Pinneberg
Naturschutzgebiet Nordoe

„Hundhalter“ drohen damit, Weidetiere zu töten

Diese Hochlandrinder halten im Naturschutzgebiet die Weiden kurz – hinter Zäunen.

Diese Hochlandrinder halten im Naturschutzgebiet die Weiden kurz – hinter Zäunen.

Foto: Stiftungsland SH / HA

Täter zerstören Weidezäune und kündigen weitere Gewalt an. Was die Forderungen in ihrem Bekennerschreiben sind.

Nordoe/Elmshorn. Eine mysteriöse Anschlagsserie erschüttert die Stiftung Naturschutz in Nordoe an der nördlichen Grenze des Kreises Pinneberg. Bislang unbekannte Täter haben im Naturschutzgebiet Nordoe zum wiederholten Mal einen elektrischen Weidezaun auf 500 Meter Länge zerschnitten. Sie fordern in einem Bekennerschreiben als „IG Hundehalter“ die Verlegung des Zauns und drohen mit weiterer Gewalt. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat Strafanzeige erstattet, die Kripo ermittelt. Die Stiftung betreibt dort mit ihren Pächtern Wilde Weiden, auf denen robuste Tiere wie Hochlandrinder grasen.

Neu an dem aktuellen Fall ist das Bekennerschreiben. Es sei einen Tag nach der Tat in der Geschäftsstelle der Stiftung Naturschutz in Molfsee eingegangen. Demnach habe sich die Interessengemeinschaft (IG Hundehalter Itzehoe) zur Tat bekannt. In dem Schreiben fordern die anonymen Hundehalter die Verlegung der Zauntrasse. Und weiter: Sollte der Zaun nicht bis zum Ende des Monats verlegt werden, würde die IG weitere Maßnahmen – bis hin zur Tötung von Weidetieren – ergreifen.

Rinderhalter: „Ich habe Angst um meine Tiere“

„Ich bin erschüttert und zutiefst beunruhigt, dass sich eine Gruppe schriftlich zur Tat bekannt hat und unverhohlen mit einer weiteren Eskalation der Lage droht“, sagt Sandra Redmann, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Naturschutz und SPD-Landtagsabgeordnete. „Abgesehen vom Schaden in Höhe von 2500 Euro habe ich Angst um meine Tiere“, sagt Tierhalter Dirk Andresen vom Verein Weidelandschaften. Durch die zerstörten Zäune könnten die Tiere nun ungehindert auf angrenzende Straßen laufen.

Hintergrund des Anschlags ist anscheinend, dass die Hauptwege seit 2018 ausgeschildert und gekennzeichnet sind. Dabei sperrte die Stiftung auch Wege durch die unter europäischem Schutz stehenden Weideflächen, um gefährdete Arten zu schonen. Vormals gehörte das Gelände der Bundeswehr. Die Änderungen beim Wegerecht haben wohl insbesondere Hundehalter sehr verärgert.