Pinneberg
Konzert

Uetersen: Hommage an „Yellow Submarine“

Die Karikatur zeigt Michael Horn-Antoni (r.) und Heinrich Thuy, wie sie an zwei Klavieren sitzen und gemeinsam musizieren

Die Karikatur zeigt Michael Horn-Antoni (r.) und Heinrich Thuy, wie sie an zwei Klavieren sitzen und gemeinsam musizieren

Foto: HA

Michael Horn-Antoni und Heinrich Thuy spielen am 16. September, Beatles-Klassiker im Klosterhof in Uetersen. Dazu gibt es Anekdoten.

Uetersen.  Vor 50 Jahren ist der Beatles-Film „Yellow Submarine“ sowie die gleichnamige LP erschienen. Das Jubiläum nehmen der Haselauer Kantor Michael Horn-Antoni und der Komponist Heinrich Thuy zum Anlass, um ein Konzert am Sonntag, 16. September, von 17 Uhr an in der Uetersener Klosterscheune zu Ehren der Fab Four zu geben.

Die Lieder aus dem Soundtrack – im zweiten Teil des Konzerts werden noch weitere Beatles-Stücke zu hören sein – werden die beiden Pianisten Thuy und Horn-Antoni als Ausgangspunkt für ausgedehnte Improvisationen nehmen. Zwischen den Stücken werden einige Geschichte und Anekdoten zu hören sein, nicht nur über die Jungs aus Liverpool. Und die Zuhörer können sich ihre Lieblingsstücke wünschen.

Die beiden Musiker verbindet eine lange Männerfreundschaft. Sie wurde Anfang der 70er-Jahre an der Musikhochschule in Fulda begründet. Horn-Antoni saß an einem Klavier im Chorsaal und erarbeitete „irgendwas“, wie er sich erinnert. Einen Kommilitonen – er musste Erstsemester sein, weil Horn-Antoni, der bereits im dritten Semester war, ihn nicht kannte – kam herein, hörte, was er spielte, setzte sich spontan an das zweite Klavier im Raum, und beide begannen gemeinsam zu spielen.

Erstes Konzert endete in Gelächter

Als „Max und Moritz“ wurden sie an der Uni nicht nur bekannt, weil sie zu allerlei Scherzen aufgelegt waren. Horn-Antoni als Studentensprecher und Thuy als seinem Stellvertreter gelang es, auch den „Geist der 68er“ Einzug halten zu lassen. Das erste gemeinsamen Konzert 1974 vor Professoren und Studenten endete im „heillosen Gelächter“. Beide hatten nur ein Pin-Up-Foto und eine halbe Flasche Schnaps mitgebracht. Das Hochprozentige brauchte Thuy, um sein Lampenfieber zu bekämpfen. Das Foto war das einzige Papier, und die Zuhörer lachten schallend, weil sie nicht begriffen, dass sich ohne ein einziges Notenblatt so gut musizieren lässt ...

Dieser Freigeist spiegelt sich in den gemeinsamen Auftritten des mittlerweile pensionierten Musiklehrers der Theodor-Heuss-Schule in Pinneberg und seines Freundes, der die Kirchenmusiker- und Komponistenlaufbahn gewählt hat. Die Beatles-Kompositionen dienen eher als Ausgangspunkt oder Zwischenstation.

Lady Madonna trifft auf die 5. Symphonie

Nicht selten sind die beiden überrascht, wohin sie die gemeinsame musikalische Reise am Ende geführt hat. Für das Konzert in der Museumsscheune haben sie sich etwa vorgenommen, die Gemeinsamkeit von Lady Madonna und der 5. Symphonie von Beethoven herauszuarbeiten. Und sie wollen sich über die Rechten lustig machen, indem sie Märsche so spielen, dass garantiert niemand nach ihnen marschieren kann. „Wir verlassen uns ganz auf unsere Intuition“, sagt der Haselauer.

Bis ins Beatles-Museum in Halle haben es die beiden Freunde geschafft. 2014 nahmen sie in der Heimat Thuys, in Bad Camberg, eine CD mit ihren Improvisationen auf. Der Tonträger gehört zum Bestand des Museums. Bereits damals haben sie über Yellow Submarine improvisiert. Immer wieder haben sie Konzerte in der Haselauer Hl. Dreikönigskirche gegeben, in der Horn-Antoni seit mehr als 30 Jahren Kantor ist – damals übrigens per Handschlag mit Pastor Egon Pfeiffer besiegelt. Einen Vertrag gibt es bis heute nicht. Meinhard Sziegoleit von der Gesellschaft der Freunde des Klosters in Uetersen hörte das Duo und bat umgehend um einen Auftritt.

Horn-Antoni lebt mit seiner Beatles-Verehrung nicht nur in der Vergangenheit, sondern verfolgt alles, was die noch lebenden Beatles machen. So hat er natürlich die neueste CD gehört, die Paul McCartney vor kurzem rausgebracht hat. Bei „Egypt Station“ klingt die Stimme „etwas brüchig“, so Horn-Antoni, was für einen 76-Jährigen auch nicht verwunderlich sei. „Macca“ habe in seine Kompositionen „ganz viele Eigenzitate eingebracht“. Immer wieder seien ein paar Töne oder Akkordfolgen zu hören, die man von anderen McCartney-Stücken zu kennen glaubt. Horn-Antoni findet das „sehr witzig“.

Konzert: 16.9., 17 Uhr, Klosterhof 4, 15 Euro