Pinneberg
Tornesch

Bürger diskutieren über Rathaus-Zukunft

Das Tornescher Rathaus ist sanierungsbedürftig

Das Tornescher Rathaus ist sanierungsbedürftig

Foto: Alexander Landsberg

Sanierung oder zentrumsnaher Neubau? Das ist die Frage, die bei einer Einwohnerversammlung thematisiert und geklärt werden soll.

Tornesch.  Über die Zukunft des sanierungsbedürftigen Tornescher Rathauses an der Wittstocker Straße sollen die Bürger mitbestimmen. Das ist der Wille der SPD-Mehrheit im Stadtrat. Spätestens zur nächsten Sitzung des Hauptausschusses am 13. Juni wollen die Parteien einen Termin für eine Einwohnerversammlung präsentieren. Dann geht es um die Frage, ob die Stadt das bestehende Gebäude sanieren oder ein neues an anderer Stelle bauen soll.

Die Meinungen im Stadtrat sind kontrovers. Die Verwaltung selbst sieht aus Kostengründen eine energetische Sanierung als rationale Lösung an, auch im Hinblick auf eine in Zukunft mögliche Fusion mit der Nachbarstadt Uetersen. Das würde, so Bürgermeister Roland Krügel, etwa 1,5 Millionen Euro kosten und wäre für die Stadt finanziell ohne größeren Kraftakt machbar.

Die SPD ist dagegen einem Neubau nicht abgeneigt, der den aktuellen und künftigen Anforderungen an eine Verwaltungszentrale gerecht wird. Dazu gehören moderne EDV, Konferenzräume und Lagermöglichkeiten für Akten. Ein Neubau an der Uetersener Straße würde das Rathaus auch weiter ins Stadtzentrum und damit mehr in den Mittelpunkt des öffentlichen Lebens rücken.

Der Neubau könnte eingebettet werden in die geplante Umgestaltung des Stadtzentrums. „Wir haben jetzt die Möglichkeit, ein vernünftiges Gesamtkonzept für die Innenstadt zu erarbeiten. Diese sollten wir nutzen“, sagt Manfred Mörker (SPD). Seine Fraktion könne sich auch vorstellen, das Rathaus mit kleineren Geschäften oder einem Ärztezentrum zu kombinieren.

Bürgermeister Krügel betrachtet diese Ideen mit Skepsis. „Wenn das Rathaus 300 Meter weiter in die Stadtmitte verlegt wird, gewinnen wir nicht viel. Das gibt auch keine Belebung. Das würde nur dann der Fall sein, wenn man vorgeht wie in Norderstedt“, sagt er. „Dann muss da ein kulturelles Zentrum daraus werden, mit Wohnungen und Geschäften. Das kostet aber mindestens 50 Millionen Euro.“

Für Christopher Radon (CDU) ist die Idee dennoch nicht uninteressant. Wenn ein Investor für ein solches Projekt gewonnen werden könnte, dann sollte eine solche Option zumindest geprüft werden. Es gibt aber auch mahnende Stimmen. Der Vorsitzende des Bauausschusses, Henry Stümer (CDU): „Die Bürger erledigen ihre Angelegenheiten zunehmend online, gehen seltener zum Amt.“ Da reiche vielleicht ein sehr kleines Gebäude mit einigen Konferenzräumen aus.

Für die Einwohnerversammlung soll den Bürgern zumindest einiges mit an die Hand gegeben werden. „Fertige Modelle werden wir nicht präsentieren können“, so die Hauptausschussvorsitzende Verena Fischer-Neumann (SPD), „doch ein paar grundsätzliche Ideen sollten als Diskussionsgrundlage erarbeitet werden.“ Dazu zählen die Pläne für die Modernisierung des alten Rathauses, eine mögliche Innenstadtgestaltung mit einem neuen Rathaus, dessen Kosten auf etwa 8,2 Millionen Euro in einer kleinen Variante taxiert werden und etwa 50 Millionen Euro bei der Verfolgung des Norderstedter Konzeptes auf Tornescher Grund.

Für Krügel ist eine weitere Frage wichtig, über die sich alle in Tornesch Gedanken machen müssten. „Was wird aus dem alten Rathaus, wenn wir ein neues bauen?“