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Elmshorn

Scharia-Polizei? Kripo prüft Verdacht der Volksverhetzung

Die Elmshorner Polizei geht den bizarren Drohbriefen nach. (Symbilbild) Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Elmshorner Polizei geht den bizarren Drohbriefen nach. (Symbilbild) Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Foto: Boris Roessler / dpa

Seltsame Schreiben haben mehrere Geschäfte in der Innenstadt erreicht. Was dahinter steckt, ermittelt nun die Kripo.

Elmshorn. Will irgendwer den Kaufleuten in der Elmshorner Innenstadt das Weihnachtsgeschäft verderben? Oder möchte er Hass schüren gegen Muslime? Fragen wie diesen geht die Polizei zurzeit nach, denn: Mehrere in der City ansässige Firmen haben anonyme Briefe erhalten, in denen die Rede von einer aktuell angeblich aktiven Scharia-Polizei ist – und in denen vor dem Besuch von Geschäften an der Königstraße gewarnt wird.

Als Scharia-Polizei werden Sittenwächter bezeichnet, die religiöse Vorschriften des Islam durchsetzen wollen. Dass es im Übrigen wenig Sinn ergibt, die Briefe den Geschäftsinhabern zuzustellen, ist eine weitere Facette in diesem verwirrenden Fall.

Tatsache ist: Die Polizei kann den Inhalt der Schreiben ausdrücklich nicht bestätigen. „Hinweise auf eine Scharia-Polizei, die im Stadtgebiet ihr Unwesen treiben soll, liegen der Polizei nicht vor. Das Revier Elmshorn hat seine Präsenz im Stadtgebiet verstärkt und wird die Gewerbetreibenden aufsuchen und aufklären“, heißt es in einer Mitteilung.

Am Donnerstagvormittag hatte sich die Mitarbeiterin eines Bekleidungsgeschäftes an die Polizei gewandt und einen Brief mit oben beschriebenem Inhalt vorgelegt. Das Schreiben erreichte offenbar nicht nur den einen Betrieb, sondern etliche in der City. Zum genauen Inhalt der Briefe äußert sich die Polizei aus – wie es hieß – ermittlungstaktischen Gründen nicht.

Beamte haben die Schriftstücke sichergestellt und an die zuständigen Ermittler der Bezirkskriminalinspektion Itzehoe weitergeleitet. Dort werden politisch motivierte Straftaten verfolgt. Zunächst einmal sind nun Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung angelaufen.