Wedel

Im Schulauer Hafen beginnt der Bau der Promenade

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Der Blick auf den sommerlichen Schulauer Hafen in Wedel. Die Ostpromenade (rechts im Bild) soll modernisiert werden.

Der Blick auf den sommerlichen Schulauer Hafen in Wedel. Die Ostpromenade (rechts im Bild) soll modernisiert werden.

Foto: Martin Haag/Hafencitystudios / Edmund Siemers

Drei Jahren werden die Arbeiten wohl dauern. Das kündigte Bürgermeister Niels Schmidt beim Bürgerdialog der SPD.

Wedel. An der Leere im 2015 vom damaligen Ministerpräsidenten Torsten Albig eingeweihten neuen Schulauer Hafen wird sich in der nahen Zukunft nichts ändern. Motorboote, Segelschiffe oder Traditionsschiffe werden bis auf Weiteres dort nicht anlegen.

Jedoch gibt es ab dem Frühjahr viel Betrieb am Schulauer Hafen. Dann beginnen die Arbeiten an der Ostmole, verkündete Bürgermeister Niels Schmidt während des Bürger-Dialogs Hafen der Wedeler SPD im Freihof. Bis 2023 werden die Arbeiten dauern, mit denen aus dem Areal eine Promenade mit erneuertem Hafenmeisterhaus, Kiosk, Treppen, Sitzmöglichkeiten und teilverglaster Hafenmauer wird.

Nach der scharfen Absage Edmund Siemers’, weiter mit der Stadt und den Politikern über sein Nutzungskonzept als Hafen für Traditionsschiffe zu reden, setzt der Verwaltungschef nun auf Gespräche mit den Verantwortlichen des Hamburger Yachthafens und des Segel-Vereins Wedel-Schulau (SVWS). Einen Sportboothafen mit 122 Liegeplätzen, wie 2006 am Anfang der Planungen angedacht, wird es angesichts der freien Plätze und der besseren Infrastruktur im nahen Yachthafen allerdings nicht geben.

Schmidt berichtete auch von neuer Gesprächsbereitschaft seitens der Wedeler Stadtwerke. Und der Bürgermeister hofft, dass Siemers mit den Traditionsschiffe dann auch noch einen Platz im Hafen findet. Mit ihm hat er verabredet, weiter gesprächsbereit zu bleiben. Für Schmidt ist die entscheidende Frage bei der Suche nach einer Nutzung: „Bringen wir genügend Geduld auf?“

Bürger klagen über Kriminalität und Lärm

Es gab nicht viele unter den 50 Gästen, unter ihnen auch Vertreter von CDU, FDP und Linken, die Siemers’ Konzept etwas abgewinnen können. Der SPD-Hafenexperte Manfred Eichhorn beschrieb es mit wohlwollenden Worten. Die SPD-Vorsitzende Meltem Adal, die den Abend moderierte, verwies auf eine Umfrage in einem sozialen Netzwerk. Danach sprechen sich knapp 90 Prozent für das Konzept mit Traditionsschiffen aus – allerdings bei nur knapp 600 Teilnehmern. Dagegen fiel mehrfach der vom zweiten SPD-Vorsitzenden Friedhelm Michalke geprägte Begriff der „Baracken“ für die Arbeitspontons, die Siemers nach Wedel holen wollte. Und seinen historischen Pontons wurde die Bezeichnung als Traditionsschiffe abgesprochen.

Außerdem bewegten die Themen Kriminalität und Lärm die Besucher. Die Zahl der Einsätze der Polizei ist zwar gestiegen, und zwar parallel zu der ansteigenden Zahl der Besucher am Hafen. Nach Aussage von Wedels Polizeichef Hartwig Ridder sind es 2017 noch 77 Einsätze, 2018 schon 152 und 2019 genau 187 gewesen. Die Zahl der Straftaten blieb von 2017 bis 2919 allerdings mit 54, 49 und 53 praktisch konstant. Ridders Fazit: „Wo Menschen aufeinandertreffen, erzeugt das Reibung.“ Die Freizeitnutzung des Hafens sei schließlich erwünscht.

Mehrere Anwohner der Straßen in Hafennähe beschwerten sich über den Lärm, der vor allem von jungen Menschen und ihren Gettoblastern ausgehe, die auf der Westmole feierten. Im Sommer sei es nicht möglich, abends auf der Terrasse oder dem Balkon zu sitzen, monierten sie. Eine Zuhörerin konterte mit der Frage, ob diese Kritiker nie jung gewesen seien.

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