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Kreis Pinneberg

Wedel verschärft den Baumschutz

Bäume in Wedel sollen künftig schon ab einem geringeren Stammumfang als bisher geschützt sein (Symbolbild).

Bäume in Wedel sollen künftig schon ab einem geringeren Stammumfang als bisher geschützt sein (Symbolbild).

Foto: Andreas Burgmayer / HA

Rat verabschiedet neue Satzung. CDU kritisiert, das neue Regelwerk sei zu kompliziert: „So funktioniert es nicht.“

Wedel.  Die Wedeler Politiker haben es sich nicht leicht gemacht, eine neue Baumschutzsatzung auf den Weg zu bringen. Fünf Ausschusssitzungen mit intensiven Diskussionen des sensiblen Themas waren nötig, bis ein neues Regelungswerk gefunden worden war. Das fand während der Ratssitzung am Donnerstagabend zwar keine einmütige, jedoch eine breite Unterstützung. Nur die Christdemokraten stimmten dagegen.

Deren zweiter stellvertretender Fraktionsvorsitzender Stephan Schwartz wetterte, von der ursprünglichen Intention, die Baumschutzsatzung zu vereinfachen, sei nichts übrig geblieben. Als schärfste Regelung in Schleswig-Holstein klassifizierte er die Satzung. Schwartz mutmaßte, die Stadtverwaltung werde nicht in der Lage sein, die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren. „So funktioniert es nicht“, urteilt der CDU-Mann.

Die Grünen-Ratsfrau Petra Kärgel hielt dagegen, dass sich die Wedeler Satzung an einer vom Land herausgegebene Mustersatzung aus dem Jahr 1996 orientiert, die einige Kommunen übernommen haben. Es trage dem Klima-, Natur- und Tierschutz Rechnung. Etwa bieten größere Sträucher Raum für Insekten, die wiederum Vögeln als Nahrung dienen.

Baumschutz ab 60 statt bisher 150 Zentimeter Stammumfang

Bislang fielen in Wedel Bäume mit einem Stammumfang von 150 Zentimentern und mehr unter die Regelung. Von nun an soll der Schutz vor Zerstörung, Schädigung und Veränderung beziehungsweise eine damit einhergehende Genehmigungspflicht fürs Fällen und Beschneiden bereits ab einem Umfang von 60 Zentimetern greifen. In einem ersten Entwurf hatte die Stadtverwaltung noch einen Umfang von 100 Zentimetern als Grenze vorgeschlagen.

Zudem wurde ein Schutz von frei stehenden Hecken mit einer Länge ab fünf Metern und einer Höhe ab zwei Metern sowie Großsträuchern mit einer Mindesthöhe von drei Metern aufgenommen. Dies orientiert sich an einer Regelung in Hamburg.

Deutlich eingedampft wurde die Liste der Bäume, die durch die Satzung nicht geschützt sind. Die Ausnahmeregelung bezieht sich nur noch auf Scheinzypressen, Lebensbäume, Kirschlorbeer und einige Obstbäume.

Grüne wollten auch Obstbäume schützen

Der Versuch der Grünen scheiterte, noch einmal das Konsenspaket aufzuschnüren. Sie wollten die Obstbäume aus dem Ausnahmekatalog nehmen und wie andere Bäume behandelt wissen. Doch alle anderen Fraktionen stimmten den Änderungsantrag nieder.

Für Verstöße können Bußgelder bis zu 50.000 Euro verhängt werden. Bei der Stadtverwaltung kann eine begründete Ausnahmegenehmigung beantragt werden.

Bevor die Baumschutzsatzung gültig wird, muss sie noch ausgelegt werden, damit Bürger Einwände formulieren können. Das Gleiche gilt für Behörden, denen das Papier zukommen soll. Erst danach folgt der abschließende Beschluss des Wedeler Rates.