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Quickborn-Ascheberg-Kooperation wird konkret

Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl.

Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl.

Foto: Burkhard Fuchs / Burkhard Fuchs Burkhard Fuchs

Die Gemeinde am Plöner See wählt das Quickborner Angebot für eine Verwaltungsgemeinschaft als eine von zwei Möglichkeiten aus.

Quickborn/Ascheberg.  Die landesweit erste Verwaltungsgemeinschaft über mehrere Kreisgrenzen hinweg wird immer konkreter. So hat der Geschäftsausschuss der Gemeinde Ascheberg am Plöner See jetzt das Quickborner Vertragsangebot als eines von zweien ausgewählt, über die der Gemeinderat am 24. Oktober entscheiden soll. Die Stadt Quickborn hat der 3100 Einwohner zählenden Gemeinde, die 75 Kilometer entfernt direkt am Plöner See liegt, angeboten, sie vom 1. Januar 2021 an mit zu verwalten. Zurzeit hat diese Aufgabe die Kreisstadt Plön. Aber die Gemeinde Ascheberg ist mit deren Service nicht zufrieden und hat den Vertrag zum Jahresende 2020 gekündigt. Das Quickborner Angebot konkurriert nur noch mit dem des Amtes Großer Plöner See. Alle anderen Angebote wurden verworfen.

Die endgültige Entscheidung über diese Verwaltungsgemeinschaft fällt am 24. Oktober im Gemeinderat von Ascheberg und am 28. Oktober in der Ratsversammlung Quickborn. Für die Stadt Quickborn mit ihren zurzeit rund 22.000 Einwohnern wäre dies die vierte Verwaltungsgemeinschaft nach 2013 mit Hasloh und Bönningstedt sowie seit Juli 2019 mit Ellerau. Bürgermeister Thomas Köppl würde dann vom Rathaus in Quickborn aus rund 40.000 Bürger verwalten.

Das Angebot aus Quickborn erscheint der Gemeinde Ascheberg aus mehreren Gründen attraktiv zu sein. So bietet Quickborn der Gemeinde eine eigene Außenstelle der Verwaltung vor Ort mit drei Mitarbeitern an, die 18 Stunden pro Woche geöffnet sein soll und bei der die Bürger in Ascheberg alle für sie wichtigen behördlichen Angelegenheiten komplett erledigen können sollen. „Kein Bürger aus Ascheberg muss dafür nach Quickborn fahren“, lautet das klare Versprechen dazu von Bürgermeister Köppl.

Diese Außenstelle ist für Aschebergs Bürgermeister Thomas Menzel (SPD) eine Grundvoraussetzung für die Kooperation. Denn Hauptkritikpunkt der Gemeinde, warum sie die Partnerschaft mit der Stadt Plön nach fünf Jahren wieder gekündigt hat, war es, dass die Bürger immer ins Plöner Rathaus fahren müssten, um ihre Verwaltungsdinge zu regeln.

Außer einem „bestmöglichen Service“ für seine Bürger fordert Bürgermeister Menzel vom künftigen Partner gute Erfahrungen bei Digitalisierung und doppischer Haushaltsführung. Auch dabei dürfte die viel größere Quickborner Verwaltung im Vergleich zum kleineren Amt klar im Vorteil sein. Die Kosten könnten auch eine Rolle spielen. So bietet Quickborn der Gemeinde in Kreis Plön an, sie für 359.000 Euro im Jahr zu verwalten. Bislang muss sie dafür rund 400.000 Euro an Plön überweisen.

Auch in Quickborn wird diese Verwaltungsehe positiv gesehen. Quickborns Bürgermeister Köppl ist ein glühender Verfechter dieser Verwaltungskooperation. Die Politik steht ebenfalls mehrheitlich dahinter. „Ich halte das für eine großartige Geschichte, um die Kosten der Verwaltung in den Griff zu kriegen“, lobt SPD-Sprecher Karl-Heinz Marrek diese sich anbahnende Kooperation mit Ascheberg. CDU-Sprecher Bernd Weiher kündigt an, dass seine Fraktion die Verwaltungsgemeinschaft begrüße. Damit wäre eine politische Mehrheit in Quickborn gegeben.