Pinneberg
Barmstedt

Ein IT-Experte fordert die Bürgermeisterin heraus

Christian Maier aus Quickborn sammelt Unterschriften, um am 26. Mai als unabhängiger Kandidat bei der Bürgermeisterwahl anzutreten.

Christian Maier aus Quickborn sammelt Unterschriften, um am 26. Mai als unabhängiger Kandidat bei der Bürgermeisterwahl anzutreten.

Foto: Burkhard Fuchs

Die Barmstedter wählen am 26. Mai: De Quickborner Christian Maier ist der erste unabhängiger Bewerber. Barmstedts CDU sucht noch Kandidaten.

Barmstedt.  Das Kandidatenkarussell für die Bürgermeisterwahl am 26. Mai in Barmstedt nimmt allmählich Fahrt auf. Mit dem Fachinformatiker Christian Maier (38) aus Quickborn, der als unabhängiger Bewerber 115 Unterschriften von Unterstützern sammeln will, gibt es jetzt den ersten offiziellen Herausforderer für Amtsinhaberin Heike Döpke (58), die eine zweite Amtszeit anstrebt. Bis auf die SPD, die wieder die parteilose Bürgermeisterin unterstützt, hat bislang keine der anderen vier Ratsparteien einen Kandidaten nominiert. FWB, BALL und Grüne werden dies auch nicht tun. Die CDU sucht noch den geeigneten Gegenkandidaten.

Christian Maier dagegen hat sich bereits entschieden. „Barmstedt gefällt mir. Da war ich früher schon als Kind mit meinen Eltern gern im Rantzauer See baden“, erinnert sich der IT-Leiter einer Hamburger Maschinenbau-Firma, der in Lurup aufgewachsen ist. Auch heute fährt er im Sommer mit seinen drei Kindern gern dorthin zum Tretbootfahren.

Bald möchte er täglich nach Barmstedt kommen. Maier traut sich zu, die Verwaltung der kleinsten Stadt im Kreis Pinneberg mit ihren etwa 70 Mitarbeitern zu leiten. In seinem Unternehmen führe er auch verschiedene Projektteams mit bis zu 30 Leuten, sagt der Herausforderer, der mit seiner Familie gerade erst in ein Reihenhaus nach Quickborn gezogen ist und deshalb dort auch nach einem Wahlsieg wohnen bleiben will.

Sein berufliches Fachwissen könne er gut in die Verwaltungsleitung einbringen, ist Maier überzeugt. „Digitalisierung ist doch heute in jeder Kommune ein Thema.“ Zudem habe er beruflich viel Kontakt zu Kunden. „Jeder Mitarbeiter ist ja heute quasi auch Kunde der IT in seinem Unternehmen.“ Da sei er eine Art Dienstleister im eigenen Hause, was einer Verwaltung ähnlich wäre.

Digital geht auch vor bei seiner Bewerbung. Während er sich die erforderlichen Unterschriften in den nächsten zweieinhalb Wochen auf den Wochenmärkten und Hausbesuchen in Barmstedt besorgen will, hat er bereits eine aussagekräftige Homepage über sich und seine Motivation als Bürgermeister-Bewerber kreiert. Sie lautet nach seinem Motto: „Maier jetzt“: www.maier.jetzt. Unter einem stimmungsvollen Bild von der Rantzauer Schlossinsel beschreibt er dort seine wichtigsten Ziele: So möchte Maier in die Schulen Barmstedts investieren, Tourismus und Naherholung fördern, neue Kita-Plätze schaffen und vor allem Projekte schneller umsetzen, als es zurzeit der Fall sei. Er habe den Eindruck, dass vieles wie die Sanierung der Sporthalle oder der Schlossinsel nur langsam vorankomme.

Maier sprüht vor Tatendrang. Er will analog zu Quickborn ein Ärztezentrum in Barmstedt etablieren und ein Jugendcafé einrichten. Da habe er als früherer Jugendleiter einer Kirchengemeinde in Lurup viel Erfahrung vorzuweisen. Junge Leute, die mit 16 Jahren mitwählen können, will er für sich mobilisieren. Für die ältere Bevölkerung möchte er Wohnprojekte initiieren, die alle Generationen zusammenführen. Barmstedt könne auch mehr Dienstleistungsgewerbe vertragen, ist Maiers Ansicht. Politisch möchte er mit allen Parteien gut auskommen, sagt der Quickborner, der sich schon bei der CDU und der FWB vorgestellt hat.

Die Parteien gehen unterschiedlich an die Bürgermeisterwahl heran. FWB und Grüne würden sich heraushalten und niemanden vorschlagen, so Christian Kahns und Marina Quoirin Nebel. Auch die BALL verzichte auf einen eigenen Kandidaten, so Fraktionschef Günter Thiel. An Döpke lobt er, dass sie Jüngere in der Verwaltung fördere und klar Position für die Tarifbindung bei den Stadtwerken bezogen habe. Sie könnte sich aber politisch stärker engagieren und sei dadurch, dass ihr Mann immer noch in Hannover lebt, nicht richtig „im Leben der Stadt angekommen“.

SPD voll mit Döpke zufrieden – die CDU dagegen nicht

Da ist SPD-Vorsitzender Arnd Naundorf ganz anderer Meinung. Heike Döpke könne auf „sechs erfolgreiche Jahre in Barmstedt“ zurückblicken. Das kommunale Altenheim sei von einem Millionen-Defizit jetzt bei einer schwarzen Null, Schlossinsel und Museum würden endlich aufgewertet, neue Kita-Plätze geschaffen sowie Bau- und Gewerbegebiete ausgewiesen. In einer zweiten Amtszeit könnte und sollte Heike Döpke die Früchte dieser Arbeit ernten dürfen.

Das will die CDU verhindern. „Es muss besser werden. Wir sind nicht mit der Bürgermeisterin zufrieden“, sagt ihr Stellvertreter Ernst-Reimer Saß. Aber noch hat seine Partei keinen geeigneten Gegenkandidaten gefunden. „Wir sind noch am Sondieren und in Gesprächen“, erklärt Parteichef und Bürgervorsteher Uwe Runge. Wenn, solle es ein bekannter Barmstedter sein. „Wir werden keinen Alibi-Kandidaten aufstellen.“