

Der Elmshorner Hersteller von Sicherheitssystemen will 270 Stellen streichen. Produktionslinie bereits abgeschaltet. IG Metall ist empört.

Elmshorn. Nach der Ankündigung des Autoliv-Geschäftsführers Jens Eisfeld, am Standort Elmshorn bis zu 270 Arbeitsplätze des Automobilzulieferers zu streichen, wartet der Betriebsrat des Unternehmens eigenem Bekunden nach noch immer auf eine wirtschaftliche Begründung oder einen genauen Plan für den Jobabbau. Auch bei einer Betriebsversammlung am Donnerstag habe es „keinerlei neue Informationen des Managements zum vor einem Monat angekündigten Personalabbau“ gegeben.

Etwa 70 Beschäftigte waren vor Ort, mehr als 400 wollten online per Livestream wissen, wie es mit ihnen weitergeht, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des Betriebsrates und der Gewerkschaft IG Metall. Für den Betriebsratsvorsitzenden Klaus Brüggemann ist das Schweigen der Geschäftsführung eine Unverschämtheit: „Wenn das Management von Autoliv die Rechte des Betriebsrates achten würde, hätte schon längst eine entsprechende Information des Wirtschaftsausschusses erfolgen müssen“, so Brüggemann. „Stattdessen wird aber im Hintergrund an der Verlagerung geplant, ohne vorher die Arbeitnehmervertretung zu unterrichten.“

Zudem, so heißt es in der Mitteilung weiter, sei bereits eine Produktionslinie außer Betrieb genommen worden, um sie für den Versand nach Ungarn vorzubereiten. Das wolle der Betriebsrat nun mit rechtlichen Mitteln verhindern. Rückendeckung dafür komme von der IG Metall. Gewerkschafter Thorsten Ruhland: „Der Arbeitgeber hat versucht, den Betriebsrat davon abzuhalten, doch nun ist der Antrag beim Arbeitsgericht.“

Damit will der Betriebsrat per einstweiliger Verfügung erreichen, dass die Produktionslinie so lange in Elmshorn verbleibt, bis die – noch nicht begonnenen – Verhandlungen abgeschlossen sind. Das Arbeitsgericht will den Fall am 23. September um 11.30 Uhr verhandeln.

Autoliv müsse sich ohnehin darauf einstellen, dass die Streitigkeiten einen längeren Zeitraum andauern. Bei der Betriebsversammlung sei den Beschäftigten jedenfalls versichert worden, dass um jeden Arbeitsplatz gekämpft werde. Klaus Brüggemann: „Wir können nicht hinnehmen, dass unser Arbeitgeber so tut, als ob der Personalabbau mit Schließung der gesamten Produktion in Elmshorn nicht verhandelbar ist und bereits jetzt den ersten Schritt zur Verlagerung nach Ungarn durchführen will.“

Autoliv als Produzent von Auto-Sicherheitssystemen beschäftigt in 27 Ländern 65.000 Menschen. In Elmshorn arbeiten 780 Beschäftigte.