Pinneberg
Kreis Pinneberg

Anklage gegen den Unfallfahrer von Ellerhoop

Kräfte des THW vor dem Audi, der auf der Seite liegend in dem Haus steckengeblieben war.

Kräfte des THW vor dem Audi, der auf der Seite liegend in dem Haus steckengeblieben war.

Foto: THW Ellerhoop / THW Elmshorn

Betrunkener 22-jähriger Kummerfelder war im Februar mit Sportwagen in ein Haus gekracht. Nun muss er sich vor Gericht verantworten.

Ellerhoop.  Der Audi S 5 hat 347 PS, sein Kaufpreis startet bei weit mehr als 60.000 Euro. In den Händen eines 23 Jahre alten Mannes aus Kummerfeld wurde der Sportflitzer zur gefährlichen Waffe. In der Nacht zum 3. Februar kam der mit zwei Personen besetzte Wagen in Ellerhoop von der Straße ab und krachte in ein Haus. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den betrunkenen Fahrer erhoben.

Das Bild, das sich gegen 3.30 Uhr morgens an der Barmstedter Straße bot, war spektakulär. Der Sportwagen kam in einer Rechtskurve von der Fahrbahn ab, durchschlug eine Hecke, raste über drei Grundstücke und bohrte sich dann regelrecht in die Hauswand des Einfamilienhauses. Dort, wo sich eigentlich die Küche befand, klaffte nach Bergung des Fahrzeuges ein riesengroßes Loch. Zum Glück waren die beiden Bewohner nicht Zuhause, sie befanden sich zum Zeitpunkt des Unfalls im Urlaub.

Und auch die Insassen des Wagens, zwei damals 21 und 22 Jahre alte Männer, kamen mit leichten Verletzungen davon. Sie konnten durch die Kofferraumklappe selbstständig aus dem Wagen klettern und kamen leicht verletzt ins Krankenhaus.

Gerichtliches Nachspiel für den Fahrer

Der Unfall hat nun für den Fahrer, der inzwischen 23 Jahre alt ist, ein gerichtliches Nachspiel. Bei ihm wurde unmittelbar nach dem Crash ein Atemalkoholwert von 0,87 Promille festgestellt, angeblich lag noch eine Kornflasche im Fahrzeuginneren „Wir haben den Beschuldigten wegen Straßenverkehrsgefährdung angeklagt, weil er alkoholisiert ein Fahrzeug geführt hat“, sagt Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow, Sprecher der Staatsanwaltschaft Itzehoe. Weil sich der Beifahrer Prellungen sowie eine Wirbelsäulenverletzung zugezogen habe, laute ein weiterer Anklagepunkt auf fahrlässige Körperverletzung.

Und auch ein drittes Delikt findet sich in der Anklageschrift: „Der Beschuldigte verfügte nicht über einen Führerschein, sodass wir auch Fahren ohne Fahrerlaubnis angeklagt haben“, so Müller-Rakow weiter. Die Anklage ging an das Amtsgericht Elmshorn. Nach dem Unfall hatten die beiden Fahrzeuginsassen angegeben, dass sich eine dritte Person im Fahrzeug befunden und auch am Steuer gesessen habe. Faserspuren sowie eine DNA-Überprüfung der beiden beteiligten Personen verrieten den Ermittlern jedoch, dass es keine dritte Person gab und der Kummerfelder den Audi gelenkt hatte.

Gebäudeschaden von 80.000 Euro

Der teure Sportwagen wurde bei dem Crash total zerstört, die Staatsanwaltschaft geht in der Anklageschrift zudem von einem Gebäudeschaden von 80.000 Euro aus.

In der Nacht hatten jeweils 25 Kräfte der Ellerhooper Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks (THW) das Gebäude mit einer Stützkonstruktion gesichert. Zunächst war eine Einsturzgefahr nicht ausgeschlossen worden. Letztlich aber konnte das Einfamilienhaus saniert werden, jedoch mussten die beiden Bewohner längere Zeit ohne Küche auskommen.

Für die Kosten sprang die Versicherung des Hauseigentümers ein, die nun versuchen wird, das Geld von dem Verursacher zurückzuerhalten. Der 23-Jährige wird sich vor dem Strafrichter des Amtsgerichts Elmshorn für sein Fehlverhalten verantworten müssen. Einen Prozesstermin gibt es noch nicht.