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Kreis Pinneberg

Polizei und Ämter nehmen Tagestouristen ins Visier

Kreissprecher Oliver Carstens kritisiert Tagestouristen aus Hamburg.

Kreissprecher Oliver Carstens kritisiert Tagestouristen aus Hamburg.

Foto: HA

Bilder wie am vergangenen Wochenende an der Hetlinger Schanze sollen sich nicht wiederholen. Was sonst noch verboten ist.

Kreis Pinneberg. Nachdem Tagestouristen am vergangenen Wochenende die beliebten Anlaufpunkte im Kreis Pinneberg quasi überrannt haben, verschärft der Kreis die Auflagen. Denn touristische Aufenthalte sind in ganz Schleswig-Holstein untersagt. „Auch der Tagestourismus. Leider müssen wir feststellen, dass viele Personen aus Hamburg sich nicht daran halten“, sagt Kreissprecher Oliver Carstens.

Damit sich das nicht wiederholt, würden an diesem Wochenende Polizei und Ordnungsämter gezielt kontrollieren, Verstöße ahnden und auch Landesverweise aussprechen. So kam es zuletzt im Quickborner Himmelmoor zu Szenen, die laut Infektionsschutzgesetz untersagt sind. Es bildeten sich Menschentrauben, Zugangswege wurden zugeparkt, der Mindestabstandes von 1,50 Meter nicht eingehalten. Ähnliche Szenen spielten sich in den Holmer Sandbergen, im Klövensteen sowie an der Hetlinger Schanze ab. Dort schaltete sich Sonntag die Polizei ein. „Wir haben eine hohe zweistellige Zahl an Fahrzeugen mit HH-Kennzeichen von der Hetlinger Schanze zurückgewiesen“, so Polizeisprecher Lars Brockmann.

Zudem gelten nun auch in anderen Bereichen neue Regeln. Die wichtigsten Änderungen im Überblick

Reitunterricht und Zusammenkünfte in diesem Bereich sind untersagt. Lediglich die Versorgung und die Pflege der Tiere sind erlaubt. „Dafür dürfen auch Bürger aus Hamburg nach Schleswig-Holstein kommen, wenn die Versorgung nicht anders sichergestellt werden kann“ so Landrat Oliver Stolz. Hier stehe das Tierwohl und nicht eine Freizeitbetätigung im Vordergrund. „Ich möchte an alle Freizeitreiter appellieren, dies sehr ernst zu nehmen“, so der Landrat. Kontakte im Stall seien zu beschränken, Reitstallbetreiber verpflichtet, einen Anwesenheitsplan zu erstellen. Auslauf im Paddock sowie Ausritte seien erlaubt, jedoch maximal zu zweit.

Osterfeuer sind als öffentliche Veranstaltungen verboten. Private Osterfeuer bleiben erlaubt, jedoch nur im Kreise einer im Haushalt zusammenlebenden Familie – also ohne Gäste.

Apotheken und Tankstellen dürfen über Ostern durchgehend geöffnet haben. Supermärkte können im Interesse der Versorgung der Bevölkerung auch am Ostersonntag von 11 bis 17 Uhr öffnen, falls sie dafür einen Bedarf sehen.

Imbisswagen jeder Art dürfen nicht mehr öffnen, da nur ein Außer-Haus-Verkauf nach telefonischer Bestellung erlaubt ist. Das Verkaufsverbot gilt auch für Imbisswagen vor Supermärkten und auf Wochenmärkten sowie für mobile Eisverkaufswagen.

Die Ordnungsämter greifen in diesem Punkt durch. „Am Dienstag haben wir zwei Imbisswagen geschlossen, einen weiteren in den Tagen davor“, sagt Julia Kayser, Mitarbeiterin im Ordnungsamt des Amtes Marsch und Geest Südholstein in Moorrege. Die Verstöße seien in Heist, Moorrege sowie Holm aufgefallen. Ansonsten würden sich die Geschäfte, die laut der Landesverordnung schließen müssen, an das Öffnungsverbot halten. – zumindest in ihrem Amtsbereich. „Auch die Eisdielen haben geschlossen“, sagt Julia Kayser. Die Hof-Cafés etwa in Appen und Groß Nordende würden, wie vorgeschrieben, nur nach telefonischer Vorbestellung oder unter Beachtung der Abstandsregeln verkaufen.

Das Betretungsverbot auf Helgoland gilt jetzt auch für Handwerker und andere Dienstleister. Nur noch medizinisches und pflegerisches Personal oder Mitarbeiter, die Strom-, Wasser- und Gasnotfälle beheben, dürfen auf die ohnehin abgeriegelte Insel.

Landrat Oliver Stolz bedankt sich bei den Bürgern. „Danke, dass Sie sich weitgehend an die Regeln halten.“ In den Städten und Gemeinden würde sich zeigen, dass der Mindestabstand in der Öffentlichkeit sowie die Kontaktreduzierung überwiegend eingehalten wird. Stolz: „Nur so können wir die Ausbreitung des Virus verlangsamen.“