Pinneberg
Elmshorn

Stiftung hat schon 256 Stipendien vergeben

Lilly Kölln (v.l.), neues Mitglied im Stiftungsrat, die beiden Stipendiaten aus dem Jahre 2017 Franca Kleiner und Stella Duge und Schulleiter Peter Rosteck

Lilly Kölln (v.l.), neues Mitglied im Stiftungsrat, die beiden Stipendiaten aus dem Jahre 2017 Franca Kleiner und Stella Duge und Schulleiter Peter Rosteck

Foto: Anne Dewitz / HA

Seit 100 Jahren gibt es die Ernst-Hermann-Kölln-Stiftung an der Bismarckschule. Nachfahren des Gründers betreuen Stiftung noch heute.

Elmshorn.  Drei Stiftungen unterstützen die Arbeit der Elmshorner Bismarckschule. Die älteste der drei Einrichtungen ist die Ernst-Hermann-Kölln-Stiftung. 1918 wurde sie gegründet vom Mühlenbesitzer Peter Kölln – der den Erfolg der heutigen Kölln-Werke begründete – und seiner Frau Bertha, nachdem ihr Sohn Ernst-Hermann im Ersten Weltkrieg gefallen war. Mit dem Geld werden Stipendien für Schüler in den Bereichen Kunst und Naturwissenschaften vergeben. Bereits 256 Stipendiaten profitierten von der Stiftung. Sie wurden zunächst mit Buchpreisen ausgezeichnet, heute mit Geld für Praktika.

Die Schülerinnen Franca Kleiner und Stella Duge konnten dank der Zuwendungen ein Praktikum machen. Die Stipendiatinnen aus 2017 berichteten über ihre Erfahrungen. Duge erhielt eine Woche im Audi-Werk in Neckarsulm Einblicke in die Abläufe. Danach war klar, die 18-Jährige will eine Männerdomäne für sich erobern. „Ich möchte Maschinenbau studieren“, sagt sie. Kleiner profitierte von zwei Wochen Praktikum bei einem Berliner Heizungsbauer.

Die Schülerinnen berichteten während der Feierlichkeiten anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Ernst-Hermann Kölln-Stiftung in der Bismarckschule. Vertreten wurde die Familie Kölln von Lilly Kölln. Ihr Schwiegervater und Vorsitzender des Stiftungsrates, Ernsthermann Kölln (94), der es sich sonst nicht nehmen lässt, persönlich alljährlich besonders begabte und verdiente Schüler der Bismarckschule auszuzeichnen, war diesmal gesundheitlich verhindert.

Die Stiftung bedachte er trotz Abwesenheit. „Statt Geschenken zum 95. Geburtstag am Sonnabend hat er sich Spenden für die Stiftung gewünscht“, sagt Lilly Kölln, neues Mitglied im Stiftungsrat.

Das Jubiläum wurde auf Wunsch des Senior-Chefs der Firma Kölln in kleinem Kreis gewürdigt. Schulleiter Peter
Rosteck blickte auf die Entstehung und die ersten Jahre der Stiftung anhand von vielen Originaldokumenten zurück, darunter auch Zeugnisse von Ernst-Hermann Kölln, der 1911 sein Abitur an der Schule absolviert hatte. Mit 20 Jahren fiel er als Soldat in Frankreich bei Paris. Seine Eltern entwickelten sofort die Idee, eine Stiftung im Namen ihres Sohnes zu gründen. 1918 ging die erste Spende von 20.000 Mark ein. Damit trat die Stiftung offiziell in Kraft.