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Kreis Pinneberg

UNESCO-Auszeichnung für Gemeinde Hetlingen

Hetlingens BNE-Beauftragte Monika Riekhof (r.) und die stellvertretende Kindergartenleiterin Tracey Schulz-Ritter mit der Urkunde.

Hetlingens BNE-Beauftragte Monika Riekhof (r.) und die stellvertretende Kindergartenleiterin Tracey Schulz-Ritter mit der Urkunde.

Foto: Thomas Pöhlsen

Als einzige Kommune Norddeutschlands wurde die Marschgemeinde im Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung geehrt.

Hetlingen.  Das kleine Hetlingen ist ganz groß, wenn es um Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Bildung geht. Als einzige Kommune Norddeutschlands ist die 1400-Einwohner-Gemeinde von der Unesco im Rahmen des „Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) ausgezeichnet worden. Nur fünf weitere Orte in Deutschland können sich mit dieser Auszeichnung schmücken. „Wir haben ein großes Netzwerk geschaffen, bei uns machen alle mit“, freut sich die Hetlinger BNE-Beauftragte Monika Riekhof, die nach Bonn gereist war, um die Auszeichnung während einer Festveranstaltung aus den Händen von Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, und Christian Luft, Staatssekretär aus dem Bundesbildungsministerium, entgegenzunehmen.

2013 haben sich die Hetlinger mit einem Gemeinderatsbeschluss auf den Weg gemacht. Workshops wurden abgehalten, Leitbilder und Ziele formuliert. Der besondere Fokus liegt auf dem Bereich der frühkindlichen Bildung, auf der Arbeit des DRK-Kindergartens. Regelmäßig besuchen die Kinder das K!ick-Kindermuseum am Osdorfer Born, ein Refugium für wissbegierigen Nachwuchs. Jedes Jahr steht unter einem anderen Motto, erklärt die stellvertretende Kita-Leiterin Tracey Schulz-Ritter. Unter dem Motto „Wo wächst die Wurst?“ besuchten Kinder beispielsweise einen örtlichen Obsthof, pflückten dort gemeinsam mit den Eltern Äpfel und mosteten das Obst im Hort. Klar, das weitgehend Produkte aus der Region gegessen werden. Es gibt eine Liste von gesunden Lebensmittel, die als Frühstück mitgebracht werden sollten.

Mit ihrem Wissen gehen die Kinder in die Familien und sorgen dort für Veränderungen im Sinne von Ökologie und Nachhaltigkeit, weiß die Erzieherin aus Gesprächen mit den Eltern. Für ihre Arbeit heimste die schon reichlich Auszeichnungen ein. Fünfmal gab es eine „Kita 21“- Auszeichnung als „Energiedetektive“ und „Klimaretter“. Die DRK-Einrichtung darf sich „Leuchtturm-Kita“ nennen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die außerschulische Bildung und Weiterbildung. Mit dem Abwasser-Zweckverband (AZV) Südholstein wurde eine Kooperation vereinbart. Zum Programm von Kindergarten wie Grundschule gehört der Besuch auf dem Klärwerksgelände. „Ich musste meinem Sohn nicht mehr dazu anhalten, Q-Tipps nicht in die Toilette zu werfen oder die Wasserspartaste zu betätigen“, sagt Monika Riekhof. Ressourcenschonung und pfleglicher Umgang mit der Natur wird gelebt, muss nicht mehr angemahnt werden.