Pinneberg
Ausstellung

Wie man in Pinneberg Weihnachten erklärt

Pastor Hartmut Riemenschneider im Raum mit den Geschenkebergen.

Pastor Hartmut Riemenschneider im Raum mit den Geschenkebergen.

Foto: Saraphina Boateng

Außergewöhnliche Ausstellung zum Sehen, Riechen, Fühlen; Los geht’s mit Tannenbaum und Geschenkebergen. Ob das alles ist?

Pinneberg.  Die Geschenkpakete in großer Zahl sind unter dem Weihnachtsbaum – perfekt gewachsen und festlich geschmückt – aufgestapelt. Eine Modelleisenbahn dreht ihre Runden. Ein deutsches Wohnzimmer, ein Sinnbild für Weihnachten. Was fehlt, sind Menschen. Mit einer Ausnahme: Pastor Hartmut Riemenschneider ist da. Aber der gehört gar nicht zu diesem Motiv.

Er hat gleichwohl eine Menge darüber zu erzählen. „Es geht darum, die biblische Geschichte hinter Weihnachten zu verstehen“, sagt er. Die, die nichts mit Paketstapeln, geschmückten Tannen und Modelleisenbahnen zu tun hat. Dafür mit Menschen. Zum zweiten Mal nach 2017 öffnet die evangelisch-freikirchliche Gemeinde Kirche am Fahlt in Pinneberg ihre Weihnachtsausstellung. Es ist ein bemerkenswerter Erlebnisparcours, den der Pastor und eine Menge ehrenamtlicher Mitarbeiter aufgebaut haben, um die biblische Weihnachtsgeschichte zu erklären. „Möglich ist diese Austellung nur durch die vielen helfenden Hände. Fast alle Gegenstände stammen aus unseren Haushalten. Viel haben wir auch selbst gebaut“, sagt der Pastor.

Jeder kann die Ausstellung besuchen

Bei Gruppenführungen für Schulklassen und Kitas sowie Wochenendführungen für jedermann bekommen Besucher die Gelegenheit, sie mit allen Sinnen zu erfahren. „Dank Kollekten ist es uns gelungen den für uns wichtigen Bildungsauftrag wahrzunehmen“, sagt der Pastor aus Prisdorf stolz. „Hier kann jeder sehen, riechen und anfassen.“

Los geht’s an einem Tisch, auf dem klassische Weihnachtssymbole stehen und gedeutet werden sollen. „Die ersten drei Räume sind den drei Hauptakteuren der Vorgeschichte gewidmet“, erklärt Riemenschneider. Engel zum Beispiel. Der Engelsraum ist ganz in Weiß ausgekleidet, dort dreht sich alles um die Bedeutung der himmlischen Boten. „Habt keine Angst“ vermittelten sie Maria und Josef in der biblischen Geschichte. An der Wand prangt ein Engels-Graffito, das dem hellen Raum ein Farbklecks verleiht.

Es riecht nach frischem Stroh

Der nächste Raum ist erfüllt vom Geruch frischen Strohs, auf dem verstreut Eselskötel liegen. Die Hirten, deren Arbeitsplatz der Stall war, galten als abgetrennt von der Gesellschaft. Aber Gott der Allmächte sah und schätzte sie.

Die Heiligen drei Könige, Deuter des Sternenlandes, folgten astronomischen Zeichen und gelangten so an ihr Ziel. Das ihnen gewidmete Zimmer ziert ein heller Sternenhimmel. In der Mitte: der Weihnachtsstern. Die Konstellation von Jupiter und Saturn zeigte den Weisen des Morgenlandes den Weg zum Stall, in dem Josef und Maria ihr Kind empfingen.

Die eigentliche Geschichte geht erst im nächsten Teil der Ausstellung richtig los. In einem Großraum werden verschiedene Szenen optisch nachgestellt. So kann man zum Beispiel Marias Zimmer bewundern, das sie bezieht, bevor die Geburt Jesu ansteht. Von dem Zimmer in Nazareth, in dem die Vorbereitungen auf die Geburt Jesu in vollem Mittelpunkt stehen, bis hin zur Werkstatt Josefs ist alles zu betrachten. Das Gasthaus, die Geburtsstätte Jesu, ist altmodisch eingerichtet und dekoriert mit metallenen Schüsseln. Die Krippe wird beleuchtet und erzählt die Geschichte seiner Geburt bis hin zu seiner Bedeutung. Das Zimmer bietet auch Raum für eine spontanes Ständchen, sagt der Pastor. Oder um Fragen zu stellen.

2017 kamen 1600 Besucher

Die Ausstellungsmacher erhoffen sich mit der Schau, den biblischen Weihnachtshintergrund wieder ein bisschen ins Blickfeld zu rücken. Schon vor zwei Jahren kamen 1600 Besucher.

Der Weg nach draußen führt zwangsläufig zurück in die Gegenwart. Und durch die gute Stube, in der sich immer noch Pakete auftürmen, in der unverändert die Modelleisenbahn ihre Runden dreht ...

Die Ausstellungstermine für Schulen und Kitas im 30-Minuten-Takt sind übrigens bereits ausgebucht. Am Wochenende jedoch kann man sich noch anmelden. Riemenschneider: „Wir haben uns entschieden, die Schwelle möglichst niedrig zu halten und die Veranstaltung kostenlos anzubieten. Schließlich soll jeder die Möglichkeit erhalten die Ausstellung besichtigen zu können.“

Ausstellung: Fr/Sa/So 6.12/7.12/8.12 und 13.12/14.12/15.12., nachmittags ab 16 Uhr im 30-Minuten-Takt. Termine können eingesehen werden unter: https://kirche-am-fahlt.de/weihnachtsgeschichte, kostenlos, Spende möglich