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Kreis Pinneberg

Sturmtief: 100 Einsätze wegen "Sebastian"

Wind und Regen machten den Menschen auch im Kreis Pinneberg zu schaffen (Symbolbild)

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Wind und Regen machten den Menschen auch im Kreis Pinneberg zu schaffen (Symbolbild)

Umgestürzte Bäume, herabstürzende Trümmerteile: Mehrere Hundert Helfer waren wegen Sturmschäden durch Tief "Sebastian" im Einsatz.

Kreis Pinneberg.  Zu mehr als 100 Einsätzen mussten die Feuerwehren des Kreises Pinneberg am Mittwoch infolge des Sturmtiefs "Sebastian" ausrücken. Es blieb laut einer Bilanz der Feuerwehr bei meist geringen Sachschäden. Mehr als 300 Einsatzkräfte rückten aus, um umgestürzte Bäume oder abgebrochene Äste zu beseitigen.

Die Mitarbeiter des kommunalen Teils der Regionalleitstelle West in Elmshorn, die alle Anrufe auf der Notrufnummer 112 aus den Kreisen Pinneberg. Steinburg und Dithmarschen bearbeiten, hatten kaum eine ruhige Minute. Das Personal war bereits im Vorfeld aufgestockt worden. "Alle verfügbaren Leitstellenplätze waren besetzt", sagt Leitstellenchef Stephan Bandlow. Zwölf Disponenten nahmen die Notrufe an und koordinierten die Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst. "Normalerweise wäre die Leitstelle mit acht Kollegen besetzt gewesen", so Bandlow weiter. Zudem seien sieben weitere Mitarbeiter eingesetzt worden, die Lagebilder erstellt und Informationen an die Öffentlichkeit gesteuert hätten, dazu drei weitere in der IT. Bandlow: "Wir haben das Personal gegenüber einem normalen Tag verdoppelt."

436 Einsätze in drei Kreisen innerhalb von acht Stunden

Zwischen 12 und 20 Uhr am Mittwoch arbeiteten die Disponenten in der Leitstelle 436 Einsätze in den drei Kreisen ab. Weitere 100 sturmbedingte Notrufe gingen bei der Polizeileitstelle ein, die im selben Gebäude ihren Sitz hat. Etwa die Hälfte der Anrufe betrafen den besonders betroffenen Kreis Dithmarschen.

"Wir waren sehr gut vorbereitet, alles hat sehr gut funktioniert", bilanziert Bandlow. Alles in allem sei Sturmtief "Sebastian" nicht mit "Christian" zu vergleichen gewesen, der 2013 gewütet und der Regionalleitstelle in Elmshorn 1300 Einsätze beschert hatte.

Damals hatten sich die Disponenten noch mit einer Vielzahl von Anrufen konfrontiert gesehen, die sich nicht als Notrufe herausstellten – etwa umgekippte Bäume im heimischen Garten oder kleine Äste auf Gehwegen. "Das ist diesmal besser geworden", urteilt Bandlow. Zuletzt sei massiv öffentlich aufgeklärt worden, was bei solchen Wetterlagen ein Notfall darstellt – Menschen oder große Sachwerte, die gefährdet oder Hauptverkehrsstraßen, die durch umgestürzte Bäume unpassierbar sind. "Die Aufklärung hat gewirkt, wir hatten nur wenige unbegründete Anrufe", berichtet der Leitstellenchef. Er konnte ab 19.30 Uhr erste Mitarbeiter aus dem Einsatz entlassen, ab 22 Uhr am Mittwoch war wieder die normale Besetzung am Start.

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