Pinneberg
Elmshorn

Baustelle zum Haus der Technik steht still

Die stillgelegte Baustelle Haus der Technik an der Krückau

Die stillgelegte Baustelle Haus der Technik an der Krückau

Foto: Reimer Wulf / HA

Mehrere Bauarbeiter erkranken nach Erdarbeiten langfristig. Die Ursachen bleiben trotz umfangreicher Untersuchungen vage.

Elmshorn.  Die Baustelle für das Haus der Technik am Elmshorner Hafen steht bereits seit dem 16. September still. Jetzt ist auch der Grund bekannt: Sechs Bauarbeiter der dort beschäftigten Firma Groth sind nach Erdarbeiten gleichzeitig und langfristig erkrankt. Sie litten an Übelkeit und Schwindel. Vier Arbeiter werden immer noch ärztlich behandelt.

„Wir haben sofort nach Bekanntwerden der Vorfälle die Bauarbeiten stoppen lassen“, sagt Bürgermeister Volker Hatje. Das Wohl der Arbeiter habe oberste Priorität. „Umfangreiche Voruntersuchungen des Baugebiets hatten keine Anhaltspunkte für eine Gefahr ergeben.“ Die Ergebnisse seien vor Beginn der Bauarbeiten noch einmal zusätzlich mit aktuellen Boden- und Wasseranalysen nach gängigen Standards gestützt worden. Auch diese Proben wiesen keine gesundheitsgefährdenden Konzentrationen von Schadstoffen auf.

Nach Meldung der Erkrankungen seien umgehend umfassende Untersuchungen in Auftrag gegeben worden, die weit über das übliche Analyse-Spektrum hinausgingen, so Hatje. „Mit ihnen konnten verschiedene Schadstoffe ausgeschlossen werden.“ Drei potenzielle Schadstoffe lägen in so niedrigen Konzentrationen vor, dass sie eigentlich keine Gefahr darstellen dürften. Es handelt sich um Leichtflüchtige Chlorierte Kohlenwasserstoffe, Schwefelwasserstoff und Cyanid. Alle drei Schadstoffe sind schwerer als Luft. Damit sammeln sie sich am Boden. „Das könnte trotz der vorschriftsmäßigen Belüftung der Baugrube zu einem gesundheitsgefährdenden punktuellen Konzentrationsanstieg in der sehr tiefen und engen Grube geführt haben“, sagt Hatje. Die Gase wirken dort aus kürzester Distanz. Eine Gefahr für die Bevölkerung habe aber zu keinem Zeitpunkt bestanden.

2017 sollen die Arbeiten fortgesetzt werden. Da trotz umfassender Proben nicht endgültig geklärt werden konnte, was die Erkrankungen auslöste, werden alle weiteren Arbeiten, insbesondere in der Grube, vorsorglich unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen fortgeführt, um eine weitere Gefährdung von Arbeitern auszuschließen.

Sie dürfen nur noch mit Atemschutz und mit spezieller Schutzkleidung in die Grube. Zudem kommen speziell abgedichtete Fahrzeuge zum Einsatz. Ein Dekontaminationsbereich soll eingerichtet, die Arbeiter sollen regelmäßig untersucht werden. Weitere Maßnahmen sind die baubegleitenden Kontrollen von Wasser, Boden und Luft. Im Herbst 2017 sollen die Arbeiten an dem zunächst einstöckigen Gebäude, das unter anderem als Pumpwerk dienen soll, abgeschlossen sein. Dann kann ein Investor zwei weitere Stockwerke draufsetzen.

Das Haus der Technik ist die erste Baumaßnahme im Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen. Auch wenn es sich wohl um eine örtlich beschränkte Belastung gehandelt habe, bedürfe das Gebiet künftig besonderer Aufmerksamkeit, so Hatje. Auch bei weiteren Bauprojekten müssten entsprechende Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt werden.