Pinneberg
Kreis Pinneberg

Kreistag fordert Bundesregierung auf, am dritten Gleis festzuhalten

Kreis Pinneberg. In seltener Einmütigkeit verabschiedete der Pinneberger Kreistag am Mittwochabend eine Resolution, die das Bundesverkehrsministerium unmissverständlich auffordert, den Bau des dritten Bahngleises zwischen Pinneberg und Elmshorn wieder in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans bis 2030 aufzunehmen. Dies sei „dringend erforderlich“, heißt es in dem einstimmigen Beschluss. Daran würde auch der geplante Bau der Fehmarn-Belt-Querung nichts ändern. Denn schon heute bestehe ein erheblicher Engpass im Schienenpersonenverkehr auf diesem Streckenabschnitt, der viele Pendler zu spät zur Arbeit kommen lasse.

Auf völliges Unverständnis stößt deshalb die Entscheidung von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, den bereits 2003 in den vordringlichen Bedarf aufgenommen Bau des dritten Gleises nun plötzlich herausgestrichen zu haben. SPD-Vizefraktionschef Ulrich Rahnenführer macht dafür eine Umkehr der Bundesregierung – weg von der Schiene hin zum Straßenbau – verantwortlich. So soll laut deren Planung das Straßennetz rund um Hamburg für 2,5 Milliarden Euro erneuert werden. „2,4 Milliarden würden auch reichen und wir hätten die nötigen 100 Millionen für das dritte Gleis.“

Über Parteigrenzen hinweg hätten sich Bürgermeister und Landtagsabgeordnete dieser Forderung angeschlossen, so SPD-Fraktionschef Hannes Birke, nur der CDU-Bundestagsabgeordnete Ole Schröder nicht. „Dabei könnte der Staatssekretär mit seinem Einfluss sehr hilfreich sein.“