Pinneberg
Wedel

Droht sieben Wedeler Spielplätzen das Aus?

Diese betroffenen Wedeler Bürger können die Auswahlkriterien nicht nachvollziehen

Diese betroffenen Wedeler Bürger können die Auswahlkriterien nicht nachvollziehen

Foto: Elvira Nickmann / HA

Betroffene Eltern, Großeltern und Anwohner kritisieren Vorgehensweise der Stadt. Viele meldeten sich im Bildungsausschuss zu Wort.

Wedel.  Der siebte Tagesordnungspunkt der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport am Mittwoch hatte es in sich: Sieben von 46 Wedeler Kinderspielplätzen sollen nach den Vorstellungen der Stadt zurückgebaut werden. Davon betroffen sind Egenbüttelweg, Hainbuchenweg, Im Grund, Reepschläger Straße, Rebhuhnweg, Pferdekoppel und Wiedekamp. Der Grund: Die Kommune muss laut der Vorgaben aus Kiel wegen ihrer maroden Haushaltslage Einsparpotenziale prüfen, und die sieht sie unter anderem bei den Spielplätzen.

Ziel der Maßnahme sei ein bedarfsorientierter Haushalt, der gleichzeitig die Interessen der Kinder berücksichtige, so die Beschlussvorlage. Doch genau das stellten die zahlreich erschienenen Anwohner, Eltern und Großeltern infrage. Die Liste der Sprecher, die ans Mikrofon traten, um ihren Unmut kundzutun, war lang. Sie kritisierten die Kriterien, nach denen die Auswahl der Spielplätze getroffen wurde. Maren Burrows von der Elterninitiative „Stopp – Hände weg von Wedels Familien“ monierte, dass dabei nur die Zahl der Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren berücksichtigt worden sei. „Das ist eine Verfälschung“, sagte sie. Gerade jüngere Kinder nutzten die Spielplätze ausgiebig.

Ebenfalls unberücksichtigt geblieben sei die Inanspruchnahme durch Schulen und Kindertagesstätten. „Den Spielplatz jetzt so hinzustellen, als würde da nur Unkraut wachsen und keiner hingehen, ist falsch“, sagte ein Anwohner. Er könne nicht bestätigen, dass dieser Spielplatz „wenig bis gar nicht frequentiert“ sei, wie es in der Vorlage heißt. Auch die angebliche Einsparung von etwa 5800 Euro an Personal-, Material- und Instandhaltungskosten pro Spielplatz und Jahr entpuppte sich als strittiger Punkt. Zum einen habe die Verwaltung für den Rückbau 32.000 Euro veranschlagt, zum anderen müssten die Flächen danach noch als Grünflächen gepflegt werden. Zu den frei werdenden Kapazitäten bei Bauhofmitarbeitern bei Wegfall der Betreuung einiger Spielplätze gab Bürgermeister Niels Schmidt an, dass diese anderweitig genutzt würden. An einen Abbau des Bauhofpersonals werde nicht gedacht.

Die bei fünf Spielplätzen für den Rückbau als notwendig angegebene Bebauungsplan-Änderung rechtfertigte er damit, dass sie Voraussetzung für eine mögliche Revitalisierung sei. „Wir führen nichts im Schilde, was wir nicht sagen.“ Trotzdem meldete der Ausschussvorsitzende Lothar Barop (SPD) noch erheblichen Klärungsbedarf an, was zu einer Vertagung des Themas führte.

„Immer singen wir das Hohelied der Bildung und der Kinder, aber in der Realität streichen wir. In nicht investiven Ausgaben ist dieser Ausschuss das Sparschwein der Stadt“, gab Detlef Murphy (Linke) mit auf den Weg.